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Überblick Lockdown: Wo Kosmetik und Fußpflege erlaubt sind

Bund und Länder haben beschlossen, körpernahe Dienstleistungen wie etwa Massagen ab dem 8. März wieder zu erlauben. Zudem müssen Kunden für die Behandlung tagesaktuelle Schnell- und Selbsttests vorweisen. Nun liegt es an den Ländern, die genauen Regelungen für Kosmetikstudios, Fußpflegen und Nagelstudios zu beschließen.

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Bund und Länder haben beim Corona-Gipfel am 3. März eine Wiedereröffnung stufenweise geschlossener Wirtschaftsbereiche beschlossen. Nachdem im ersten Schritt schon ab dem 1. März Schulen und Friseure geöffnet wurden, sollen ab 8. März sogenannte körpernahe Dienstleistungen wie etwa Massagen wieder erlaubt werden. Was genau gemeint ist, kann sich von Land zu Land unterscheiden. Der Beschluss sieht vor, dass Kunden einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest vorweisen müssen, falls sie bei ihrem Termin die Maske nicht aufbehalten können (zum Beispiel bei Kosmetik oder Rasuren).

>>> Lesetipp: Der Öffnungsplan: Was bei den einzelnen Stufen gilt

Es ist nun Aufgabe der Bundesländer, die neuen Corona-Schutzverordnungen zu beschließen. Dann ist auch klar, ob und unter welchen Bedingungen Kosmetikstudios, Fußpflegen und Nagelstudios in den jeweiligen Bundesländern wieder arbeiten dürfen. Mehrere Länder behalten sich Abweichungen ausdrücklich vor. Dort, wo Bund und Länder keine neuen Regelungen vereinbart haben, sollen die bisherigen Beschlüsse bis zum 28. März weiter gelten.

Überblick: Was in den Bundesländer gilt (Stand 1. März)

Baden-Württemberg: Das Bundesland erlaubt die medizinische Fußpflege. Dabei muss eine medizinische Maske oder FFP2-/KN95-/N95-Maske getragen werden. Laut Handwerkskammer (HWK) Stuttgart dürfen diese medizinischen Behandlungen auch ohne ärztliche Verordnung durchgeführt werden.

Zu beachten ist, dass in Baden-Württemberg Friseure ab dem 1. März öffnen, aber nicht alle Dienstleistungen anbieten dürfen. Insbesondere kosmetische Leistungen, Augenbrauen- und Wimpern-, Bart- und Wellnessbehandlungen, auch Haarverlängerungen sind – das ergab eine Anfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart an das Sozialministerium – untersagt. Da das Bartschneiden und Rasuren nur im Wege einer Face-to-face-Behandlung und nicht mit Tragen einer medizinischen Maske möglich sind, besteht hier ebenfalls ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Bayern: Ab 01. März 2021 dürfen Friseure, Kosmetikbetriebe, Fußpfleger und Nagelstudios in Bayern wieder öffnen und ihr gesamtes Leistungsspektrum anbieten. Dies gilt auch für die mobile Erbringung dieser Dienstleistungen.

Berlin: In Berlin ist die medizinische Fußpflege weiterhin erlaubt. Für alle weiteren Behnaldungen müssen Kosmetikstudios weiterhin bis mindestens 7. März geschlossen bleiben.

Brandenburg: Das Bundesland erlaubt Fußpflege, die nicht rein kosmetischen Zwecken dient.

Bremen: Bereits zum 1. Februar hat der Bremer Senat laut HWK Bremen das Schlupfloch für mobile körpernahe Dienstleistungen (Hausbesuche) in der Bremer Corona-Verordnung geschlossen. Das bedeutet: Auch mobile Dienstleistungen wie etwa Maniküren oder Kosmetikbehandlungen sind dann ausdrücklich verboten. Ausnahmen gibt es weiterhin nur für medizinisch notwendige Behandlungen.

Hamburg: Dienstleistungen im Bereich der Körperpflege sind in Hamburg noch immer untersagt. Dies gilt nicht für medizinisch notwendige Dienstleistungen der Fußpflege. Der Senat hat die neuen Beschlüsse der Regierung am 11. Februar vereinbart. Zuvor hatte der Präsident der Handwerkskammer Hamburg, Hjalmar Stemmann, einen "Hamburger Weg" gefordert, der es auch den handwerklichen Kosmetikbetrieben erlaubt, am 1. März zu öffnen.

Hessen: Kosmetikbetriebe, zu denen auch Fußpflege- und Nagelstudios gehören, dürfen ab dem 1. März 2021 wieder Behandlungen durchführen, die aus hygienischen Gründen notwendig sind. Eine hygienische Notwendigkeit liegt vor, wenn bei längerem Ausbleiben der Behandlung Infektionen und andere Gesundheitsschädigungen auftreten können. Medizinisch notwendige Behandlungen waren zuvor schon zulässig und sind es weiterhin. Ob eine Dienstleistung im Einzelfall medizinisch oder hygienisch notwendig ist, muss der behandelnde Betrieb aus eigener Sachkunde heraus und nachvollziehbar entscheiden. Außgeschlossen sind explizit kosmetische Behandlungen, die nur dekorativen Zwecken dienen.

Erlaubt werden laut Landesverordnung hygienisch notwendige Behandlungen insbesondere von:
- Barber-Shops (Bartpflege, hier wird zudem in der Regel ein eingetragener Frisörbetrieb vorliegen)
- Frisörbetrieben (Bart- oder Nagelpflege)
- Fußpflegestudios
- Kosmetikstudios (beispielsweise Akne-Behandlungen)
- Nagelstudios (Reinigung und Pflege von Fuß- und Fingernägeln)

Weiterhin geschlossen bleiben in Hessen:
- Brow-Bars
- Kryokammern, soweit nicht ärztlich verordnet
- Piercing-Studios
- Spa-Betriebe
- Tattoo-Studios
- Thai-Massage-Studio
- Waxing-Studios
- Wellness-Studios
- Wimpernstudios

Mecklenburg-Vorpommern: Auf der Website des Landes Mecklenburg-Vorpommern heißt es, dass sowohl die medizinische Fußpflege (Podologie) wie auch kosmetische Fußpfleger ihre Praxen und Läden öffnen können und – je nach Aufgabenbereich – medizinisch, therapeutisch und pflegerisch notwendige Behandlungen durchführen dürfen. Auch mobile Angebote seien unter Einhaltung der Schutzvorkehrungen möglich. Nicht zulässig seien rein kosmetische Behandlungen.

Niedersachsen: Kosmetik- und Nagelstudios dürfen auch ab dem 1. März nicht öffnen. Ausgenommen sind Einrichtungen für medizinisch notwendige Behandlungen wie Podologie oder Fußpflege. 

Nordrhein-Westfalen: In NRW erlaubt bleiben weiterhin Dienst- und Handwerksleistungen in der medizinischen Fußpflege – unabhängig vom Vorliegen einer eigenen Heilkundeerlaubnis. 

Rheinland-Pfalz: Das Bundesland erlaubt Dienstleistungen, die medizinischen oder hygienischen Gründen dienen. Zulässig ist demnach Fußpflege, mit Ausnahme von kosmetischen und dekorativen Maßnahmen wie z. B. das Lackieren der Nägel.

Saarland: Die Erbringung körpernaher Dienstleistungen ist weiterhin untersagt.

Sachsen: In Sachsen dürfen Fußpflegebetriebe ab 1. März wieder öffnen. Dafür ist jedoch ein Hygienekonzept Bedingung, das eine wöchentliche Testung von Betriebsinhabern und Beschäftigten vorsieht sowie das Tragen medizinischer Masken.

Sachsen-Anhalt: Laut aktualisierter Verordnung sind in Sachsen-Anhalt Dienstleistungen der Fußpflege mit Ausnahme dekorativer Maßnahmen am Fuß zulässig. Dabei müssen die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten werden. Kunden müssen zudem einen Mund-Nasen-Schutz tragen und vorher online oder telefonisch einen Termin vereinbaren.

Schleswig-Holstein: Neben den bisher gestatteten medizinisch notwendigen und pflegerisch notwendigen Dienstleistungen ist ab 1. März auch die Haupthaar-, Bart- und Nagelpflege in Schleswig-Holstein erlaubt. Voraussetzungen dafür sind ein entsprechendes Hygienekonzept, die Erhebung von Kontaktdaten sowie Schutzmaßnahmen (qualifizierte Mund-Nasenbedeckungen).

Thüringen: Körpernahe Dienstleistungen wie in Nagel-, Kosmetik-, Tätowier-, Piercing- und Massagestudios sind untersagt. Eine Ausnahme bilden medizinisch notwendige Dienstleistungen.

Was unter den Begriff "medizinische Fußpflege" fällt

Medizinische Fußpflege darf auch von Kosmetikern erbracht werden. Es wird jedoch unterschieden zwischen medizinischer Fußpflege durch Podologen und erlaubnisfreier medizinischer Fußpflege durch Dienstleister außerhalb des Gesundheitswesens.

Polologen sind durch von Krankenkassen zertifizierte Anbieter, die auf ärztliche Verordnung ihre Dienstleistung erbringen. Die medizinische Notwendigkeit ihrer Dienstleistung ist also durch den Arzt bestätigt. Üben Kosmetiker eine vermeintlich medizinisch begründbare Fußpflege aus, liegt die Beweislast gegenüber dem kontrollierenden Ordnungsamt bei ihnen selbst.

Die HWK Mittelfranken empfiehlt medizinischen Fußpflegebetrieben direkten Kontakt zum lokalen Gesundheitsamt aufzunehmen. Den Kreisverwaltungsbehörden obliege die letzte Entscheidungsbefugnis, auch in Einzelfällen, und diese würden mitunter unterschiedlich agieren. Während des Lockdowns ab dem 16. Dezember empfehlen außerdem mehrere Handwerkskammern sich die medizinische Notwendigkeit der Fußpflege durch ein ärztliches Attest bestätigen zu lassen. Die Handwerkskammer Bremen hat dafür einen Download zur Verfügung gestellt. fre/ew/sar 

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