Beschäftigung Noch 23.000 Azubis gesucht

EU-weit ist im Schnitt jeder vierte Jugendliche arbeitslos. In Deutschland sinkt die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen dagegen seit Jahren. Zurzeit sind noch 350.000 der 15- bis 24-Jährigen auf Jobsuche. Ihre Chancen liegen auch im Handwerk. Für den Ausbildungsstart in diesem Herbst suchen Betriebe noch 23.000 Azubis.

Die Ausbildungsverträge im Handwerk werden immer früher abgeschlossen. - © auremar/Fotolia

Deutschland ist EU-weit Spitze in der Vermittlung von Jugendlichen in den Beruf. Aktuell liegt die Jugendarbeitslosenquote hierzulande bei knapp acht Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ähnlich gut sieht es auch in Österreich aus.

Dies ist auch eine Erfolgsmeldung für die duale Ausbildung. Allein 417.318 Auszubildende arbeiten derzeit in deutschen Handwerksbetrieben mit einem festen Vertrag. "Wir haben ein bewährtes und sehr gutes duales Ausbildungssystem, das sogar von anderen Ländern wie Spanien kopiert werden soll. Da brauchen wir das Selbstbewusstsein zu sagen, eine Ausbildung im Dualen System braucht den Vergleich mit anderen vermeintlich höheren Qualifikationen nicht zu scheuen", kommentierte Günther Hieber, Präsident des Bundesverbandes der Selbständigen, die Veröffentlichung eine aktuelle Umfrage seines Vereins.

Während in Spanien jeder zweite Jugendliche arbeitslos ist, umwerben in Deutschland die Unternehmen die Nachwuchskräfte. In einer Umfrage des Bundesverbandes der Selbständigen gaben 65 Prozent der befragten Handwerksbetriebe an, Probleme bei der Nachwuchssuche zu haben. Besonders schwer haben es entgegen landläufiger Vorurteile nicht Kleinbetriebe, sondern Unternehmen zwischen 10 und 50 Mitarbeitern. Dabei liegen die aktuellen Abschlüsse von Ausbildungsverträgen auf Rekordniveau.

Rekord bei frühzeitigen Ausbildungsabschlüssen

Immer mehr Jugendliche in Deutschland erkennen die Chance im Handwerk frühzeitig. Für das aktuelle Ausbildungsjahr waren zum Stichtag 31. Juli 2012 bereits vier Prozent mehr Verträge abgeschlossen als vergangenes Jahr. Insgesamt beginnen 88.604 Jugendliche eine Ausbildung in deutschen Handwerksbetrieben.

Mit 78.083 abgeschlossenen Lehrverträgen in Westdeutschland und weiteren 10.521 im Osten liegt die Zahl der Ausbildungsanfänger im Handwerk deutlich über den Vorjahren. Dabei gibt es noch zehntausende Betriebe, die Jugendlichen eine Chance geben wollen

"Die Betriebe und Handwerkskammern werben intensiv weiter um die Schulabgänger. Aktuell warten in den Ausbildungsplatzbörsen der Handwerkskammern noch 23.000 freie Plätze, davon 5.500 für Ostdeutschland", sagt Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) in einer Stellungnahme.

Wer derzeit auf Jobsuche ist, findet unter diesen Links Ausbildungsstellen in seiner Region:

Betriebe kämpfen um jeden Auszubildenden

Auch um Jugendliche mit fehlender Ausbildungsreife kümmert  sich das Handwerk. Über das Programm "Einstiegsqualifizierung für förderbedürftige Jugendliche" (EQ Plus) bekommen Betriebe und Jugendliche Hilfe. "Bei uns geht keiner verloren! Das Handwerk kümmert sich um alle Jugendlichen, auch um die mit Schwierigkeiten im Schulalltag. Die berufliche Bildung ist für sie eine ausgezeichnete Perspektive", sagt Handwerkspräsident Kentzler.

Die Zahl der EQ Plus-Plätze nimmt nach ersten guten Erfahrungen der Betriebe in diesem Jahr zu. Die Jugendlichen erhalten während der Einstiegsqualifizierung im Betrieb zum Beispiel Nachhilfeunterricht, sogenannte "ausbildungsbegleitende Hilfen" mit einer sozialpädagogischen Begleitung. Außerdem gibt es ergänzende Angebote in Berufsschule, Betrieb oder Handwerkskammer, um schulische Defizite aufzuarbeiten, sowie Betreuung durch häufig ehrenamtliche Paten. cg