Studie des IAQ Niedriglöhne trotz Aufschwung weit verbreitet

Der Niedriglohnsektor in Deutschland hält sich konstant. Vor allem junge Menschen, Frauen und schlecht ausgebildete Arbeitnehmer haben ein hohes Risiko zum Niedriglohnbezieher zu werden. Aktuell sind es rund acht Millionen Menschen in Deutschland. Laut einer aktuellen Studie würde jeder fünfte Beschäftigte von einem Mindestlohn profitieren.

In Deutschland arbeiteten im Jahr 2010 rund acht Millionen Beschäftigte für einem Stundenlohn von weniger als 9,15 Euro. - © Foto: Marco2811/Fotolia.com

Wer weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns verdient, gilt als Geringverdiener. Aktuell liegt diese Grenze nach Angaben des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) bei 9,15 Euro und rund acht Millionen Menschen in Deutschland lagen 2010 mit ihrem Stundenlohn darunter. Das IAQ hat die Entwicklung des Niedriglohnsektors untersucht und festgestellt, dass er trotz Wirtschaftsaufschwung nicht wesentlich schrumpft.

Minijobs meistens mit Niedriglöhnen bezahlt

Wie Zeit Online berichtet, denen die Studie vorliegt, lag der Anteil der Billigjobs 2010 bundesweit bei 23,1 Prozent. Dieser Anteil ist seit Jahren relativ konstant, nachdem er in den Jahren 1998 bis 2003 deutlich gewachsen sei. Als Grund nennen die Autoren die Zunahme der Minijobs, also der Arbeitsstellen, die bei rund 400 Euro Monatsgehalt liegen und nicht sozialversicherungspflichtig sind. Diese hätten noch vor dem Start der Hartz-IV-Reformen kräftig zugelegt.

Laut IAQ bekommen derzeit 86 Prozent der Minijobber nur einen Niedriglohn. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seien es nur rund 27 Prozent. Dabei sei das Risiko, in dieses Lohnsegment abzurutschen, umso größer, je schlechter ausgebildet eine Person ist. Gleichzeitig arbeiten mehr Frauen als Männer und mehr junge als ältere Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor.

Die Studie des IAB zeigt aber nach Angaben von Zeit Online aber auch, dass die Einführung eines Mindestlohns  ein geeignetes Mittel wäre, um den Anteil der Geringverdiener zu verringern. Demnach würde jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland von einem Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro die Stunde profitieren. Von diesem Stundenlohn würden rund 25 Prozent der weiblichen und 15 Prozent der männlichen Beschäftigten profitieren, denn der Durchschnittslohn im Niedriglohnsektor liegt im Westen derzeit bei rund 6,68 Euro und im Osten bei rund 6,52 Euro. dhz