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EU-Kraftstoff-Kennzeichnung kommt 2019 Nie mehr Falschtanken: Diese Etiketten sollen schützen

Diesel und Benzin verwechselt? Wer versehentlich den falschen Kraftstoff tankt, riskiert einen teuren Motorschaden. Eine einheitliche EU-Kraftstoff-Kennzeichnung soll künftig besser vor Verwechslungen schützen. Wie die Etiketten aussehen und wo sie stehen sollen.

Gerade im Ausland stellt sich mancher die Frage, was denn nun Benzin oder Diesel in der jeweiligen Landessprache heißt. Für Autofahrer, die dann zur falschen Zapfpistole greifen, ist erstmal Endstation. Teure Schäden sind keine Seltenheit. Auch Fahrer von Leihwagen zapfen schnell mal die falsche Spritsorte. Andere lassen sich von ähnlich klingenden Produktbezeichnungen verwirren – oder waren schlicht für einen Moment unaufmerksam.

Damit Fehler wie diese künftig seltener vorkommen, hat die Europäische Kommission eine einheitliche EU-Kraftstoff-Kennzeichnung beschlossen. Die Etiketten mit mindestens 13 mm Durchmesser sollen an allen Zapfpistolen, an den Zapfsäulen selbst sowie in der Bedienungsanleitung und in unmittelbarer Nähe der Tankklappe von Neufahrzeugen zu finden sein.

EU-Kraftstoff-Kennzeichnung: Welche Länder sind dabei?

Eigentlich sollten die Etiketten bereits seit dem 12. Oktober 2018 in allen 28 EU-Mitgliedstaaten sowie in den Ländern Island, Liechtenstein, Norwegen, Mazedonien, Serbien, der Schweiz und der Türkei umgesetzt sein. Das deutsche Umweltministerium hat jedoch angekündigt, dass es die EU-Vorgaben wohl erst im kommenden Jahr umsetzen wird. Als Grund für den Verzug gab ein Sprecher "Klärungsbedarf zu einigen Aspekten der Kennzeichnung und Zulassung von Kraftstoffen" an. Auch Großbritannien, Ungarn, Griechenland und die Türkei hatten die EU-Kraftstoff-Kennzeichnung zum Stichtag noch nicht eingeführt.

Einheitliche Kraftstoff-Etiketten: Wozu?

Ein Benziner, der versehentlich mit Diesel betankt wurde, ist eher selten der Fall. Die dickere Dieselzapfpistole passt in der Regel nicht in den engen Benziner-Einfüllstutzen. Andersrum kommt es hingegen schon häufiger zu einer Fehlbetankung, da nicht alle Autohersteller wirksame Schutzmaßnahmen für ihre Fahrzeuge umgesetzt haben. Das liegt zum einen an unzureichenden Angaben in der Bedienungsanleitung sowie an der Tankklappe, zum anderen aber auch an fehlenden Sperrvorrichtungen, die nur von genormten Diesel-Zapfpistolen entriegelt werden können.

Ein weiteres Problem sind die vielfältigen Kraftstoffbezeichnungen der Mineralölgesellschaften. Premiumsorten wie "V-Power" oder "Ultimate" gibt es sowohl als Benzin als auch als Diesel. Auch Bezeichnungen wie Excellium, FuelSave oder MaxxMotion sorgen für Verwirrung – vor allem, wenn Autofahrer im Ausland unterwegs sind.

Die neuen Etiketten sollen Verbrauchern europaweit die Auswahl des geeigneten Kraftstoffes zu erleichtern. "Die neuen gemeinsamen Etiketten werden bessere Informationen in harmonisierter und leicht lesbarer Form bereitstellen", heißt es in einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission.

So sehen die neuen Etiketten aus

Die neue EU-Kraftstoff-Kennzeichnung teilt Benzin, Diesel und gasförmigen Kraftstoffen jeweils eine eigene geometrische Form zu. Benzin wird durch den Buchstaben E in einem Kreis gekennzeichnet, Diesel durch den Buchstaben B in einem Quadrat und gasförmige Kraftstoffe durch eine Raute. Die Angaben in der geometrischen Form geben Aufschluss über den Anteil von Biokomponenten im Kraftstoff. Das europäische Komitee für Normung (CEN) arbeitet derzeit daran, vergleichbare Etiketten auch für Elektrofahrzeuge einzuführen.

Für Verbraucher gilt künftig: Stimmen die Etiketten an der Zapfsäule mit denen im Fahrzeug überein, kann der Fahrer bedenkenlos tanken.

Das sind die neuen Kraftstoff-Etiketten

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