Einem Kfz-Meister wird eine Stelle als Ausbildungsleiter angeboten. Ausbildungsberater Peter Braune erklärt, welche Fragen der Handwerker klären sollte, um sich gut auf die Aufgabe vorzubereiten.

Heraklit meinte, es gäbe nichts Dauerhaftes außer der Veränderung. Seine Texte und Aussagen musste auch ein Mann im mittleren Alter gelesen haben, der schon viele Jahre mit Qualifizierung zu tun hatte und zwar in verschiedenen Formen. Als Kfz-Meister in der Lehrlingsausbildung, als Trainer für verschiedene Bau- und Landmaschinenhersteller und natürlich als Fachvorgesetzter für Techniker, was auch mit Ausbildung zu tun hat.
Nun wurde ihm eine Stelle als Leiter im Ausbildungsbereich in einem mittelständischen Bauunternehmen angeboten. Dort soll die Ausbildung neu strukturiert werden. Er wäre verantwortlich für etwa dreißig Lehrlinge in verschiedenen Berufen aus der Baubranche, im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen und im Bürobereich.
Ihn würde diese Aufgabe wahnsinnig reizen, denn Ausbildung war immer sein Herzensanliegen. Allerdings würde er sich gerne zuerst auf den neuesten Stand bringen. Nun sucht er nach guter, einschlägiger Literatur - eventuell sogar für das Onlinelernen.
Bedarf durch passende Fragen herausfinden
Bei der Lösung dieser kniffligen Aufgabe wird ihm aber keine Literatur helfen. Das Ziel ist sehr speziell und individuell, sodass es hier sehr wahrscheinlich nichts Passendes gibt. Was ihn in diesem Zusammenhang unterstützen könnte, wäre ein persönliches Coaching. Dabei gilt es mehrere Fragen zu klären:
- Wie ist der persönliche aktuelle Wissensstand?
- Wie ist der aktuelle Stand der Berufsausbildung in diesem Unternehmen?
- Welche Ziele verfolgt die Geschäftsführung mit der Neustrukturierung?
Aus den Antworten auf diese Fragen ergibt sich der Bedarf der Nachqualifizierung sowie das darauf aufbauende Konzept für die neue Aufgabe. Der Punkt, welche Ziele die Geschäftsführung des Unternehmens mit der Neustrukturierung der Ausbildung verfolgt, hat besondere Bedeutung. Hier geht es um die wirklichen Ziele, also das, was erreicht werden soll und wie groß die Chance ist.
Fehlende Kompetenzen erwerben
Zwei ganz entscheidende Fragen stellen sich jedoch noch zusätzlich: Ist er als Kfz-Meister für alle übergeordnete Aufgaben im Bereich der Lehrlingsausbildung in den verschiedenen Bauberufen, im Kraftfahrzeugbereich und im Bürobereich verantwortlich? Handelt es sich um eine übergeordnete Aufgabe, bei der er gleichzeitig als Ausbilder für einen der in diesem Betrieb ausgebildeten Berufe benannt wird?
Wenn er in einem Beruf direkt ausbilden soll, ist die fachliche Eignung als Ausbilder zu berücksichtigen und muss gegebenenfalls ermittelt werden. Dazu gehören auch Lösungsvorschläge wie gegebenenfalls ein Mangel behoben werden kann. Mit der bestandenen Prüfung zum Teil IV der Meisterprüfung sind die berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse abgedeckt. Das berechtigt zur Ausbildung im Handwerk.
Ihr Ausbildungsberater Peter Braune
Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.