Großbäckerei in der Insolvenz Müller-Brot: Filialnetz soll erhalten bleiben

Die Pächter der Müller-Brot-Filialen können aufatmen, die Bäckereifilialen sollen erhalten bleiben. Da sie wegen des Hygieneskandals in der bayerischen Großbäckerei mit Umsatzeinbußen rechnen müssen, legte der Insolvenzverwalter massive finanzielle Entlastungen fest.

Hygienemängel trieben die Großbäckerei Müller-Brot in die Insolvenz. Der Skandal war groß und die Pächter des 240-starken Filialnetzes bangten um ihre Arbeitsplätze und um das Geld, das sie bereits in ihre Läden gesteckt haben. Doch nun steht fest, dass Müller-Brot die Filialen mit aller Macht erhalten will. "Denn nur, wenn das Filialnetz erhalten bleibt, hat Müller-Brot eine Chance auf ein Überleben", betonte der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl.

Des Weiteren wurde bekannt, dass die Pächter finanziell massiv entlastet werden, um die "äußerst schmerzhaften Umsatzeinbußen" ihrer Pächter zumindest teilweise auszugleichen. Fast alle Pächter hätten das Angebot bereits angenommen.

"Signifikant" von Fixkosten entlastet

Das Angebot des Insolvenzverwalters sieht sieht vor, dass die Bezugspreise für Backwaren um die Hälfte gesenkt werden. Dies gilt den Angaben nach ab sofort, obwohl die Produktion wegen der Reinigungsarbeiten ruht und die Filialen mit zugekauften Backwaren versorgt werden.

Zudem werden die Pächter laut Ampferl "signifikant" von Fixkosten entlastet. Dabei haben sie die Wahl zwischen zwei Alternativen: Entweder wird ihnen die Pacht in voller Höhe erlassen oder sie müssen die Raum- und Betriebskosten-Pauschale nicht mehr bezahlen. Je nach Umsatzsituation könne sich jeder Pächter für das für ihn vorteilhafteste Modell entscheiden.

Derzeit gibt es etwa 240 Bäckereifilialen von Müller-Brot. Etwa 80 von ihnen betreibt das Unternehmen noch selber, die anderen sind an Franchise-Nehmer verpachtet.

Reinigungsarbeiten in vollem Gang

Momentan geht Ampferl davon aus, dass die Produktion Mitte März wieder anlaufen kann. Die abschließenden Reinigungs- und Reparaturarbeiten seien in vollem Gange. Etwa 10 Unternehmen sowie rund 50 Mitarbeiter von Müller-Brot seien damit beschäftigt, die festgestellten Mängel zu beseitigen, um die Freigabe der Produktion zu erreichen. Sobald die Arbeiten abgeschlossen seien, solle kurzfristig ein neuer Prüfungstermin anberaumt werden.

Wegen verschmutzter Maschinen und Schädlingsbefall ruht die Produktion bei Müller-Brot seit Ende Januar. In der Folge hatte Müller-Brot zahlreiche Kunden verloren. Am 16. Februar hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. dapd