Corona Modellprojekt gestartet: Impfungen auch für kleinere Baubetriebe

Seit gestern können sich Beschäftigte kleinerer Baubetriebe in Baden-Württemberg impfen lassen, die keinen eigenen Betriebsarzt haben. Die Impfaktion ist Teil eines Modellprojekts, an dem auch die Berufsgenossenschaft Bauwirtschaft beteiligt ist. Dabei soll auch getestet werden, wie kleine und mittlere Handwerksunternehmen unkompliziert geimpft werden können.

Ärztin impft Patienten gegen das Corona-Virus. - © tirachard - stock.adobe.com

Am 7. Juni wurde die Impfpriorisierung aufgehoben, Betriebsärzte können seitdem Impfungen für Beschäftigte durchführen. Doch anders als große Unternehmen haben kleine und mittlere Betriebe häufig keine eigenen Betriebsärzte, um ihren Beschäftigten ein Impfangebot zu machen. Hier setzt ein Modellprojekt des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) an, das vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert wird. Die Berufsgenossenschaft Bauwirtschaft (BG BAU) beteiligt sich an dem Projekt mit ihrem Arbeitsmedizinischen Dienst – und einem Modell zum Impfen von Beschäftigten kleinerer Betriebe der Baubranche in Baden-Württemberg.

60 Impfteams für Bauwirtschaft im Einsatz

"Die Bauwirtschaft ist geprägt von vielen kleinen Unternehmen. Sie haben nicht die Infrastruktur wie Großbetriebe – daher brauchen sie unsere Unterstützung“, sagt Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg und Vorsitzender der Vertreterversammlung der BG BAU. Aktuell stünden zwar nur begrenzte Mengen von Impfstoffen zur Verfügung. Das Modellprojekt sei aber ein wichtiges Signal, um kleine und mittlere Unternehmen in den Blick zu nehmen

Das Impfangebot der BG BAU richtet sich an ihre Mitgliedsunternehmen und Versicherten und wird durch den Arbeitsmedizinischen Dienst der BG BAU ausgeführt. Dieser ist dezentral aufgestellt und kann kleinen Unternehmen bundesweit im begrenzten Umfang ein Impfangebot unterbreiten. Wie die BG BAU mitteilt, sind 60 Impfteams im Einsatz, die die Unternehmen der Bauwirtschaft bei der Impfung unterstützen. Mit dem Modellprojekt sollen Erfahrungen für die eigene Durchführung von Impfungen gesammelt werden, mit denen am 9. Juni bundesweit begonnen wurde.

Weitere Informationen zum Impfangebot gibt es auf der Website der BG BAU unter Corona-Impfung: Was Sie jetzt wissen sollten

ew

Wie ist der aktuelle Stand bei den Impfungen?

Immer mehr Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 22,3 Millionen Menschen haben den vollständigen Impfschutz, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 15. Juni (Stand: 09.55 Uhr) hervorgeht. Das sind 26,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 40,5 Millionen Menschen (48,7 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Am Montag wurden 590.529 Millionen Impfdosen verabreicht. 407.728 davon führten zur vollständigen Impfung.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 54,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Auch das Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben die 50-Prozent-Marke geschafft, Mecklenburg-Vorpommern steht kurz davor. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 43,5 Prozent. Das Saarland zählt mit 31,9 Prozent den höchsten Anteil an Einwohnern mit vollständigem Impfschutz. Hessen ist hier mit 24,5 Prozent am Ende der Rangliste. dpa