Jobwechsel nur bei steigendem Gehalt Mitarbeiter abwerben: So viel Geld sollten Arbeitgeber drauflegen

Nur 14 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland würden sich einer aktuellen Umfrage zufolge trotz Gehaltsverbesserung nicht abwerben lassen. Für die meisten wäre ein steigendes Einkommen aber durchaus ein Grund für einen Jobwechsel. Arbeitgeber sollten im Wettbewerb um gute Mitarbeiter nicht knausern. Mitarbeiter von der Konkurrenz abwerben – das kostet.

Mitarbeiter abwerben
Mitarbeiter abwerben ohne Gehaltssteigerung schwer: Der Großteil der Erwerbstätigen erwartet mindestens zehn Prozent mehr Gehalt bei einem Jobwechsel. - © Andrey Popov - stock.adobe.com

Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern wird immer schwieriger. Mit den Lockerungen der Corona-Beschränkungen wächst mit dem Stellenangebot auch der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Arbeitnehmer können deshalb derzeit selbstbewusst auf mehr Gehalt setzen, wenn es darum geht, dass Angebote von der Konkurrenz kommen. So erwarten diejenigen, die bereit für einen Jobwechsel sind, dabei meist ein steigendes Einkommen. Das zeigt eine repräsentative Yougove-Umfrage im Auftrag des Jobsuch-Portals Indeed. Über 1.000 Erwerbstätige wurden dabei zu ihren Erwartungen in Bezug auf einen Jobwechsel befragt.

Mitarbeiter abwerben: Diese Gehaltssteigerungen erwarten Arbeitnehmer

So ist für diejenigen, die eigentlich zufrieden sind mit ihrem Job, das Gehalt und vor allem eine deutliche Steigerung des Einkommens der wichtigste Grund für einen Jobwechsel. Die Umfrage ergab, dass zwei Drittel der Erwerbstätigen ab einer Gehaltssteigerung von mehr als elf Prozent einen Jobwechsel in Betracht ziehen würden. Im Detail zeigte sich, dass ….

  • … 28 Prozent der Befragten bei einer Gehaltssteigerung zwischen elf und 20 Prozent dazu bereit wären, ihren Arbeitgeber zu wechseln.
  • … dass für 39 Prozent der Teilnehmenden der neue Arbeitgeber mindestens 21 Prozent mehr Geld auf den Tisch legen müsste.
  • … dass nur 12 Prozent der Befragten bereits ab einer Gehaltssteigerung von sechs Prozent bereit wären, den Arbeitgeber zu wechseln.
  • … dass nur 14 Prozent trotz Gehaltsverbesserung nicht über einen Wechsel nachdenken würden.

Wenig Erwerbstätige mit dem Gehalt unzufrieden: Mitarbeiter abwerben wird teuer

So einfach ist es für Arbeitgeber also derzeit nicht, Mitarbeiter abzuwerben. Denn nur 19 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen wirklich einen Verbesserungsbedarf hinsichtlich ihres Einkommens. 58 Prozent gaben dagegen an, zufrieden zu sein mit ihrem Gehalt.

Es lohnt sich dabei allerdings die Ergebnisse nach dem Geschlecht der Befragten zu unterscheiden. Denn diese zeigen deutlich mehr Unzufriedenheit mit dem Gehalt bei den Frauen. So gaben 24 Prozent an, dass ihre Vergütung zu niedrig ist. Dagegen waren es nur 14 Prozent der Männer. Wichtig ist Männern und Frauen allerdings, dass sie im Vergleich zu den Kollegen fair bezahlt werden. Das bestätigten 89 Prozent der Befragten.

Fairness steht dabei ganz nah an einem Mehr an Transparenz, dass sich Arbeitnehmer bzw. Jobsuchende wünschen. So zeigte die Umfrage außerdem, dass für mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen (56 Prozent) die Gehaltsangabe in der Stellenausschreibung eine der wichtigsten Informationen ist. Mehr als zwei Drittel der Befragten sind sogar der Auffassung, dass Stellenanzeigen immer eine Information zum Verdienst enthalten sollten. Das könnte Jobsuchenden eine Antwort auf die schwierige Frage nach den eigenen Gehaltsvorstellungen im Bewerbungsprozess erleichtern. jtw