Kinderdepot Mit Kindergeld: So erzielen Sie 50.000 Euro steuerfrei

Seit Januar 2023 erhalten Eltern für jedes Kind 250 Euro pro Monat Kindergeld. Wer das Geld nicht unbedingt braucht, um seine Kinder zu versorgen, sollte über einen ETF-Sparplan nachdenken. Wer das Kindergeld jetzt anlegt, kann dem Nachwuchs zum 18. Lebensjahr rund 46.000 Euro als Startkapital mitgeben.

Konzept: Geldanlage für Kinder. Plüschbulle mit Schal.
Das Kinderdepot bietet steuerliche Vorteile. - © schiers_gfx - stock.adobe.com

250 Euro beträgt das Kindergeld pro Monat, das der Staat für jedes Kind zahlt. Eltern können einen Teil dieses Betrags nutzen, um die finanzielle Zukunft ihres Nachwuchses abzusichern. Wer etwa mit einer Erstanlage von 1.000 Euro monatlich 100 Euro in einen globalen Indexfonds (ETF) anlegt, kann bei der langfristigen Rendite von sieben Prozent am Aktienmarkt von der Geburt bis zur Volljährigkeit ein Vermögen von 46.000 Euro bilden. Wer den Sparplan zum Schulbeginn des Kindes abschließt, bringt in zwölf Jahren knapp 25.000 Euro zusammen.

Wenn die Kinder das Geld nicht benötigen, können sie es weiterarbeiten lassen. Dann werden aus den knapp 46.000 Euro bis zum 25. Geburtstag fast 74.000 Euro und die 25.000 Euro verdoppeln sich auf über 50.000 Euro.

Dank Kinderdepot ohne Abgeltungssteuer

Das Geniale an diesem Vermögensaufbau: Wenn die Eltern oder Großeltern ein Depot auf den Namen des Kindes einrichten, muss der Nachwuchs bis zum 18. Geburtstag normalerweise keine Steuern auf die Kapitalerträge des ETF zahlen. Denn mit dem Kinderdepot kommen der Sohn oder die Tochter in den Genuss von steuerlichen Freibeträgen in Höhe von fast 13.000 Euro im Jahr. Die Summe setzt sich zusammen aus dem Sparer-Pauschbetrag (1.000 Euro) und dem Grundfreibetrag (2024: 11.604 Euro). Würden die Eltern den ETF im eigenen Depot besparen, verfielen diese Freibeträge komplett. Dank der Befreiung von der Abgeltungssteuer hat das Kind mit knapp 46.000 Euro so rund 8.000 Euro mehr an Vermögen. Bei größerer Sparsumme sollten vor der Sparplan-Einrichtung mit einem Steuerberater gesprochen werden.

Kinder können mit 18 Jahren über Geld verfügen

Eines muss in Sachen Kinderdepot klar sein: Werden Sohn oder Tochter volljährig, können die Kinder ohne Beschränkung über das Geld im Depot verfügen. Unter Umständen geben sie es für etwas aus, das die Erziehungsberechtigten nicht gutheißen. Doch vor solchen Enttäuschungen können sich die Eltern am ehesten schützen, wenn sie sich frühzeitig um die finanzielle Bildung ihres Nachwuchses kümmern. Dazu gehört, das Wissen darüber zu vermitteln, welche Vorteile der Zinseszins über die lange Frist mit sich bringt.

Global anlegende ETFs sind die beste Wahl

Für den Vermögensaufbau eignen sich am besten ETFs, die das Geld auf weltweite Indizes mit vielen Aktien streuen. Mit solchen Produkten vermeidet man, das Geld in riskante Sektor-Wetten oder Modethemen anzulegen und zu wenig zu streuen. Schließlich kann sich die Welt innerhalb von 18, zehn oder sogar schon fünf Jahren deutlich verändern. Global anlegende ETFs sind bei solchen Veränderungen auf jeden Fall mit dabei. Hier bieten sich vor allem etablierte und günstige ETFs auf Indizes wie MSCI All Country World oder FTSE-All World an.

Zum Autor: Mirko Kohlbrecher ist Investmentstratege bei der Spiekermann & CO AG in Osnabrück.