CSR im Handwerk Mit gutem Beispiel voran

"Verantwortungsvolles Unternehmertum" ist derzeit groß in Mode: Firmen versuchen mit Corporate Social Responsibility (CSR) zu punkten. Vor allem große Unternehmen werben mit ihrer "soziale Verantwortung". Aber auch für kleinere Betriebe ist das ein Thema – gerade weil das Handwerk darin stark ist. Es wird nur oft nicht als CSR erkannt.

Mit gutem Beispiel voran

Hinter dem sperrigen Begriff "Corporate Social Responsibility" (CSR) verbirgt sich etwas, dass kleine und mittlere Handwerksbetriebe bereits seit Jahren selbstverständlich und häufig unbewusst leisten: Sie übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass dies für etwa 95 Prozent der Mittelstandsbetriebe zum Unternehmensalltag gehört – sie pflegen also ein "verantwortungsvolles Unternehmertum", kurz CSR. Betriebe finanzieren zum Beispiel Schul- oder Nachbarschaftsprojekte, fördern Vereine, achten darauf, möglichst ressourcen- und umweltschonend zu arbeiten, oder achten in besonderem Maße auf ihre Mitarbeiter.

Dieses Engagement kann ein Faktor für den unternehmerischen Erfolg sein, um etwa das Image zu verbessern. Vorausgesetzt: Betriebe machen das auch publik und werben damit. Als lokaler Betrieb haben Sie die Möglichkeit, sich direkt einzubringen mit Partnerschaften und Projekten. Beispielsweise können Sie Praktika oder Ausbildungsplätze anbieten. Es gibt auch Betriebe, die für die Kinder der Mitarbeiter Krippenplätze reservieren. Wichtiger als teure Prestigeprojekte ist es aber, dass das Engagement auch gelebt wird, um als Unternehmer glaubwürdig zu erscheinen.

Dieses positive Image sollten Kunden dann auch bei Ihnen im Betrieb spüren, da sie für den unternehmerischen Erfolg entscheidend sind. Vor allem der Empfang ist wichtig, damit der erste Eindruck überzeugt.

  • Deshalb sollten Sie Ihren Empfangbereich möglichst einladend gestalten.
  • Am Empfangstresen sollte auch immer jemand da sein, um die Kunden zu begrüßen.
  • Für den Fall, dass das Empfangspersonal gerade im Gespräch ist, sollte der Anrufbeantworter eingeschaltet sein oder überbrücken Sie die Wartezeit am Telefon mit netter Musik.
  • Außerdem sollten Anfragen per E-Mail, Post oder Telefon immer zügig beantwortet werden. Falls möglich, lassen Sie wissen, wann mit einer Antwort gerechnet werden kann.

Stärkere Mitarbeiterbindung und Motivation

Auch innerbetrieblich lässt sich der wirtschaftliche Erfolg steigern. Durch CSR können die Mitarbeiter motiviert und ihre Bindung zum Unternehmen kann gestärkt werden.

Gute und motivierte Mitarbeiter wollen informiert sein. Dann fühlen sie sich auch eingebunden und bleiben dem Betrieb erhalten. Das lässt sich zwar selten direkt mit Zahlen belegen – aber Gerüchte, wie zum Beispiel über mögliche Engpässe oder personelle Veränderungen, schaffen Verunsicherungen und schlechte Stimmung und das schlägt sich oft negativ auf die Arbeitsweise nieder.

Deshalb sollten Sie als Chef

  • viel mit Ihren Mitarbeitern reden und über Änderungen rechtzeitig informieren.
  • sicherstellen, dass Veränderungen auch zuerst die Mitarbeiter erfahren.
  • Mitarbeitern die Möglichkeit geben, bei Besprechungen eigene Punkte auf die Tagesordnung zu setzen.
  • zum Feedback einladen. Stellen Sie beispielsweise einen Beschwerde- und Lobbriefkasten auf. Wichtig: Geben Sie auch Lob von Kunden an Ihre Mitarbeiter weiter.

Einen Leitfaden für verantwortungsvolles Unternehmertum für kleine Betriebe hat die Europäische Union herausgegeben. Er ist unter crs.schnittsteller.de als Download erhältlich.

rh