Tarifabschluss im Gerüstbauerhandwerk Mindestlohn für Gerüstbauer steigt ab Oktober 2022

Ab dem 1. Oktober 2022 steigen Ecklohn, Mindestlohn und Ausbildungsvergütung im Gerüstbauerhandwerk. Der Mindestlohn für Gerüstbauer liegt dann bei 12,85 Euro. Alle Zahlen im Überblick.

Gerüstbauer bei der Arbeit. - © Kara - stock.adobe.com

Nachdem Ecklohn, Mindestlohn und Ausbildungsvergütung im Gerüstbauerhandwerk bereits im Oktober 2021 gestiegen sind, folgt in diesem Jahr die zweite Erhöhung: Ab dem 1. Oktober 2022 erhalten Beschäftigte im Gerüstbauerhandwerk erneut mehr (Eck-)Lohn sowie einen höheren Mindestlohn. Auch Azubis dürfen sich über mehr Geld freuen. Die genauen Zahlen im Überblick:

Gerüstbauer erhalten mehr Ecklohn

Im 1. Oktober 2021 stieg der Ecklohn im Gerüstbauerhandwerk um 2,5 Prozent auf 17,47 Euro. In einer zweiten Stufe steigt der Ecklohn um weitere 2,5 Prozent ab dem 1. Oktober 2022. Er liegt dann bei 17,91 Euro.

Unter Ecklohn versteht man den Lohn, der nach einem Tarifvertrag für einen Facharbeiter nach zweijähriger Tätigkeit gezahlt werden muss. Nicht jede Branche hat einen Ecklohn und im Laufe der Zeit hat dieser an Bedeutung verloren. Wo es noch Ecklöhne in den Tarifverträgen gibt, können sich Arbeitnehmer auch darauf berufen – allerdings nur dann, wenn ihr Arbeitsverhältnis einem entsprechenden Tarifvertrag unterliegt. Trifft das zu, spricht man von Tarifbindung. Wird ein Tarifvertrag ausgehandelt, muss der Arbeitgeber sich an die Bedingungen halten, die darin definiert sind.

Mehr Mindestlohn für Gerüstbauer

Der Mindestlohn im Gerüstbauerhandwerk ist am 1. Oktober 2021 auf zunächst 12,55 Euro gestiegen. Ab 1. Oktober 2022 liegt er bei 12,85 Euro. Der Tarifvertrag "Mindestlohn" endet zum 30. September 2023.

Für Gerüstbauer gilt bereits seit 2013 ein eigener Mindestlohn. Im Laufe der Jahre ist der Mindestlohn angestiegen, wie die Tabelle zeigt:

JahrMindestlohn
1. Mai 201610,70 Euro
1. Mai 201711,00 Euro
1. Mai 201811,35 Euro
1. Juni 201911,88 Euro
1. August 202012,20 Euro
1. Oktober 202112,55 Euro
1. Oktober 202212,85 Euro

Ausbildungsvergütung im Gerüstbauerhandwerk

Schon seit dem 1. Oktober 2021 erhalten Auszubildende im Gerüstbauerhandwerk eine höhere Ausbildungsvergütung. Ab 1. Oktober 2022 steigt die Ausbildungsvergütung erneut:

AusbildungsjahrAusbildungsvergütung seit Oktober 2021Ausbildungsvergütung ab 1. Oktober 2022
1.915,00 Euro965,00 Euro
2.1.135,00 Euro1.195,00 Euro
3.1.405,00 Euro1.475,00 Euro
Quelle: Tarifvertrag zur Regelung der Ausbildungsvergütungen im Gerüstbauer-Handwerk im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom 1. Juni 2021

So liefen die Tarifverhandlungen ab

Die Tarifpartner im Gerüstbauerhandwerk hatten sich am 1. Juni 2021 in ihrer zweiten Verhandlungsrunde auf einen Abschluss geeinigt.

Wie die Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk und der Bundesverband Gerüstbau danach mitteilen, gelang der Abschluss, obwohl die Tarifpartner unterschiedliche Auffassungen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Branche hatten. Die Vertreter von Innung und Verband forderten erfolgreich, alle Tarifverträge für 24 Monate abzuschließen. "Mit der langen Laufzeit schaffen wir Planungssicherheit für die Betriebe", sagte Marcus Nachbauer, Verhandlungsführer der Tarifkommission auf Arbeitgeberseite. "Gleichzeitig sehen wir die Lohnsteigerung auch als deutliches Signal der Wertschätzung an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie in den Arbeitsmarkt der Fachkräfte."

Auch die Gewerkschaft zeigte sich zufrieden: "Mit diesem guten Tarifergebnis haben wir einen ordentlichen Reallohnzuwachs für die Gerüstbauer erzielt. Insgesamt 5,1 Prozent mehr Einkommen in der Tasche kann sich sehen lassen", sagte Carsten Burckhardt, der in der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) für die Bauwirtschaft und die Handwerkspolitik zuständig ist. Der Abschluss demonstriere auch, dass gelebte Sozialpartnerschaft im Handwerk verlässliche Zukunftsperspektiven schaffe.

Einigung bei der Altersversicherung

Beim Tarifabschluss wurde auch eine Einigung bei der Altersversicherung erzielt. Die Arbeitgeberbeiträge wurden dauerhaft für gewerblich Beschäftigte von 0,8 auf 1,2 Prozent des Bruttolohns und für Angestellte von elf auf 20 Euro angehoben.

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