In drei Bundesministerien gibt es keine Fleisch- und Wurstwaren mehr auf offiziellen Veranstaltungen. Das Fleischerhandwerk ist irritiert: Das vegetarische Catering gehe an der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen vorbei.

Catering nur noch mit vegetarischen Gerichten – diese Vorgabe gilt aktuell in drei Bundesministerien. Aktuell wird im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie im Umweltministerium und im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf Fleisch verzichtet – zumindest bei offiziellen Veranstaltungen.
"Bei Veranstaltungen des Landwirtschaftsministeriums soll das Catering grundsätzlich vegetarisch sein und zu 100 Prozent aus Produkten aus ökologischem Anbau bestehen", heißt es bereits Ende Juni in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Ausnahmen gebe es bei größeren Veranstaltungen wie zum Beispiel beim Tag der offenen Tür oder Empfängen im Rahmen der Grünen Woche.
Vegetarische Gerichte würden zusehends beliebter, heißt es beim Ministerium. "Bislang haben wir auf eine vegetarische Bewirtung nur positive Rückmeldungen erhalten", teilte das Landwirtschaftsministerium der Bild-Zeitung mit.
Auch beim Umweltministerium soll das Catering grundsätzlich vegetarisch sein und zu mindestens 20 Prozent aus ökologischem Anbau stammen. Ähnlich Vorgaben gebe es beim Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wie aus der kleinen Anfrage hervorgeht.
Fleischer: Tierische Produkte gehören zu einer gesunden Ernährung
Der Deutsche Fleischer-Verband ist irritiert und besorgt über den Verzicht auf Fleisch und Wurstwaren. "Denn Lebensmittel tierischen Ursprungs sind wichtige Bausteine einer gesunden und ausgewogenen Ernährung", so der Verband. Außerdem gehe diese Vorgabe an der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen vorbei. Auch wenn die Zahl der Vegetarier steigt, verzichten aktuell nur rund zehn Prozent der Deutschen auf Fleisch.
Allerdings, darauf weist der Verband des Fleischerhandwerks hin, sollte man schauen, wo das Fleisch herkommt. "Die Produkte sollen aus der Region kommen, aus guten Tierbeständen stammen und handwerklich verarbeitet sein, dann stimmt beides: Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung", betont der Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands, Herbert Dohrmann. Das Fleischerhandwerk wirbt seit vielen Jahren für eine ausgewogene Ernährung: "Es kommt nicht darauf an, von irgendetwas möglichst viel oder gar nichts zu essen, sondern darauf, dass eine gute Mischung auf dem Teller ist. Aber die Qualität muss stimmen", so Dohrmann.
Die handwerklichen Fleischereien stünden in ganz Deutschland bereit, selbstverständlich auch in Berlin, die entstandene Lücke mit gesunden und nachhaltigen Produkten zu schließen.