Mercedes-Benz Mercedes Citan: Das kann die neue Generation

Der Kompakttransporter von Mercedes-Benz soll sich künftig stärker vom Modell des Kooperationspartners Renault abheben. Welche Konfigurationen möglich sind – und was er kosten soll.

Mercedes-Benz Citan
Vor der Markteinführung wurde der neue Citan nach Angaben von Mercedes-Benz bei Erprobungsfahrten über je zwei Winter und Sommer bei Temperaturen von minus 25 bis plus 40 Grad Celsius ausgiebig getestet. - © Daimler

Der Mercedes-Benz Citan wird erwachsen. Zwar läuft die zweite Generation des Kompakttransporters weiterhin zusammen mit dem Renault Kangoo vom Band, aber diesmal hat Daimler streng darauf geachtet, dass sich der Citan deutlicher vom französischen Original unterscheidet. Außen wird das an der Frontpartie deutlich, im Cockpit am geschwungenen Instrumententräger oder der optional er­­hältlichen MBUX, hinter der sich das daimlerspezifische Multimediasystem verbirgt.

Zum Marktstart wird der Kastenwagen nur mit normalem Radstand angeboten. Er bietet aber trotzdem mit einer Ladelänge von 3,05 m mehr Platz als der Vorgänger. So passen zwei Europaletten hintereinander quer in den Frachtraum. Eine Variante mit langem Radstand sowie ein Mixto folgen später ebenso wie ein Modell mit Elektroantrieb, das Daimler für das zweite Halbjahr 2022 angekündigt hat.

Diesel mit Overpower-Funktion

Zunächst stehen als Antrieb drei Diesel- und zwei Benzinmotoren im Leistungsbereich von 75 bis 131 PS zur Verfügung. Für den kräftigsten Diesel bietet Mercedes eine sogenannte Overpower-Funktion an. Mit ihr kann die Leistung etwa beim Überholen kurzzeitig von 116 auf 121 PS erhöht werden. Neben der Sechs-­Gang-Handschaltung steht in Verbindung mit dem jeweils stärksten Diesel- und Benzinmotor eine Sieben-­Gang-Automatik zur Verfügung.

Um das Beladen in engen Park­lücken zu erleichtern, sind bis zu zwei seitliche Schiebetüren im Angebot, die mit 615 mm in der Breite und einer lichten Höhe von 1.059 mm eine besonders große Öffnung bieten. Anders als Renault beim neuen Kangoo verzichtet Mercedes-Benz aber nicht auf die B-Säule.

Citan: Anhängelast bei 1.500 Kilogramm

Die Ladekante liegt bei 59 mm. Die Flügeltüren im Heck lassen sich asymmetrisch öffnen, eine Heckklappe gibt es auf Wunsch. Serienmäßig kann der neue Citan rund 600 kg Nutzlast schultern, in einer Sonderausstattung lässt sich die maximale Zuladung aber bis auf 782 kg erhöhen. Die Anhängelast liegt bei 1.500 kg. Neben der normalen An­hängerkupplung gibt es optional eine mit tiefer liegendem Kugelkopf. Damit lassen sich im Hängerbetrieb die Türen besser öffnen.

Mercedes-Benz Citan
Mercedes’ neuer Kleintransporter: Leichter Zugang zum Laderaum, aber kein Verzicht auf die B-Säule wie beim Renault Kangoo. - © Daimler

Einstiegspreis unter 20.000 Euro

Zur Sicherheitsausstattung gehören neben ABS und ESP serienmäßig auch eine Berganfahrhilfe, ein Seitenwind-Assistent, ein Müdigkeitswarner sowie das Mercedes-Benz-­Notrufsystem. Der optionale Spurhalte-Assistent arbeitet wie in den Pkw der C- und S-Klasse mit Lenk- statt Bremseingriff. Ebenfalls geordert werden können Brems-, Totwinkel- oder ein Geschwindigkeitslimit-Assistent mit Verkehrsschildererkennung.

Ab dem zweiten Quartal 2022 sollen auch ein Lenk- und ein Ab­­standsassistent verfügbar sein. Ersterer hilft dem Fahrer, in der Spurmitte zu bleiben, Letzterer beherrscht automatisches Fahren im Stau. Ab Mitte September nimmt Mercedes-Benz Bestellungen für den neuen Citan entgegen. Der Einstiegspreis für die Basisversion werde netto voraussichtlich unter 20.000 Euro bleiben, kündigte der Hersteller an. ste