Neue Stadtlieferwagen Renault Kangoo: B-Säule stört nicht beim Beladen

Im Frühjahr 2021 kommt der neue Renault Kangoo in gleich zwei Nutzfahrzeugvarianten – zum bekannten Rapid gesellt sich der Express.

Ulrich Steudel

Die dritte Generation des Renault Kangoo gibt es in zwei Varianten – als Rapid oder als Express. - © Renault

Nachdem Volkswagen mit dem neuen Caddy vorgelegt hat, kündigen nun weitere Hersteller Neuheiten bei ihren Stadtlieferwagen an – allen voran Renault. Der französische Hersteller will im Frühjahr die dritte Generation des Kangoo an den Start bringen.

Erstmals soll es den Kompakttransporter in zwei Modellvarianten ge­­ben. Neben dem bekannten und höherwertig ausgestatteten Kangoo Rapid bietet Renault künftig einen Kangoo Express an. Laut Hersteller richtet sich der Express an Jung­unternehmer mit kleinen Flotten. Es dürfte aber auch für gestandene Handwerker interessant sein, denn viele Inhaber scheuen die Mehrkosten für höherwertig ausgestattete Fahrzeuge, wenn damit ihre Gesellen in wechselnder Besetzung zur Baustelle fahren.

Rapid mit neuem Gesicht

Zu erkennen ist der neue Kangoo an der anders gezeichneten Frontpartie und seiner markanten Schulter. Beides soll sich vom Design des Vorgängermodells abheben. Deutlich verbessert wurde laut Hersteller beim Rapid der Zugang zum Laderaum. So verfüge die dritte Generation mit 1.446 mm über die breiteste seitliche Ladeöffnung aller Stadtlieferwagen im Markt.

Der neue Kangoo Rapid bietet die größte seitliche Ladeöffnung seiner Klasse. - © Renault

Das Know-how liegt im Verzicht auf die B-Säule, wodurch die Öffnung auf der Beifahrerseite doppelt so breit ist beim Vorgänger. Das heißt nicht, dass die komplette seit­liche Tiefe des La­deraums zur Verfügung steht, denn der Fahrer benötigt natürlich auch seinen Platz. Ebenfalls neu ist die Easy Inside Gallery. Hinter der anglophilen Um­schreibung verbirgt sich nichts anderes als die Möglichkeit, langes und sperriges Ladegut unter dem Fahrzeugdach zu transportieren, damit der Boden für weitere Frachtstücke frei bleibt. Ebenfalls neu sind das Multimedia-System namens Easy Link, eine Anhängerstabilitätskontrolle und der Notbremsassistent sowie ein digitaler Innenraumrückspiegel. Dieser er­möglicht auch bei voll verblechter Trennwand zum Laderaum den Blick nach hinten.

Angeboten wird der Kangoo Rapid in zwei Karosserielängen mit einem Ladevolumen von 3,3 bis 4,9 m3. Als Antrieb stehen Diesel- und Benzinmotoren mit manuellem oder automatischem Getriebe zur Verfügung, eine Elektrovariante werde erst später verfügbar sein, so Renault.

Express löst Dacia Dokker ab

Mit dem Kangoo Express möchte Renault die Lücke schließen, die der Dacia Dokker hinterlässt, der bei der Konzerntochter aus dem Programm genommen wurde. Anders als der Kangoo Rapid, der im französischen Maubeuge vom Band läuft, wird der Express im marokkanischen Tanger gebaut.

Das Basismodell der Kangoo-Familie bietet ein Ladevolumen von 3,3 bis 3,7 m3, hinzu kommen Stau- und Ablagefächer im Innenraum mit 48 l Inhalt, so viel wie in keinem anderen vergleichbaren Hochdachkombi. Gegen Aufpreis bietet Renault das gleiche Multimedia-System wie im Rapid an, außerdem Totwinkelwarner, Einparkhilfen vorn und hinten sowie Weitwinkel-Rückspiegel.

Mercedes Citan kommt im zweiten Halbjahr

Mercedes-Benz hat die Neuauflage des Citan, der ja bekanntlich in Kooperation mit Renault beim französischen Partner gebaut wird, für das zweite Halbjahr 2021 angekündigt. Dann soll es auch gleich eine Variante mit Elektroantrieb geben. Wie aus Stuttgart betont wird, soll der neue Citan trotz der Partnerschaft mit Renault "die markentypische DNA" von Mercedes enthalten, was auch immer damit ge­meint ist.

Eines steht jedenfalls schon fest, die Pkw-Variante des Citan wird ab der neuen Generation als T-Klasse vermarktet. Damit bleibt Mercedes- Benz seiner Linie treu, nachdem auch der größere Transporter seit geraumer Zeit als V-Klasse und nicht mehr als Viano firmiert. Im Online-Magazin von Mercedes-Fans sind bereits Fotos vom Erlkönig der künftigen T-Klasse zu finden.

Ford Transit Connect verbessert

Der Ford Transit startet ins neue Modelljahr mit geringerem Verbrauch, mehr Nutzlast und mehr Möglichkeiten bei der Ausstattung. - © Ford

Bereits Ende 2020 hat Ford seinen Stadtlieferwagen verbessert. Erstmals gibt es den Transit Connect als Kastenwagen mit Lkw-Zulassung nun in einer Variante mit knapp einer Tonne Nutzlast.

Der Hersteller reagiert damit nach eigenen Angaben auf Kundenwünsche. Das Modell mit kurzem Radstand und 120 PS starkem Dieselmotor mit Sechs-Gang-Handschaltung kommt auf eine Nutzlast von 982 kg. Das sind 79 kg mehr als beim Vorgänger. Allerdings entfällt die Option einer Beifahrer-Doppelsitzbank.

Außerdem hat Ford die Kraftstoffeffizienz aller Connect-Varianten verbessert, nicht zuletzt dank neuer Reifen mit besonders geringem Rollwiderstand. Das Dieselaggregat des meistverkauften Modells (siehe oben) benötigt nur 4,1 l/100 km, was einem CO2-Ausstoß von 109 g/km entspricht. Kein leichtes Nutzfahrzeug dieser Klasse könne da mithalten, behauptet Ford.

Neben den Ausstattungsversionen Basis, Trend, Sport und Active gibt es den Ford Transit Connect ab sofort auch mit Limited-Ausstattung, die bisher nur in Großbritannien und Irland verfügbar war. Sie ordnet sich in der Mitte ein und bietet unter anderem Sitzheizung, Scheinwerfer-Assistent und Scheibenwischer mit Regensensor. ste