Finanzielle Unterstützung für die Weiterbildung Meister-Bafög: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Wenn von "Aufstiegsförderungsgesetz" die Rede ist, ist das Meister-Bafög gemeint. Es soll Handwerkerinnen und Handwerkern finanzielle Unterstützung während ihrer beruflichen Fortbildung bieten. Hier bekommen Sie Antworten auf die sechs wichtigsten Fragen rund um das Meister-Bafög.

Wer, was, wann und wo: Alle wichtigen Informationen zum Meister-Bafög. - © Foto: FM2/Fotolia

Was ist das Meister-Bafög?

Das Meister-Bafög ist eine finanzielle Unterstützung, die der Staat während der Weiterbildung monatlich zahlt. 30,5 Prozent der Förderung gibt der Staat dabei als Zu schuss, die restlichen 69,5 Prozent bekommen Meister schüler als günstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Kreditkonditionen sind gesetzlich festgelegt.

Wer wird gefördert?

Personen mit abge schlossener Berufsausbildung, die keine Qualifikation besitzen, die der angestrebten Qualifikation mindestens gleichwertig ist, erhalten die Unterstützung. Meister schüler, die bereits einen Uni-Ab schluss besitzen, sind von derzeit noch von der Förderung ausgenommen. Das soll soch nach Plänen der Bundesregierung jedoch ab August 2016 ändern. Eine Novelle des Aufstiegsförderungsgesetzes befindet sich derzeit in parlamentari scher Abstimmung. Dann sollen Meister schüler, die bereits einen Bachelor-Ab schluss haben, vom Meister-Bafög profitieren können.

Beantragen können die staatliche Förderung Deut sche, EU-Bürger und Ausländer mit ständigem Wohnsitz in Deut schland und einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis. Auch Zuwanderer, die drei Jahre rechtmäßig in Deut schland leben und arbeiten haben Anspruch auf die finanzielle Unterstützung. Die Ausbildung wird dabei angerechnet.

Welche Weiterbildungen werden gefördert?

Gefördert wird generell Aufstiegsfortbildung, also Weiterbildungen die über dem Niveau des Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfen- oder Berufsfach schulab schlusses liegen, mit der man einen höheren Berufsab schluss erreicht. Der Staat unterstützt also nicht nur die erste Weiterbildung. Vollzeitfortbildungen dürfen nicht länger als zwei Jahre dauern, Teilzeitfortbildungen nicht länger als vier Jahre. Bei Fortbildungen, die in mehrere unzusammenhängende Blöcke aufgeteilt sind so wie die Meisterkurse, kann man auch für die einzelnen Kursteile finanzielle Unterstützung beantragen.

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Wie hoch ist das Meister-Bafög?

Die Unterstützung ist einkommensunabhängig abgestuft nach der Lebenssituation: So erhalten Alleinstehende ohne Kinder derzeit 697 Euro monatlich (238 Euro Zu schuss, 459 Euro Darlehen) und Verheiratete mit Kindern bis zu 1.332 Euro. Paare mit mehr als zwei Kindern bekommen für jedes weitere Kind einkommensabhängig zusätzlich bis zu 210 Euro. Wer die Ab schlussprüfung besteht, bekommt auf Antrag 25 Prozent des noch nicht fällig gewordenen Darlehens erlassen. Ab 2016 soll das Meister-Bafög nach derzeitigen Plänen der Bundesregierung steigen. Alleinstehende ohne Kinder sollen dann 760 Euro monatlich erhalten.

Die Kosten für das Meisterstück werden derezit bis zur Hälfte beziehungsweise maximal 1.534 Euro übernommen.

Wo und wann beantragt man die Förderung?

In der Regel muss man das Meister-Bafög bei den kommunalen Ämtern für Ausbildungsförderung am ständigen Wohnsitz beantragen. Die Ämter ent scheiden, wie hoch die Förderung ausfallen wird. Der Darlehensvertrag wird mit der KfW-Bank abge schlossen.

Die staatliche Unterstützung sollte man rechtzeitig beantragen. Spätestens am letzten Unterrichtstag muss der Antrag aber dem zuständigen Amt vorliegen.

Wie läuft die Rückzahlung?

Der Kredit ist während des Zeitraums der Fortbildung und nach deren Ab schluss zwei bis maximal sechs Jahre zins- und tilgungsfrei. Danach muss man das Geld innerhalb von 10 Jahren zurückzahlen. Die Raten richten sich nach dem Einkommen, betragen aber mindestens 128 Euro monatlich. Der Zinssatz liegt meist deutlich unter dem marktüblichen Niveau. Wer finanziell gut aufgestellt ist, kann das Darlehen auch vorzeitig in einer Summe zurückzahlen. sch

Quelle: Bundesministerium für Bildung und For schung