Statistik der DGUV Mehr Unfälle in kleinen Betrieben

Eine kleine Unachtsamkeit reicht, damit das Schreckensszenario Arbeitsunfall Realität wird. Aktuelle Zahlen zeigen: In kleinen Betrieben ist das statistisch sehr viel wahrscheinlicher als in großen Unternehmen. Welche Gründe es dafür gibt.

Arbeitsunfall
Betriebe mit zehn bis 49 Mitarbeitern verzeichneten im Jahr 2021 die höchste Rate an meldepflichtigen Unfällen. - © Thanumporn - stock.adobe.com

Ob Beschäftigte im Laufe ihrer Karriere einen Arbeitsunfall erleiden, hängt statistisch gesehen mit der Anzahl ihrer Kollegen zusammen. Dies zeigt eine Erhebung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Betriebe mit zehn bis 49 Mitarbeitern verzeichneten im Jahr 2021 die höchste Rate an meldepflichtigen Unfällen. Die Quote steht bei 29,5 Unfällen pro 1.000 Vollarbeitern. Den niedrigsten Wert verbuchen hingegen Firmen, die mehr als 500 Personen beschäftigen: Der Schnitt liegt hier bei 17,7 Unfällen.

Kleinstbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten wiesen eine Quote von 21,5 auf. Allerdings haben Mitarbeiter dort laut der Ergebnisse das höchste Risiko, nach einem Unfall von einer Rente leben zu müssen. Dies deutet laut den Verfassern auf schwere Verläufe hin.

Büroarbeit und effizienterer Arbeitsschutz

"Die Gründe dafür, warum in Kleinen und Mittleren Unternehmen die Arbeitsunfallquoten höher sind als in Großunternehmen sind vielfältig", sagt Präventionsexperte Heinz Schmid von der DGUV. "Zum einen liegt es sicher an der unterschiedlichen Branchenverteilung. Zu den Großen zählen auch viele Verwaltungen und Betriebe mit vielen Büroarbeitsplätzen. Dort ist das Unfallrisiko niedriger als im produzierenden Gewerbe." Zudem würden größere Betriebe oft über Arbeitsschutzmanagementsysteme verfügen, während Kleine und Mittlere Unternehmen den Arbeitsschutz nicht auf vielen Schultern verteilen könnten. Hier müssten Einzelne aktiv werden.

Ein Raumausstatter macht's vor

Wie Handwerker mit eigenen Initiativen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit punkten können, zeigt das Beispiel von Raumausstatter Harald Gerjets aus Aurich. Er hat den Arbeitsschutz zur Chefsache gemacht und entwickelte eine neue Transport- und Montagehilfe für seine Markisen. Das System ermöglicht nun auch weniger kräftigen Mitarbeitenden ohne Gesundheitsgefahr zu arbeiten. Eine Investition in die Zukunft, die 2021 mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis ausgezeichnet wurde. DGUV/aul