Die Deutschen arbeiten wieder länger: Im vergangenen Jahr verbrachten sie im Schnitt sieben Stunden mehr im Büro oder in der Werkshalle als 2010. Ein Grund ist der Rückgang der Kurzarbeit.

Die Arbeitnehmer in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel wie vor der Krise gearbeitet. 2011 verbrachten sie im Durchschnitt sieben Stunden mehr im Büro oder in der Werkshalle als 2010. Damit wurde das Vorkrisenniveau nahezu erreicht.
Vor allem durch den Rückgang der Kurzarbeit, längere Arbeitszeiten, mehr Überstunden und den Aufbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten sei die durchschnittliche Jahresarbeitszeit um 0,5 Prozent auf 1.330 Stunden gestiegen, teilte das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit.
2008 lag die durchschnittliche Stundenzahl bei 1.339. Gezählt wurden alle Arbeitsstunden von Voll- und Teilzeitbeschäftigten, inklusive Nebenjobs. Demnach wuchsen die Arbeitszeitkonten 2011 je Arbeitnehmer im Durchschnitt um 3,6 Stunden, die Beschäftigten leisteten auch knapp zwei Stunden mehr bezahlte Überstunden.
350.000 Kurzarbeiter weniger
Gleichzeitig nahm die Zahl der Kurzarbeiter laut IAB von etwa 500.000 auf rund 150.000 ab. Sie arbeiteten im Schnitt 40 Prozent weniger als normal.
Unverändert blieb die normale Wochenarbeitszeit, die für Vollbeschäftigte im Durchschnitt 38,07 Stunden betrug. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich um 0,7 Prozent oder 100.000, die der Vollzeitbeschäftigten um 1,7 Prozent oder 400.000. Damit sank die Teilzeitquote laut IAB um 0,2 Punkte auf 34,5 Prozent. dapd