Zahl der Einbürgerungen steigt Mehr Griechen wollen Deutsche werden

Die Zahl der Einbürgerungen stieg im vergangenen Jahr das vierte Mal in Folge. Und auch innerhalb der EU wird die deutsche Staatsbürgerschaft wieder beliebter – vor allem bei Griechen und Italienern.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Einbürgerungen zum vierten Mal in Folge. - © Foto: UbjsP - Fotolia

Die deut sche Staatsbürger schaft wird begehrter: 2012 bekamen 112.348 Ausländer einen deut schen Pass. Dass sind 5.400 oder 5,1 Prozent mehr als 2011. Damit stieg die Zahl der Einbürgerungen in Deut schland das vierte Jahr in Folge.

Wie in den Vorjahren sind unter den neuen deut schen Staatsbürgern vor allem Türken (33.200). Auf Platz zwei der Einbürgerungen befinden sich Personen aus Serbien, Montenegro und Kosovo (6.085), gefolgt von Polen (4.496). Auch in den vergangenen Jahren kamen die meisten Eingebürgerten aus diesen Ländern, jedoch mit wechselnder Reihenfolge.

Zahl der Einbürgerungen aus Afrika sinkt

Neu ist, dass 2012 auch vermehrt Bürger aus Mitgliedsländern der EU die deut sche Staatsbürger schaft beantragt haben (plus 19,1 Prozent). Besonders stark stieg die Zahl an Griechen, die einen deut schen Pass bekamen (plus 82 Prozent) und nun auf Platz vier der am häufigsten eingebürgerten Staatsangehörigen liegen. Auch Italiener ent schieden sich 2012 vermehrt für eine Einbürgerung (plus 29 Prozent).

Ebenfalls gewachsen ist der Anteil an Eingebürgerten aus Kandidatenländern der Europäi schen Union (plus 15 Prozent). Dagegen ist die Zahl der Einbürgerungen von Ausländern aus Afrika, Amerika, Asien und Australien im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen (minus 5,2 Prozent).

Entwicklung der vergangenen Jahre setzt sich fort

Vor allem in Baden-Württemberg bekamen 2012 mehr Ausländer einen deut schen Pass als noch im Vorjahr (15,2 Prozent), gefolgt von Hessen (12,8 Prozent), Nordrhein-Westfalen (3,2 Prozent) und Bayern (5,7 Prozent). Zurückgegangen sind die Einbürgerungen hingegen in Berlin (minus 8,1 Prozent) und Brandenburg (minus 40,8 Prozent).

Die deut sche Staatsbürger schaft beantragen können Ausländer, die seit zehn Jahren in Deut schland leben. Doch nur 2,4 Prozent derer, die alle Voraussetzungen dafür erfüllen, wurden im vergangenen Jahr eingebürgert. Bürger aus den EU-Mitgliedstaaten sind dabei traditionell unterrepräsentiert – ihnen bringt die deut sche Staatsbürger schaft weniger Vorteile.

Mit dem Anstieg an Einbürgerungen setzte sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Seit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 war die Zahl der Einbürgerungen zunächst zurückgegangen – von 186 700 im Jahr 2000 auf 94 500 im Jahr 2008. Seither steigen die Zahlen wieder kontinuierlich an. sch