Creditreform: Zahlen zum ersten Halbjahr 2013 Mehr Firmen gehen pleite

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sind nach Auskunft der Wirtschaftsauskunftei Creditreform im ersten Halbjahr 2013 ins wirtschaftliche Abseits geraten. Die Firmenpleiten nehmen wieder zu und gefährden Arbeitsplätze.

"Wir haben geschlossen": Viele kleine und mittlere Unternehmen mussten im ersten Halbjahr Insolvenz anmelden. - © Foto: Jürgen Fälchle/Fotolia

Insolvenzhochburg unter den Bundesländern bleibt Nordrhein-Westfalen mit 172 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen. Doch die Zahl stieg in den vergangenen sechs Monaten nicht nur hier an. Sie hat im ersten Halbjahr in ganz Deutschland im Schnitt um 3,4 Prozent zugenommen und ist insgesamt auf 15.430 Firmenpleiten gestiegen.

Die niedrigste Quote weist dagegen Baden-Württemberg auf mit 53 Insolvenzen. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 96. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen seien ins wirtschaftliche Abseits geraten, berichtete die Wirtschaftsauskunftei Creditreform .

Viele Jobs bedroht

Spektakuläre Pleiten von Großunternehmen hat es in diesem Jahr dagegen bislang nicht gegeben. Für das Gesamtjahr 2013 rechnet Creditreform mit einem leichten Anstieg der Firmeninsolvenzen gegenüber dem Vorjahr auf 30.000 bis 31.000.

Durch die Insolvenz ihres Arbeitgebers waren die Jobs von insgesamt 148.000 Beschäftigten bedroht. Mit einem tatsächlichen Verlust des Arbeitsplatzes müssten vor allem Mitarbeiter in kleineren Unternehmen rechnen, während in größeren Betrieben häufig Lösungen zum Erhalt der Stellen gefunden werden könnten, so ein Creditreform-Sprecher.

Weniger Verbraucherinsolvenzen

Private Verbraucherinsolvenzen gingen dagegen im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf 47.930 zurück. Dabei handele es sich jedoch nur um die Spitze eines Eisbergs, hieß es. Tatsächlich sei damit zu rechnen, dass mehr als sechs Millionen Erwachsene in Deutschland überschuldet seien.

Den durch Insolvenzen entstandenen volkswirtschaftlichen Schaden bezifferte Creditreform für das erste Halbjahr auf 16,5 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr wird mit rund 33 Milliarden Euro gerechnet. dhz/dpa