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Fernreiseziel Mauritius im Indischen Ozean Mauritius: Ferien wie im Paradies

Mauritius hat mehr zu bieten als weißen Sand und blaues Meer. Trotz einer bewegten Kolonialvergangenheit leben unterschiedliche Kulturen auf der Insel im Indischen Ozean friedlich zusammen.

Wie Integration funktionieren kann, zeigt das Beispiel Mauritius. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Viele tausend Jahre lebten dort keine Menschen, es gibt also keine Ureinwohner. Obwohl zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein Portugiese das Eiland im Indischen Ozean entdeckte, wurde es erst im folgenden Jahrhundert von den Niederländern besiedelt.

"Wir sind alle Einwanderer", sagt Reiseleiterin Désirée. Ein Großteil der Mauritianer hat wie sie indische Wurzeln, viele auch kreolische. Das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen von Indern, Afrikanern, Tamilen, Chinesen bis hin zu Europäern funktioniert. Auf Mauritius leben Hindus, Christen und Moslems friedlich zusammen. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist hinduistischen Glaubens. Mischehen sind keine Seltenheit. Eine Moschee in unmittelbarer Nähe zu einem hinduistischen Tempel ist daher wohl nur für europäische Augen ungewöhnlich.

Wirtschaftsfaktor Zuckerrohr

Die vielen unterschiedlichen Religionen auf der Insel sowie die Vielfalt der Natur repräsentiert die vierfarbige Nationalflagge: Rot steht für Hindus und den Feuerflammenbaum, Blau für Christen sowie das Meer und den Himmel, Gelb für Tamilen, den Sand und die Sonne, Grün schließlich für Moslems und das Zuckerrohr, erklärt Désirée.

Der Anbau von Zuckerrohr war viele Jahre der wichtigste Wirtschaftsfaktor von Mauritius, bevor es der Tourismus wurde. Auf bis zu 90 Prozent der Nutzfläche wurde einmal Zuckerrohr angebaut. Heute sind es noch etwa 40 Prozent. Das Museum "L‘Aventure du ­Sucre" zeigt die Geschichte und die Bedeutung des Rohstoffs für die Insel. Das Museum befindet sich in einer ehemaligen Zuckerfabrik.

Traumreiseziel Mauritius

Auf einem Zuckerrohrfeld zeigt Jean-Alain, wie die Pflanze geerntet wird. Der 48-Jährige hat selbst jahrelang auf Zuckerrohrfeldern gearbeitet. Heute zeigt er Besuchern des Museums, mit wie viel Körpereinsatz die harten Halme mit den scharfkantigen Blättern geerntet werden. Er lässt sie frisch geschnittenes und geschältes Zuckerrohr probieren. Wenn man es kaut, ist es faserig und süßlich. Schnell wird es aber geschmacklos und zäh wie ein alter Kaugummi. "Wenn es nicht mehr süß schmeckt, den Rest einfach ausspucken", sagt Jean-Alain. Der gepresste Saft der Halme wird zu Zucker oder Rum weiterverarbeitet.

Kulturlandschaft als Unesco-Welterbe

Den Zucker gibt es in verschiedenen Körnungen. Dunkelbraun, bernsteinfarben, goldbraun oder sandfarbig eignet er sich für verschiedene Zwecke: Ein körniger, brauner Rohrzucker kommt in den Kaffee, die tiefbraune Melasse soll in heißem Wasser aufgelöst gegen Husten helfen.

Charakteristisch für den Südwesten der Insel ist der Berg Le Morne Brabant. Seit dem Jahr 2008 ist die Landschaft rund um Le Morne als Weltkulturerbe der Unesco anerkannt. Der fast quadratische, grün bewachsene Felsblock erhebt sich 556 Meter am türkisblauen Meer. An seinem Fuß die weitläufigen weißen Sandstrände, wie man sie hier am Indischen Ozean erwartet. Die Bucht von Le Morne ist ein beliebter und bekannter Treffpunkt für Kitesurfer.

Berühmte Briefmarke

Ein Erbe der britischen Kolonialzeit auf Mauritius ist der Linksverkehr. Ein anderes Englisch als Amtssprache neben Französisch, "aber wir schimpfen auf Kreolisch", erzählt Reiseleiterin Désirée lächelnd.

In der Hauptstadt Port Louis ist die englische Königin Victoria verewigt: auf der bekanntesten Briefmarke der Welt, der blauen Mauritius. Ein ungestempeltes Original ist im Blue Penny Museum zu besichtigen. Neben der blauen Mauritius, die im Englischen "Blue Penny" heißt, ist auch eine ungebrauchte rote Mauritius ("Red Penny") ausgestellt. Es werden mit die letzten Sehenswürdigkeiten aus der britischen Kolonialzeit bleiben. Mauritius feiert in zwei Jahren das 50. Jahr seiner Unabhängigkeit.

Reiseinformationen

Landkarte Mauritius

Anreise: Von deutschen Flughäfen z.B. mit Emirates (mit Stopp in Dubai).

Klima: Subtropisch, heißeste Jahreszeit im europäischen Winter.

Währung: Mauritius-Rupie

Impfschutz: Bei direkter Einreise aus Deutschland sind laut Auswärtigem Amt keine Impfungen notwendig.

Buchung: z.B. über www.tui.com

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