Kurz mal etwas überbrücken, den Schalter feststecken, eine Haube abnehmen: Manipulationen an Maschinen sind gang und gäbe, rund ein Drittel aller Maschinen dürften verändert sein. Die Folgen sind gravierend. Jedes Jahr verunglücken tausende Menschen, weil die Schutzvorrichtungen der Maschinen nicht mehr arbeiten.

Wenn ein Mitarbeiter, der Chef selbst oder auch die Person, die die Maschine warten soll, am Gerät etwas verändert, so hat das aus Sicht des Manipulierenden meist einen guten Grund.
Die Maschine wird beispielsweise gewartet und der Elektriker will sehen, ob alles wieder läuft. Die Haube behindert die Sicht. Oder aber, die Schutzvorrichtung behindert die Arbeit. Oft provoziert die Konstruktion der Maschine selbst die spätere Veränderung.
Manipulationen schwer zu beziffern
Diese Manipulationen sind schwer zu belegen, die einzigen Zahlen stammen aus dem Jahr 2006. Damals war ein Drittel aller Schutzeinrichtungen verändert (Report "Manipulation von Schutzeinrichtungen an Maschinen“ der gewerblichen Berufsgenossenschaften).
Die Sektion Maschinen- und Systemsicherheit der Internationalen Vereinigung für soziale Sicherheit (IVSS) hat deswegen alle Informationen zum Thema zusammengestellt, aufbereitet für Hersteller, Händler und Betreiber von Maschinen.
Handwerker können hier nachlesen, wie sie Manipulationen in ihrem Betrieb erkennen und beseitigen. Eine Ursachenanalyse hilft, künftige Manipulationen zu vermeiden und nicht zuletzt gibt es eine Checkliste für den Maschinenkauf, um nur solche Maschinen zu kaufen, die keinen Manipulationsanreiz bieten. dhz
Mehr Informationen unter www.stop-manipulation.org