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Last-Minute-Steuerstrategien Die 20 besten Tipps für die private Steuererklärung

Kurz vor dem Jahreswechsel gibt es noch Steuervorteile für die private Steuererklärung. Bei den Last-Minute-Steuerstrategien geht es um Kniffe und Tricks zum Steuernsparen im privaten Bereich bis zum 31. Dezember 2018.

1. Steuerfreien Zuschuss ab 2019 sichern

Kurz vor dem Jahresende ist der beste Zeitpunkt, eine Gehaltsanpassung ab 1. Januar 2019 anzusprechen. Zahlt Ihr Chef Ihnen das Jobticket, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu pendeln, ist dieser Zuschuss ab nächstem Jahr steuer- und abgabenfrei (§ 3 Nr. 15 EStG 2018).

2. Der Klassiker:Das Ja-Wort noch in 2018

Wie jedes Jahr, darf der Klassiker "standesamtliche Hochzeit" bis 31. Dezember 2018 nicht fehlen. Denn wer sich kurz vor Jahreswechsel das Ja-Wort gibt, profitiert für 2018 von der Zusammenveranlagung für Ehegatten. Erzielt ein Ehegatte rund 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens, winkt eine Steuererstattung.

3. Verlustbescheinigung bis 15. Dezember besorgen

Haben Sie 2018 mit Kapitalanlagen Verluste erlitten, können Sie diese nur mit Gewinnen aus Kapitalanlagen bei einer anderen Bank im Rahmen der Steuererklärung steuersparend verrechnen, wenn Sie bei der Bank mit den Verlusten bis spätestens 15. Dezember 2018 eine Verlustbescheinigung beantragen.

4. Clever noch in diesem Jahr einkaufen

Kaufen Sie Arbeitsmittel wie PC, Laptop, Handy, Schreibtisch & Co, die mit Ihrer Tätigkeit als Arbeitnehmer, Unternehmer, oder als Vermieter zusammenhängen, dürfen Sie diese Kosten steuerlich geltend machen. Am besten fahren Sie, wenn Sie darauf achten, dass der Kaufpreis je Arbeitsmittel netto nicht mehr als 800 Euro beträgt. Denn in diesem Fall dürfen die Kosten im Jahr 2018 in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden.

5. Einzahlung in Rürup-Vertrag

Haben Sie Geld auf der hohen Kante, das Sie in einen Rürup-Rentenvertrag einbezahlen möchten, können Sie von den Beitragszahlungen im Jahr 2018 86 Prozent als Sonderausgaben abziehen. Doch aufgepasst: Der Sonderausgabenabzug ist auf 20.392 Euro/40.784 Euro (ledig/Zusammenveranlagung) begrenzt.

6. Sonderausgabenabzug für Kind

Bekommen Sie für ein Kind noch Kindergeld und das Kind gibt keine eigene Steuererklärung für 2018 ab, können Sie für die Beitragszahlungen des Kindes zur Basiskranken- und Pflegeversicherung in Ihrer Steuererklärung 2018 einen Sonderausgabenabzug geltend machen. Doch Vorsicht: Der Bundesfinanzhof hat kürzlich klargestellt, dass das nur klappt, wenn Sie dem Kind die Beitragszahlungen erstatten. Also bis Ende 2018 in Höhe der Beitragszahlung eine Überweisung an das Kind tätigen.

7. Lohnsteuerfreibetrag: Stichtag 30. November

Sind Sie Arbeitnehmer, müssen Sie mit der Steuererstattung nicht warten, bis das Finanzamt Ihnen den Steuerbescheid 2018 zuschickt. Sie können sämtliche steuersparenden Ausgaben bereits im Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2018 mitteilen. Der Clou: Das Finanzamt ermittelt einen Freibetrag 2018, den Arbeitgeber bei Ermittlung der Lohnsteuer für das Dezembergehalt berücksichtigt und somit weniger oder bestenfalls gar keine Steuern einbehält. Wichtige Voraussetzung: Der Lohnsteuerermäßigungsantrag 2018 muss bis spätestens 30. November 2018 beim Finanzamt gestellt werden.

8. Vorsicht bei freiwilliger Steuererklärung

Für die Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung haben Sie vier Jahre Zeit. Bis zum 31. Dezember 2018 müssen Sie spätestens die freiwillige Steuererklärung für das 2014 einreichen. Geht die Erklärung einen Tag später ein, wird sie nicht mehr bearbeitet. Doch Vorsicht: Schicken Sie die Erklärung 2014 am 31. Dezember 2018 elektronisch per ELSTER ans Finanzamt und müssen dazu die komprimierte Erklärung unterschreiben und abgeben, muss das alles bis zum 31. Dezember 2018 erfolgen.

9. Steueranrechnung – Ratenzahlung

Haben Sie selbst die Handwerker im Haus, sollten Sie beachten, dass Sie in Ihrer Steuererklärung 2018 für die Arbeitsleistung eine Steueranrechnung in Höhe von 20 Prozent, maximal 1.200 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen dürfen. Bei Arbeitskosten von mehr als 6.000 Euro lohnt sich eine Ratenzahlung. Konkret: Arbeitsleistung 10.000 Euro, Rechnung wird fällig am 3. Januar 2019. Bei Zahlung in 2019 steht Ihnen ein maximaler Anrechnungsbetrag von 1.200 Euro zu. Zahlen Sie allerdings bereits 2018 die ersten 4.000 Euro und die restlichen 6.000 Euro im Januar, erhöht sich die Anrechnung um 800 Euro im Jahr 2018.

10. Außergewöhnliche Belastung

Haben Sie in den vergangenen Jahren in Ihrer Steuererklärung selbstgetragene Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht, sind Sie wegen der zumutbaren Belastung vielleicht steuerlich leer ausgegangen. Doch Sie sollten 2018 einen neuen Versuch starten. Denn das Finanzamt ermittelt die zumutbare Belastung bei Ermittlung der steuerlich abziehbaren außergewöhnlichen Belastung aufgrund eines BFH-Urteils nach vorteilhafteren Rechenregeln.

11. Sparen mit geplanter Photovoltaikanlage

Planen Sie in den Jahren 2019 bis 2021 den Kauf einer Photovoltaikanlage für Ihr Eigenheim und soll der erzeugte Strom gegen Vergütung ins Netz eines Stromanbieters eingespeist werden, sind Sie in den Augen des Finanzamts ein Unternehmer. Und damit steht Ihnen 2018 der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG zu. Sie können in Höhe von 40 Prozent des voraussichtlichen Nettokaufpreises Betriebsausgaben geltend machen und mit anderen Einkünften steuersparend verrechnen. Tipp: Damit das Finanzamt mitspielt, sollten 2018 bereits erste Kosten entstanden sein, die die Kaufabsicht belegen (etwa Honorar für Architekt zur Planung oder Anzahlung).

12. Trennung vom Ehegatten – Tipp 1

Steht Ihre Ehe vor dem Aus, sollten Sie steuerlich pragmatisch denken und frühestens am 2. Januar 2019 einen Schlussstrich ziehen und gegebenenfalls ausziehen. Denn leben Sie im Jahr 2019 nur einen Tag nicht dauernd getrennt, winkt auch noch für 2019 die steuerlich günstige Zusammenveranlagung.

13. Trennung vom Ehegatten – Tipp 2

Lebten Sie bereits zum 1. Januar 2018 von Ihrem Ehepartner getrennt, scheidet für 2018 die günstige Zusammenveranlagung aus. Doch ein Versöhnungsversuch kann die Ehegattenbesteuerung nach dem Splittingtarif retten. Der Versuch muss so aussehen: Mindestens einen Monat im Jahr 2018 zusammenziehen. Bestätigt durch einen Scheidungsanwalt als Zeuge.

14. Ausstandsfeier clever planen

Gehen Sie als Arbeitnehmer zum 1. Januar 2019 in Ruhestand und geben eine Ausstandsfeier für Ihre Kollegen, können Sie die Kosten dafür unter Umständen als steuersparende Werbungskosten geltend machen. Voraussetzung: Die Feier findet während der Arbeitszeit in betrieblichen Räumen des Arbeitgebers statt, es werden nachweislich nur Kollegen eingeladen und keine Familienmitglieder oder Freunde und die Kosten sind nicht ungewöhnlich hoch.

15. Riester-Zulagen sichern

Haben Sie Ihrer Versicherungsgesellschaft keine Vollmacht gegeben, Ihre Riester-Zulagen für Sie abzurufen, müssen Sie selbst aktiv werden. Die Zulagen (Grundzulage 154 Euro und die Kinderzulage 185 Euro beziehungsweise 300 Euro bei Geburt ab 2008) können allerdings nur zwei Jahre lang abgerufen werden. Falls noch nicht geschehen, sind die Riester-Zulagen für 2016 spätestens bis 31. Dezember 2018 zu beantragen.

16. Herabsetzung vonVorauszahlungen

Müssen Sie Einkommensteuervorauszahlungen ans Finanzamt leisten und Ihr zu versteuerndes Einkommen 2018 ist deutlich niedriger als das Einkommen im Vorjahr, können Sie einen Herabsetzungsantrag beim Finanzamt stellen. Damit das Finanzamt reagieren kann, müssen Sie den Herabsetzungsantrag frühzeitig vor dem 10. Dezember 2018 (= Fälligkeit für 4. Vorauszahlung 2018) stellen und nachweisen, wie hoch Ihr zu versteuerndes Einkommen 2018 voraussichtlich ausfallen wird.

17. Ausgaben vor Ruhestand

Im Steuerrecht gilt bei Überschusseinkünften (zum Beispiel Arbeitslohn) das Zu- und Abflussprinzip. Benötigen Sie 2018 aus beruflichen Gründen also einen neuen Laptop, obwohl Sie Mitte 2019 in Ruhestand gehen, können Sie solche Ausgaben im Jahr 2018 noch als steuersparende Werbungskosten geltend machen.

18. Null-Euro-Freistellungsauftrag

Sie und Ihr Ehepartner haben bei derselben Bank verschiedene Depots. Hat einer von Ihnen 2018 Verluste und der andere Gewinn erzielt, müssen Sie zur steuersparenden Verrechnung dieser Verlust e in der Steuererklärung eigentlich bis zum 15. Dezember 2018 eine Verlustbescheinigung bei der Bank beantragen. Doch es geht effektiver: Geben Sie mit Ihrem Ehepartner bis 31. Dezember 2018 einen gemeinsamen Null-Euro-Freistellungsauftrag bei der Bank ab. Dann führt die Bank die Verlustverrechnung durch.

19. Belegschaftsrabatt vereinbaren

Jeder Arbeitgeber darf seinen Mitarbeitern einen Belegschaftsrabatt in Höhe von 1.080 Euro pro Jahr einräumen. Der Rabatt gilt für Ware, die der Arbeitgeber an seine Kunden verkauft. Erlaubt Ihr Arbeitgeber Ihnen im Dezember Fleisch im Wert von 500 Euro ohne Bezahlung mitzunehmen, fallen für diesen Vorteil weder Steuern noch Sozialabgaben an.

20. Unterhaltsleistungen – Zahlungszeitraum

Leisten Sie an Ihr Kind, für das Sie kein Kindergeld mehr bekommen, Unterhaltsleistungen, dürfen Sie 2018 bis zu 9.000 Euro als außergewöhnliche Belastung abziehen. Doch aufgepasst: Überweisen Sie dem Kind das Geld für 2019 bereits im Dezember 2018, ist der Abzug im Jahr 2019 wegen des Abflussprinzips des § 11 Abs. 2 EStG ausgeschlossen. Also für 2019 erst im Januar überweisen.

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