Elektromobilität Ladenetz für E-Autos: Neues Förderprogramm für KMU am Start

Um die Elektromobilität in Deutschland anzukurbeln, sollen bundesweit 1.000 neue Schnellladestandorte mit mehreren Ladepunkten entstehen. Das neue Ausschreibungsprogramm "Deutschlandnetz", das im September startet, richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen. Auch eine Obergrenze für Preise an den Ladesäulen ist vorgesehen.

Hinweis für eine elektrische Ladestation auf dem Boden
Hinweis auf eine Schnellladesäule: Damit künftig mehr Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind, fördert der Bund 1.000 neue Schnellladestandorte. - © Michael Marais/unsplash.com

Am 16. August gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Startschuss für ein neue Ausschreibungsprogramm, das im September beginnen soll. Das ausgeschriebene Schnellladesystem – auch "Deutschlandnetz" genannt – solle zum "Game Changer" für mehr Elektroautos auf deutschen Straßen werden, erklärte der Minister. "Die nächste Schnellladesäule muss in zehn Minuten erreichbar sein", gab Scheuer als Ziel an.

Der Bund fördert das Programm mit rund zwei Milliarden Euro. Die Koordination übernimmt die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur.

Deutschlandnetz: Laden nicht teurer als 44 Cent/kWh

Die geplanten Schnellladepunkte sollen das Fahren mit dem Elektroauto alltagstauglicher machen. Mit einer Mindesleistungsfähigkeit von 200 Kilowatt sollen sie das Aufladen von Strom für mehrere hundert Kilometer ermöglichen.

Pro Ladepunkt wird eine Preisobergrenze von 44 Cent pro Kilowattstunde festgelegt. Das Fahren mit dem Elektroauto werde so nicht teurer als mit dem Benzin- oder Dieselfahrzeug, erklärte Scheuer. Ein Dieselpreis von 1,35 Euro entspreche einem Preis von 45 Cent pro Kilowattstunde für den Strom am Ladepunkt.

Das sind die ersten Voraussetzungen für die Förderung

Die Ausschreibung, die am 15. September startet, richtet sich an regionale Betreiberfirmen und kleine und mittelständische Unternehmen.

Die Errichtung und der Betrieb des Deutschlandnetzes werden im Rahmen von zwei getrennten Ausschreibungen vergeben: Regionallose und bundesweiten Lose an Autobahnen. Die Bieter müssen innerhalb von 900 sogenannten Suchräumen, also möglichen Gebieten für Ladepunkte, potenzielle Standorte einreichen. Über eine weitere Ausschreibung sollen rund 200 Ladestandorte auf Parkplätzen von Bundesautobahnen entstehen.

Auf einer interaktiven Karte können die Betrieber die 900 Suchräume für die künftigen Standorte des Deutschlandnetzes bereits einsehen. Hier geht es zu den Standorten des Deutschlandnetzes.

Der Konzern Eon kündigte bereits an, sich an verschiedenen Projekten beteiligen zu wollen. Zugleich forderte Eon zusätzliche öffentliche Investitionen ins Ladenetz und eine schnelle Umsetzung der geplanten Maßnahmen.

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, betonte die Bedeutung eines flächendeckenden Schnellladenetzes für den Ausbau der Elektromobilität. Das neue Ausschreibungsprogramm setze "die richtigen Ziele und Vorgaben", sagte Müller am Montag. dpa