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Staatliche Förderung sichert Arbeitsausfälle ab Kurzarbeitergeld im Handwerk: Das sollten Sie wissen

Wenn die Auftragsbücher leerer werden, wird Kurzarbeit zum Thema. Bereits einige Unternehmen planen diese in den nächten Monaten. Um nicht sofort Mitarbeiter entlassen zu müssen, gibt es das Kurzarbeitergeld. Doch wer bekommt es wann? Wie hoch ist es und wer zahlt es aus? Die wichtigsten Informationen im Überblick.

Die Wirtschaftskraft lässt nach und die Zahl der Aufträge sinkt. Kurzarbeit wird wieder zum Thema – zumindest in einigen Branchen. Nach einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts fahren derzeit bereits 3,8 Prozent der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe Kurzarbeit. In den kommenden drei Monaten erwarten 8,5 Prozent, dass Kurzarbeit nötig wird. Vor einem Jahr waren es noch 2,6 Prozent. Die Diskussion um staatliche Hilfen beginnt, die greifen, wenn es denn zu einer weiteren konjunkturellen Abschwächung kommen sollte.

Wird Kurzarbeit im Betrieb nötig, bekommen Arbeitgeber von der örtlichen Arbeitsagentur unter bestimmen Voraussetzungen Kurzarbeitergeld (KUG). Grundsätzlich kann jeder Betrieb diese staatliche Förderung beantragen und damit wirtschaftliche Engpässe überbrücken, ohne Mitarbeiter zu entlassen. Neben dem klassischen Kurzarbeitergeld gibt es noch weitere branchenbezogene Hilfen wie etwa das Saison-Kurzarbeitergeld für die Baubranche in der Schlechtwetterzeit.>>>

Kurzarbeitergeld plus oder Transformations-Kurzarbeitergeld?

Derzeit diskutieren die Sozialpartner außerdem bereits zusätzliche Maßnahmen, damit Unternehmen in wirtschaftlich sehr schwierigen Zeiten – ähnlich der Wirtschaftskrise 2009 bis 2012 – das sogenannte Kurzarbeitergeld plus wieder zur Verfügung gestellt werden kann. So setzt sich die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) für eine entsprechende Gesetzesänderung ein, die es dem Bundesarbeitsminister erlaube, die Krisenvariante des Kurzarbeitergeldes schnell wieder einführen zu können. Die Gewerkschaften haben dagegen ein sogenanntes Transformations-Kurzarbeitergeld vorgeschlagen. Was beim Thema Kurzarbeitergeld aktuell in der Debatte steht, lesen Sie hier.>>>

Statt um eine neue Wirtschaftskrise geht es aktuell allerdings erst einmal nur um eine Abkühlung der Konjunktur und wenn Betriebe dadurch in Schwierigkeiten geraten, können sie das klassische Kurzarbeitergeld – das sogenannte konjunkturelle Kurzarbeitergeld – beantragen. Doch unter welchen Voraussetzungen bekommen sie es? Wie hoch ist es? Und wie lange kann es aushelfen?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Kurzarbeitergeld im Überblick

Wer bekommt Kurzarbeitergeld?

Da das Kurzarbeitergeld bereits ab einer Betriebsgröße von einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer ausgezahlt wird, ist es nicht nur für große Industrieunternehmen, sondern auch für kleine und mittelständige Handwerksbetriebe interessant. Beantragen kann es also jeder Arbeitgeber, wenn aus bestimmten Gründen die betriebsübliche Arbeitszeit vorübergehend gekürzt werden muss. Das Kurzarbeitergeld soll einen Verdienstausfall wegen der kürzeren Arbeitszeit teilweise ausgleichen.

Kurzarbeitergeld kann auch nur für eine Abteilung eines Unternehmens beantragt werden – etwa die Produktion eines Betriebs, während diejenigen im Büro normal weiterarbeiten.

Wann kann ein Unternehmer Kurzarbeitergeld beantragen?

Kurzarbeitergeld können Arbeitgeber beantragen, wenn ein Arbeitsausfall eintritt  und dadurch ein erheblicher Entgeltausfall im Betrieb. Ein Betrieb muss allerdings nachweisen, dass er weniger Aufträge bekommt und nicht nur finanzielle Verluste vorliegen, weil Auftraggeber beispielsweise weniger bezahlen. Zur Kurzarbeit, die entsprechend gefördert wird, können Arbeitgeber dann übergehen, wenn es entweder wirtschaftliche Gründe gibt oder auch im Fall eines sogenannten unabwendbaren Ereignisses – etwa einem Brand im Betrieb oder einem Unwetterschaden.

Eine wichtige Voraussetzung ist zudem die Unvermeidbarkeit der Kurzarbeit: Arbeitgeber müssen zuvor alle zumutbaren Alternativen Maßnahmen in Betracht ziehen wie das Umsetzen von Mitarbeitern in andere Positionen oder den Abbau Überstunden auf Arbeitszeitkonten bzw. der Gewährung von Urlaub.

Des Weiteren muss der Arbeitsausfall, der mit dem Kurzarbeitergeld überbrückt werden soll, eindeutig vorübergehend sein. Arbeitgeber, die wegen fehlender Aufträge Stellen abbauen, können dafür kein Kurzarbeitergeld für die Mitarbeiter bekommen.

Als Mindestanforderung gibt die Bundesagentur für Arbeit vor, dass von dem Arbeitsausfall  mindestens ein Drittel der Beschäftigten betroffen ist und die Beschäftigten einen Gehaltsausfall von mindestens zehn Prozent haben. Dabei werden Geringverdiener mitgezählt, Azubis allerdings nicht.

Grundsätzlich müssen die Mitarbeiter eines Betriebs der Kurzarbeit zustimmen – entweder einzeln oder über eine Vereinbarung über den Betriebsrat. Dabei sollten Arbeitgeber gegebenenfalls tarifliche Ansprüche wie Ankündigungsfristen beachten.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Für die Förderhöhe des Kurzarbeitergelds ist der entfallene Lohn entscheidend, sprich die Differenz aus dem "normalen" Nettolohn und dem Nettolohn, der während der Kurzarbeit ausgezahlt wird. Arbeitnehmer erhalten rund 60 Prozent dieser Differenz. Wenn ein Kind mit im Haushalt lebt, werden 67 Prozent ausgezahlt.

Arbeitgeber gehen dabei in Vorleistung und bezahlen ihren Mitarbeitern sowohl den Lohn für die geleistete Arbeit als auch das selbst ausgerechnete Kurzarbeitergeld. Dieses bekommen sie dann von der Arbeitsagentur auf Antrag zurückerstattet. Dieser Antrag muss spätestens drei Monate nach Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums bei der Arbeitsagentur eingehen.

Arbeitgeber werden insofern an den Förderzahlungen beteiligt, da sie 80 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge für das ausgefallene Bruttoentgelt bezahlen müssen – sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil ohne die Anteile für die Arbeitslosenversicherung.

Hier finden Sie eine Tabelle für die Berechnung des Kurzarbeitergeldes.>>>

Wie lange bekommt man Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld kann maximal für zwölf Monate bezogen werden. Dabei kann der Zeitraum auch unterbrochen werden, wenn zwischenzeitlich Aufträge eingehen. Dauert ist Unterbrechung länger als drei Monate, muss eine danach anstehende weitere Kurzarbeit neu beantragt werden.

Wer zahlt das Kurzarbeitergeld aus? Wo beantragt man es?

Der Arbeitgeber muss eine Anzeige der Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit einreichen, die sich dann um die Auszahlung kümmert. Die Vordrucke für einen Antrag kann man online herunterladen oder sie bei der örtlichen Arbeitsagentur bekommen. Die Behörde verlangt einen schriftlichen Antrag, der nach dem Ausfüllen per Post versendet wird, oder eine Anzeige der Kurzarbeit über das BA-Portal "E-Services". Die Anzeige muss spätestens am letzten Tag des ersten Monats, in dem in Kurzarbeit gearbeitet wird, bei der Bundesagentur für Arbeit eingehen. jtw

Weitere Infos zum Kurzarbeitergeld gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit.>>>

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