Blaumachen statt Arbeiten: Wenn sowieso alle niesen und husten, fällt eine Krankschreibung mehr oder weniger nicht auf. Das denken sich viele Arbeitnehmer in Deutschland und nutzen gerne die Winterzeit für ein paar freie Tage extra – auch wenn die Erkältung nur vorgespielt ist. Einer Umfrage zufolge entsteht dadurch ein Schaden von rund 1,4 Milliarden Euro.
"Krankfeiern ist in Deutschland längst Volkssport" schreibt das Versicherungs-Vergleichsportals Geld.de zu den Ergebnissen einer von ihr beauftragten Umfrage unter 1.000 Arbeitnehmern. Demnach planen 6,5 Prozent der Befragten in diesem Winter ihren Arbeitgeber durch eine vorgetäuschte Krankheit zu betrügen. Ein paar freie Tage extra gönnen sie sich so auf Kosten des Unternehmens und der Kollegen.
Hochgerechnet auf alle rund 31,9 Millionen deutschen Berufstätigen kommen so 2,1 Millionen Arbeitnehmer zusammen, die „Blaumachen“ in der kalten und nassen Jahreszeit für sich nutzen oder es in diesem Winter noch vorhaben. Dabei geht es den Beschäftigten allerdings meist nicht um eine lange Auszeit. Mehr als die Hälfte der Befragten lässt sich nur bis zu drei Tagen krankschreiben.
Um keine Ausrede verlegen
Beliebt ist das Krankfeiern vor allem bei Männern. Nur ein Drittel der "Blaumacher" sind Frauen, zwei Drittel sind Männer. Unterschiede in Bezug auf Bildung und Schulabschluss zeigten sich in der Untersuchung nicht. Sowohl Befragte mit Abitur oder einem Hochschulabschluss als auch diejenigen mit Hauptschulabschluss bekannten sich zum Krankfeiern.
Und dabei sind die Simulanten um keine Ausrede verlegen. Beliebt waren diese Antworten auf die Frage nach den Gründen der Krankschreibung:
- Sich vorsorglich Krankschreiben lassen, weil man sich ansonsten bei kranken Kollegen anstecken könnte. Das gaben 22 Prozent der Befragten als Grund an.
- 21 Prozent gaben an, im Winter regelmäßig psychische Probleme zu haben.
- 17 Prozent sind ganz einfach der Meinung, dass eine Krankschreibung – auch wenn sie grundlos erfolgt – im Winter nicht auffällt .
- Und acht Prozent gaben zu, dem Arbeitgeber eins auswischen zu wollen.
Kündigung droht
Der Volkswirtschaft kommt das Krankfeiern teuer zu stehen. Denn durch die zusätzlichen, erschlichenen Krankschreibungen und dem damit zusammenhängenden Arbeitsausfall entsteht der Studie zufolge ein Gesamtschaden in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro .
Fliegt der Schwindel auf oder lassen sich Arbeitnehmer beim Blaumachen erwischen, droht ihnen je nach Ermessen des Arbeitgebers eine Abmahnung, eine ordentliche oder auch eine fristlose Kündigung . dhz