Handwerker sind oft körperlich stärker gefordert als Angehörige anderer Berufe. Dennoch bleiben überdurchschnittlich viele Handwerker das Jahr über ohne krankheitsbedingte Fehlzeiten, wie die neue IKK-Analyse zeigt.

Im vergangenen Jahr hat sich der Krankenstand im Handwerk leicht erhöht. Nach einer Analyse der IKK classic unter ihren 1,6 Millionen berufstätigen Versicherten waren 5,5 Prozent von hundert Handwerkern an einem Kalendertag krank. Der Vorjahreswert lag bei 5,1 Prozent. Er liegt damit um 0,2 Prozent über dem Schnitt aller Arbeitnehmer (5,3 Prozent).
38,5 Prozent der Handwerker waren nicht einen Tag während des Jahres krankgeschrieben (Durchschnitt: 38,0 Prozent). „Handwerker sind mehrheitlich in kleineren Betrieben beschäftigt, in denen man stark aufeinander angewiesen ist. Hier ist es schwer, schnell Ersatz für krankheitsbedingte Ausfälle zu bekommen, so dass das Fehlen von Kollegen gravierende Folgen für die Arbeitsabläufe haben kann“, sagt Melanie Gestefeld.
An der Spitze der Krankheitsursachen standen Muskel- und Skelett-Erkrankungen, mit einem Anteil von 25,5 Prozent am Krankheitsgeschehen. Durchschnittlich 4,9 der insgesamt 19,2 Krankheitstage pro Beschäftigten gingen auf ihr Konto. Bei den Angehörigen der Handwerksberufe lag dieser Wert bei 5,62 Tagen von 20,1 krankheitsbedingten Fehltagen.
Viele Fehltage wegen Langzeiterkrankungen
Der allgemein zu verzeichnende Anstieg psychischer Diagnosen zeigt sich im Handwerk etwas abgemilderter als im Schnitt der Bevölkerung. Nach wie vor steigen die Ausfallzeiten aufgrund psychischer Diagnosen mit 1,88 Krankheitstagen bei den Arbeitnehmern (Vorjahr: 1,82 Tage) und 1,63 Krankheitstagen bei den handwerklich Beschäftigten (Vorjahr: 1,54 Tage).
Die steigende Zahl der psychischen Diagnosen, die älter werdende Belegschaft und der anhaltend hohe Prozentsatz der Muskel- und Skelett-Erkrankungen führen dazu, dass mittlerweile 47,2 Prozent der Fehltage auf Langzeiterkrankungen über 42 Tage zurückzuführen sind (2012: 46,8 Prozent).
Die IKK classic ist mit rund 3,6 Millionen Versicherten die sechstgrößte deutsche Krankenkasse und das führende Unternehmen der handwerklichen Krankenversicherung. Die Kasse mit Hauptsitz in Dresden ist mit rund 7.000 Beschäftigten an bundesweit mehr als 300 Standorten tätig. Ihr Haushaltsvolumen beträgt rund 9,5 Milliarden Euro. dhz