Kommentar
Beitragsbescheide sind etwas Furchtbares, weil sie meist schlechte Nachrichten überbringen, gefolgt von Abbuchungen. Wann haben Sie eigentlich zuletzt versucht, einem Beitragsbescheid auf den Grund zu gehen – zu hinterfragen, wie die Summe, die demnächst von ihrem Konto verschwinden wird, zustande kommt? Oder gehören Sie zu den vielen anderen, die das mangels Zeit und Konzentration gar nicht erst probieren, zumal sich ja eh nichts ändern lässt?
Darauf scheinen manche Absender zu spekulieren. Ist das Zahlenwerk erst einmal verklausuliert genug, werden sich die Beitragszahler schon in ihr Schicksal fügen. Die Recherchen zu diesem Artikel über die Zusammensetzung der Beiträge zur Bau-Berufsgenossenschaft lassen den Eindruck zu, dass dort eher eine Verschleierungstaktik verfolgt wird, als eine möglichst große Transparenz an den Tag zu legen.
Nun ist es sicherlich nicht einfach, das berufliche Unfallrisiko zu kalkulieren. Und private Versicherungen legen ja auch nicht offen, wie sich ihre Beiträge errechnen. Bei den Berufsgenossenschaften als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung handelt es sich allerdings um Körperschaften des öffentlichen Rechts, die gegenüber ihren Mitgliedern eine besondere Offenheit pflegen sollten. Die würde auch das angeschlagene Vertrauen in die Einrichtung der beruflichen Unfallversicherung stärken. ste