Forsa-Umfrage Knapp 90 Prozent der Deutschen für ein Handypfand

Etwa 200 Millionen ausrangierte Handys schlummern Schätzungen zufolge in den Schubladen und Schränken der Deutschen. Wertvolle Rohstoffe gehen somit verloren. Die große Mehrheit hält deshalb ein Handypfand für sinnvoll.

Schublade mit alten Handys
Schätzungsweise fast 200 Millionen Handys und Geräte liegen in Deutschland ungenutzt herum. - © junpinzon – stock.adobe.com

Kupfer, Kobalt, Tantal, Silber, Gold und Nickel oder Seltenerdmetalle – Diese wertvollen Rohstoffe sind in Mobiltelefonen enthalten. Viele kaputte oder alte Geräte werden aber nicht recycelt, sondern landen in Schubladen oder werden illegalerweise im Hausmüll entsorgt. Der Digitalverband Bitkom schätzt, dass hierzulande fast 200 Millionen Mobiltelefone ungenutzt herumliegen. Diesem Problem könnte mit einem Pfand auf Handys entgegengewirkt werden. Und die Bereitschaft der Bevölkerung scheint da zu sein: Wie eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeigt, halten 87 Prozent der Befragten ein Handypfand für "sehr gut" oder "gut".

Bonde: "Menschen zum Mitmachen animieren"

"Elektroschrott wird deutschland- und weltweit zu einem massiven Problem", sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Der Wunsch der Bürger sei auch als "Weckruf an die Gesetzgeber" zu verstehen. Um den Raubbau der Ressourcen zu stoppen, brauche es Anreize für die Wieder- und Weiterverwendung von Rohstoffen. Es gelte wegzukommen von einer "Ex- und Hopp-Mentalität".

Laut Bonde sind Ideen gefragt, um Rohstoffe in Kreisläufe zu führen – "und so nicht nur kostbare Ressourcen, sondern auch das Treibhausgas Kohlendioxid einzusparen." Damit eine solche Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) überhaupt funktionieren könne, müssten die Materialien aber erst einmal in einen Wertstoffkreislauf gelangen. Technische Lösungen alleine reichten nicht. "Wir müssen die Menschen zum Mitmachen animieren", so Bonde. Ein Weg sei die Einführung eines Handypfands.

Reparaturen oft nicht lohnenswert

Befragt nach der Reparierbarkeit von Produkten wie Haushaltsgeräten, Handys und Fernsehern, sagten 91 Prozent, Reparaturen lohnten sich finanziell oft nicht, weil sie teuer sind. Eine große Mehrheit der Befragten (84 Prozent) vertrat die Ansicht, die Hersteller planten die Produkte so, dass sie nur wenig länger als die gesetzliche Garantiezeit halten. Drei Viertel der Befragten gaben an, es sei zu aufwendig, einen geeigneten Anbieter für die Reparatur zu finden.

Bonde sprach von einer dramatischen Lage beim Elektroschrott. Fast 54 Millionen Tonnen seien 2019 weltweit angefallen - von Monitoren über Handys bis zu Kühlschränken. Pro Kopf und Jahr seien das global etwa 7,3 Kilogramm, in Deutschland rund 10,3 Kilogramm. Dabei seien etwa bei Handys rund 80 Prozent der Bestandteile wiederverwertbar. Mit Inhalten aus dpa/mh