Corona-Hilfen KfW-Sonderprogramm zur Unterstützung von Firmen in Krise verlängert

Das KfW-Sonderprogramm läuft jetzt bis Jahresende. Außerdem werden die Kreditobergrenzen für krisengeschüttelte Unternehmen erhöht. Das Fördervorlumen der KfW hat im vergangenen Jahr mit 135,3 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert erreicht.

Karin Birk und Frank Muck

Das KfW-Sonderprogramm soll bis Ende 2021 verlängert werden. - © gesrey - stock.adobe.com

Angesichts der anhaltenden Corona-Krise weitet die Bundesregierung und die Kreditanstalt für Wiederaufbau das KfW-Sonderprogramm aus. "Die Pandemie stellt uns weiter vor große Herausforderungen", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). "Daher haben wir die Kredithöchstbeträge nochmals deutlich angehoben und geben so den vollen Spielraum des erweiterten Beihilferahmens an unsere Unternehmen weiter", fügte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hinzu. Die Kreditobergrenzen sollen zum 1. April 2021 erhöht und das Programm bis zum Jahresende verlängert werden.

Kreditobergrenze beim Schnellkredit jetzt bei 1,8 Millionen Euro

Wie die Ministerien und die KfW-Bankenkruppe mitteilten, soll beim KfW-Schnellkredit die Kreditobergrenze für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten von 300.000 auf 675.000 Euro erhöht werden. Für Unternehmen von elf bis 50 Beschäftigten soll die Obergrenze auf 1,125 Millionen Euro (bisher 500.000 Euro) und für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigen auf 1,8 Millionen Euro (bisher 800.000 Euro) aufgestockt werden. Dabei werde die maximale Kreditobergrenze je Unternehmensgruppe von 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 beibehalten. Beim KfW-Schnellkredit übernimmt die KfW immer das voll Haftungsrisiko.

Voraussetzung: tragfähiges Geschäftsmodell

Darüber hinaus wird beim KfW-Unternehmerkredit und dem ERP-Gründerkredit mit Laufzeiten von mehr als sechs Jahren die Kreditobergrenze von 800.000 auf 1,8 Millionen Euro erhöht. Und weiter heißt es: "Eine Finanzierung von Unternehmen in Schwierigkeiten oder ohne tragfähiges Geschäftsmodell ist ausgeschlossen." Antragsberechtigt seien nur Unternehmen, die nachweislich vor Ausbruch der Corona-Krise noch nicht in Schwierigkeiten waren. Außerdem werde durch eine bankfachliche Prüfung der Kreditanträge durch die durchleitende Bank oder Sparkasse die Kreditwürdigkeit der Unternehmen geprüft.

Insgesamt sind über die Corona-Hilfen der KfW seit dem Start des Programms am 23. März 2020 rund 127.000 Anträge auf Hilfen eingegangen, wobei fast alle nach Angaben der KfW abschließend bearbeitet sind. Die zugesagten Hilfen belaufen sich auf ein Volumen von 49,1 Milliarden Euro. Die Hilfen kommen dabei vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zugute.

Fördervolumen erreicht historischen Höchststand

Mit 135,3 Milliarden Euro hat das Fördervorlumen der KfW im vergangenen Jahr einen neuen historischen Höchststand erreicht. Das meldete die KfW auf ihrer Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag. Das ist ein Plus von 75 Prozent. Einen wesentlichen Anteil am Wachstum hatten die HIlfsmaßnahmen zur Abfederung der wirtschafltichen Folgen der Corona-Pandemie.

Der Umfang der Maßnahmen umfasste nach Abzug von Stornierungen und Verzicht auf Zusagen einen Betrag in Höhe von 50,9 Milliarden Euro. Das entspreche einem Anteil von 38 Prozent am gesamten Geschäftsvolumen. Allein in Deutschlang habe die KfW knapp eine Million an Krediten, Zuschüssen und anderen Finanzierungen in Höhe von 106,4 Milliarden Euro zugesagt.

Die Corona-Hilfen haben sich allerdings auch deutlich auf den Ertrag der KfW ausgewirkt. Der Konzergewinn liegt mit 525 Millionen Euro deutlich unter dem des Vorjahres mit 1,36 Milliarden Euro. "Die Ertragslage zeigt zwei Seiten. Zum einen konnten wir die gute operative Ergebnisentwicklung fortsetzen, die sogar das Vorjahr übertraf, zum anderen drücken jedoch die coronabedingten Belastungen im Bewertungsergebnis den Konzerngewinn auf 525 Millionen Euro", sagte Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe.

"Corona-Hilfen" sind beispielloser Kraftakt

Das Sonderprogramm "Corona-Hilfen" wertete die KfW als beispiellosen Kraftakt. Bis heute hätten 127.000 Unternehmen Anträge in Höhe von 61,5 Milliarden Euro gestellt. Der Kreis der Föderberechtigten sie nach und nach erweitert worden. Unter den Zielgruppen im In- und Ausland sind Studierende, Start-ups, gemeinnützige Organisationen und Partnerländer der Finanzielle Zusammenarbeit.

Bräunig schätzte gerade auch die Schnellkredite als sehr hilfreich ein. Diese hätten sich vor allem auch für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern als Liquiditätshilfe bewährt. Zu der Frage, wie viele Kredite am Ende wahrscheinlich nicht zurückgezahlt werden könnten, wollte Bräunig keine Prognose abgeben. Bis jetzt sei nur ein sehr geringer Teil von Ausfällen bedroht. Der Anteil an notleidenden Krediten, also Krediten, bei denen die Rückzahlung zum Beispiel ausgesetzt sei, läge bisher bei unter einem Prozent, was einer geringen Quote entspreche.

Ebenso ließ sich Bräunig auf keine Schätzung zu einer bevorstehenden Insolvenzwelle ein. Er sehe zwar einige Zweige gefährdet, wie etwa die Tourismus- und die Veranstaltungsbranche, doch von einem Einbruch könne bisher keine Rede sein. Wichtig sei, dass die Gesamtmasse der Unternehmen vorläufig versorgt sei. Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung hält die KfW in diesem Jahr sogar ein Wachstum von 3 Prozent für möglich.