Steuer aktuell: Beiträge zur Versorgungsanstalt Keine Sonderausgaben: Schornsteinfeger klagt gegen Bundesfinanzhof

Beiträge zur berufsständischen Versorgungsanstalt sollten genauso als Sonderausgaben abgesetzt werden dürfen wie Beiträge zu einer Rentenversicherung. Das forderte ein Schornsteinfeger und versuchte seinen Einwand mit einer Klage beim Bundesfinanzhof (BFH) durchzusetzen. Doch die Richter lehnten ab. Das Urteil bringt dem Kläger allerdings im Alter Vorteile.

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In einem Streitfall vor dem Bundesfinanzhof pochte ein selbständiger Bezirksschornsteinfegermeister darauf, dass seine Beiträge zur Versorgungsanstalt der Bezirksschornsteinfegermeister (VdBS) wie Beiträge zu einer Rentenversicherung bzw. wie zu einer Rürup-Versicherung als Sonderausgaben abziehen zu dürfen. Das lehnten die Richter jedoch ab, weil es sich bei der VdBS um eine berufsständische Versorgungseinrichtung handelt, die keine den gesetzlichen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringt (BFH, Urteil v. 15.5.2913, Az. X R 18/10; veröffentlicht am 25.9.2013).

Welche Auswirkungen hat das BFH-Urteil

Die Beitragszahlungen dürfen nicht wie gesetzliche Rentenversicherungsbeiträge, sondern nur als sonstige Versicherungsbeiträge abgezogen werden. Das Problem dabei: Liegen die Beitragszahlungen zur Kranken- und Pflegeversicherung bereits über 2.800 Euro, fallen die sonstigen Versicherungsbeiträge steuerlich unter den Tisch – sie wirken sich also nicht steuermindernd aus.

Tipp: Im Alter hat dieses ärgerliche Urteil jedoch einen Vorteil. Die Renten, die dem Schornsteinfeger im Ruhestand zufließen, sind dann nicht zu 100 Prozent, sondern mit einem deutlichen geringen Ertragsanteil zu versteuern. Der Ertragsanteil hängt vom Alter ab, in dem der Handwerker in Ruhestand geht. Auf jeden Fall ist der Besteuerungsanteil deutlich geringer als 100 Prozent (in der Regel zwischen 16 und 20 Prozent). dhz

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