Buchvorstellung "Kein Job ist es wert, sich dafür selbst aufzugeben"

In seinem neuen Buch "Ich will doch nur meinen Job machen" zeigt Sachbuchautor Attila Albert, wie Chefs ihre Mitarbeiter manipulieren und wie Mitarbeiter sich davor schützen können, in der Arbeitswelt unter die Räder zu kommen.

Sachbuchautor Attila Albert gibt Tipps, um sich in der Arbeitswelt zu behaupten. - © Tyler Ramsey

Arbeit macht einen großen Teil unserer Lebenszeit aus. So ist es nicht verwunderlich, dass viele ihren Job und die Kollegen als eine Art zweite Familie wahrnehmen. Das muss nicht grundsätzlich schlecht sein. Problematisch wird es, wenn Mitarbeiter sich deshalb tatsächlich übermäßig verantwortlich fühlen und den Drang entwickeln, dem Wohle des Betriebes alles unterzuordnen.

Mit dieser Problematik befasst sich Sachbuchautor Attila Albert in seinem neuen Buch "Ich will doch nur meinen Job machen". In seinem Ratgeber behandelt er "die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit", gegen die es sich in der heutigen Arbeitswelt zu wehren gelte. Denn es gibt viele Stolpersteine, wenn man im Grunde doch "nur seinen Job machen will".

Gerade kleinere Unternehmen im Handwerk haben eine familiäre Atmosphäre, das Traditionsbewusstsein ist ausgeprägt. Schließlich sind Handwerker oftmals Teil einer Gemeinschaft mit gleichen Interessen. Diese Werte gilt es in der heutigen Zeit mit Fachkräftemangel zu wahren. Denn oft fehlen die Mitarbeiter und die Auszubildenden für die Zukunft. Trotz alledem sollten sich Chef sowie Angestellte nie über Gebühr aufopfern. Doch genau diese Gefahr droht in Familienunternehmen.

Attila Albert schreibt: "Kein Job ist es wert, sich dafür selbst aufzugeben." In seinem Buch finden sich Tipps und Ratschläge für solche Risiken in der Arbeitswelt. Er behandelt Themen aus Sicht der Arbeitnehmer, doch viele Hinweise sind auch für Führungskräfte interessant, die ihre Mitarbeiter besser verstehen wollen. Der zu "gute Wille" ist nur eines der vielen Beispiele, für die Attila Albert Hilfestellungen bereithält.

Das Gespräch mit dem Chef

Als Arbeitnehmer spielt die Beziehung zum Vorgesetzten eine entscheidende Rolle. Wie sieht der passende Umgang aus? Im Buch werden Kniffe von fordernden Chefs genannt, bei denen Mitarbeiter etwa "mit Schuldgefühlen manipuliert", oder "mit Unterstellungen eingeschüchtert" werden, etwa wenn sie Unzufriedenheit oder Anliegen ansprechen wollen.

Zu einem Ende kommen

Daneben verschwimmen oft die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Doch es ist nötig, einen Schlussstrich zu ziehen. Ein Handwerker im Außendienst kann bei Notfällen nicht gut nein sagen und nimmt Überstunden in Kauf. Solche Fälle steigen vor allem durch die ständige Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten. Laut Attila Albert ist "die Hilfe im Notfall ein Zeichen gelebter Empathie", aber dies müsse freiwillig geschehen. Sie sollte in Umfang und Dauer auch begrenzt sein. Der Autor schreibt: "Der Welt helfen Sie bereits, wenn Sie Ihren Beruf gut erledigen, damit hilfreiche Produkte und Dienstleistungen schaffen, unternehmerische Einnahmen und Steuern erwirtschaften." Dies verkennen die meisten.

Am Ball bleiben

Hinzu kommt der steigende Druck auf Betriebe durch Modernisierung und Digitalisierung. Neuerungen, die zu etablieren sind, um von der Konkurrenz nicht abgehängt zu werden. Was dem Auszubildenden einst in der Lehre vermittelt wurde, kann einige Jahre später bereits veraltet sein. Neue Methoden, verbesserte Technologie, man kann nie auslernen. Wie von Attila Albert beschrieben, werden auch Handwerker bisweilen vor Aufgaben gestellt, für die nötige Kenntnisse fehlen. "Junge Berufstätige merken oft erst, wenn sie schon fast gescheitert sind, dass sie eine unlösbare Aufgabe erhalten haben." Zu stemmen sind diese Aufgaben nur, wenn Schulungen angeboten werden, um Qualifikationen ausweiten zu können. Der Autor rät dazu, Fortbildungen einzufordern.

Der Autor

Attila Albert war lange Zeit als Journalist tätig, daneben studierte er Betriebswirtschaft und Webentwicklung. Nach einer Coaching-Ausbildung leitet er heute Workshops zum Thema Kommunikation.

Attila Albert: "Ich will doch nur meinen Job machen" (224 S., 15,00 Euro) ist bei Redline erschienen. Hier bestellen!