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Elektronische Registrierkassen Kassenführung: Diese 3 neue Steuerregeln müssen Sie 2020 beachten

Nutzen Sie in Ihrem Handwerksbetrieb eine elektronische Registrierkasse oder eine PC-Kasse, müssen Sie seit 1. Januar 2020 drei neue Steuerspielregeln beachten. Die Finanzämter sind bei Nichtbeachtung diesen Neuregelungen besonders streng und kippen die Ordnungsmäßigkeit selbst bei nur kleinen Verstößen. Hier ein Überblick über die drei steuerlichen Neuregelungen 2020 bei der Kassenführung.

Neuregelung 1: Kasse nachrüsten mit zertifizierter elektronischer Sicherheitseinrichtung

Ihre Kasse müsste eigentlich bereits seit 1. Januar 2020 mit einer zertifizierten elektronischen Sicherheitseinrichtung (tSE) ausgerüstet sein. Doch die Finanzämter prüfen diese Vorgabe bei Kassen-Nachschauen ausnahmsweise frühestens ab dem 1. Oktober 2020. Hintergrund: Viele Kassenhersteller können diese zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung noch nicht allen Kassenkunden anbieten.

Praxis-Tipp: Halten Sie stets Kontakt mit Ihrem Kassenhersteller. Denn wird die tSE endlich angeboten, sollten Sie zu den ersten gehören, die ihre Kasse umrüsten lassen. So vermeiden Sie, dass Sie nach Ablauf der Übergangsregelung noch ohne tSE dastehen und Probleme mit dem Finanzamt bekommen.

Neuregelung 2: Belegausgabepflicht bei elektronischen Kassen

Bei Kassen-Nachschauen und Betriebsprüfungen stellten die Prüfer der Finanzämter häufig fest, dass viele Umsätze nicht in der Kasse verbucht wurden, weil beispielsweise die Kassenlade offengelassen und Geld unverbucht hineingelegt wurde. Um zu vermeiden, dass Unternehmer das Finanzamt betrügen, wurde ab 1. Januar 2020 die Belegausgabepflicht eingeführt. Unternehmer mit elektronischen Registrierkassen sind seit Jahresbeginn dazu verpflichtet, ihren Kunden einen Beleg auszuhändigen, egal, wie hoch der Umsatz ist. Der Kunde ist jedoch nicht dazu verpflichtet, den Beleg mitzunehmen.

Diese Neuregelung führt allgemein zu Unmut bei Inhabern von Handwerksbetrieben, die mehr Bürokratieaufwand bemängeln und bei Kunden, die Angst haben, dass die Mehrkosten irgendwann auf sie umgelegt werden.

Doch vielleicht ist bald eine Lösung in Sicht. Die Bundesregierung hat in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion darauf hingewiesen, dass für bestimmte Branchen auf die Ausgabe von Papierbelegen verzichtet werden könnte. Spruchreif ist zwar noch nichts. Das Problem, für jede einzelne Semmel einen Papierbeleg ausdrucken zu müssen, ist jedoch registriert und es wird an einer Lösung gebastelt. Denkbar ist auch die Übersendung des Belegs per Mail oder direkt aufs Smartphone.

In der Antwort der Bundesregierung finden Sie auch Hinweise, wann Ihnen bei Nichtanwendung der Belegausgabepflicht keine negativen steuerlichen Konsequenzen drohen (z.B. bei höherer Gewalt wie bei einem Stromausfall). Die Antwort der Bundesregierung können Sie hier einsehen.

Praxis-Tipp: Bis zu einer möglichen Vereinfachungsregelung müssen Unternehmer mit elektronischer Registrierkasse jedoch in den sauren Apfel beißen und für jeden noch so kleinen Geschäftsvorfall einen Bonausdruck vornehmen. Unternehmer sollten sich ohne Wenn und Aber an diese Neuregelung halten. Denn das Finanzamt wird sicherlich flächendeckend durch Testeinkäufe überprüfen, ob Unternehmer mit elektronischen Kassen ihren steuerlichen Pflichten tatsächlich nachkommen.

Neuregelung 3: Strenge Regelung zur Einzelaufzeichnungspflicht

Neu ist seit 1. Januar 2020 auch, dass die Kassensoftware bei Einsatz einer elektronischen Registrierkasse oder einer PC-Kasse jeden einzelnen Verkaufsvorgang in dem Kassensystem nachprüfbar erfassen muss.

Fazit: Achten Sie darauf, diese drei steuerlichen Neuregelungen in Ihrer Kassenführung umzusetzen. Ist das noch nicht passiert, sollte schnellstmöglich ein Gespräch mit Ihrem Steuerberater geführt werden, der die Weichen auf Einhaltung dieser neuen steuerliche Vorgaben stellt.

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