Kolumne Jugendsprache im Betrieb: 8 Wörter – und was sie bedeuten

Von "Bro" bis "Wyld": Ausbildungsberater Peter Braune widmet sich in seiner Kolumne der Jugendsprache und versucht sich als Übersetzer zwischen Azubi und Meister. Testen Sie Ihr Wissen.

"Bitte was?!", fragt sich mancher Ausbilder, wenn er den Worten seiner Lehrlinge lauscht. - © Maximlacrimart - stock.adobe.com

Zur Jugendsprache gehören besondere Wörter, die nicht immer in einen korrekten Satzbau eingebettet sind. Die Ausdrücke und Begriffe werden in der Regel nur von Personen verstanden, die einer bestimmten Gruppe angehören. Die Jugendsprache ist regional unterschiedlich und einem ständigen Wandel unterworfen. Die folgende Auswahl stammt daher aus einem größeren Zeitraum:

"Wyld"

Der Begriff "wyld" wird von einigen Auszubildenden verwendet, um außergewöhnliche oder intensive Situationen im Betrieb zu beschreiben oder zu kommentieren. Es ist eine Abwandlung des Wortes "wild". Im Internet wurde das "i" im Laufe der Zeit durch ein "y" ersetzt.

"Siu"

Der Fehler im Schaltschrank ist nach mehreren Stunden endlich gefunden. "Siu" ist der Ausruf, zu dem sich ein Lehrling hinreißen lässt. Der findet übrigens Cristiano Ronaldo gut, von dem der Begriff stammt und der ihn beim Jubeln verwendet.

"Macher"

"Wir haben einen Macher!" – das ist ein Azubi, der ohne zu zögern Dinge in die Tat umsetzt.

"Digga"

Das Wort "Digga" wird gerne als nette Anrede für einen guten Freund verwendet. Es hat aber nichts mit der Körperfülle zu tun.

"Slay"

"Slay" sind Meister, die selbstbewusst auftreten oder handeln oder etwas Besonderes für die Auszubildenden getan haben.

"Bodenlos"

"Bodenlos" wird von Lehrlingen als Synonym für "schlecht", "mies" oder "unglaublich" verwendet, wenn es um die Berufsschule geht.

"Sus"

"Sus" wird verwendet, um eine Person oder eine Situation in einer Textnachricht als "fragwürdig", "komisch" oder "rätselhaft" zu beschreiben.

"Bro"

"Bro" ist ein Ausdruck für Kumpel oder Freund.

Ich hoffe und wünsche Ihnen, dass Ihre Auszubildenden im Zusammenhang mit den Tätigkeiten im Ausbildungsbetrieb einigermaßen Hochdeutsch sprechen.

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.