Auch das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) rechnet mit einem deutlich schwächeren Wirtschaftswachstum. "Die Staatsschuldenkrise im Euroraum hinterlässt auch in Deutschland deutliche Spuren", prognostizieren die Ökonomen in ihrer Konjunkturprognose.
Demnach wird das reale Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr nur noch um ein Prozent und 2013 um knapp 0,75 Prozent wachsen.
Im April war das IW für 2012 noch von einem Wachstum von 1,25 Prozent und für 2013 um 2,0 Prozent ausgegangen. Zuvor hatten mehrere Institute ihr Konjunkturprognose nach unten korrigiert.
Voraussetzung für Wachstum in dieser Größenordnung sei allerdings, dass die Politik die Schuldenkrise in den Griff bekomme, erklärte IW-Direktor Michael Hüther. Die Rezessionsgefahr hätte sich "angesichts der großen Verunsicherung über die Währungsunion deutlich erhöht", warnte er.
Privater Konsum bleibt Stütze
Die Investitionen in Ausrüstungsgüter werden laut der IW-Prognose aufgrund der zurückgeschraubten Geschäftserwartungen der Unternehmen im laufenden Jahr zwar um zwei Prozent zurückgehen. Sofern sich das internationale Konjunkturklima wie erwartet aufhellt, sei 2013 aber wieder eine Zunahme möglich.
Der Arbeitsmarkt bleibe aber im gesamten Prognosezeitraum robust, auch wenn die Beschäftigtenzahlen nur noch leicht steigen. Aufgrund der stabilen Beschäftigungssituation könne der private Konsum weiterhin leicht zulegen und somit eine Stütze der Konjunktur bleiben. dapd/rh