Cloud-Telefonie ISDN-Aus: "Wolke wagen"

Das angekündigte Ende der ISDN-Technologie kann von Handwerksbetrieben als Chance begriffen werden – für den Wechsel in die Cloud. Welche Vorteile sich bieten.

Steht das Rechenzentrum des Cloud-Anbieters in Deutschland, greifen die deutschen Datenschutzrichtlinien. - © Foto: Oleksiy Mark/Fotolia

Bis zum Jahr 2018 sollen in Deutschland alle ISDN-Anschlüsse abgeschaltet werden und auf die neue IP-Technologie (IP = Internet Protocol) umgestellt werden. Doch die Deutsche Telekom will am liebsten nicht so lange warten, um ihre bestehenden ISDN-Kunden – zu denen natürlich nicht nur Privathaushalte sondern auch mittelständische Unternehmen wie Handwerksbetriebe gehören – auf die neue Technik umzustellen.

Aus diesem Grund hat sie im vergangenen Herbst damit begonnen, Kunden mit alten Verträgen bzw. einer ISDN-Leitung per Brief die Kündigung dieser Verträge in Aussicht zu stellen. Insbesondere Firmenkunden mit ISDN-Anschluss sollten sich mit einem Umstieg auf IP- oder Cloud-Telefonie befassen, denn letzten Endes ist dieser unausweichlich.

Cloud als Alternative

Entgegen aller Unkenrufe ist der Wechsel einfacher als gedacht. Das beginnt bereits damit, dass neuere Telefonanlagen bereits für einen IP-Anschluss gerüstet sind. So muss beim Umstieg auf IP lediglich die Anschlussart neu eingerichtet werden. In den letzten Jahren haben so gut wie alle Hersteller von TK-Anlagen entsprechende Hybridmodelle entwickelt.

Dies gilt jedoch nur für Anlagen, die nicht älter als fünf Jahre sind. Andernfalls ist die Umrüstung entweder überhaupt nicht möglich oder so teuer, dass sich diese nicht rentiert. Zumal das Budget für die Umrüstung der Telefonanlage oder der IT für kleine und mittelgroße Handwerksbetriebe schlichtweg ohnehin stark begrenzt sein dürfte. Inzwischen bietet sich hier jedoch eine kostengünstige Alternative an: die Telefonanlage aus der Cloud.

Jürgen Städing, Chief Product Officer der Nfon AG. - © Foto: Nfon

Cloud-basierte Telefonanlagen, wie sie beispielsweise die Münchner Nfon AG anbietet, haben gegenüber der herkömmlichen TK-Anlage viele Vorteile – insbesondere für kleinere Unternehmen wie Handwerksbetriebe, die die Kosten für technologische Umstellungen sowie deren Folgekosten so niedrig wie möglich halten möchten. Abgesehen von den IP-tauglichen Telefonen, die im Falle einer Umstellung aber ohnehin hätten angeschafft werden müssen, entfallen die Anschaffungskosten für Hardware.

Da die Cloud-Telefonanlage als Dienstleistung wahrgenommen wird, entfallen zudem auch langjährige Wartungsverträge mit dem Anbieter. Die Kosten für die Inanspruchnahme der Cloud-TK sind zudem als Betriebsausgaben absetzbar.

Sicherheitsstandards prüfen

Beim Umstieg auf eine Cloud-basierte Telefonanlage geht es jedoch nicht nur um ökonomische Vorteile, sondern auch um das Thema Sicherheit in den Unternehmen. Dabei sollten Betriebe vorab prüfen, ob die Rechenzentren des Cloud-Anbieters in Deutschland stehen. Bei ausländischen Cloud-Anbietern ist die Einhaltung der deutschen Datenschutzregeln schwer zu kontrollieren.

Wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag des Bayerischen Cloud-Anbieters zeigt, will eine Mehrzahl der IT-Entscheider infolge der anhaltenden Sicherheits-Skandale verstärkt in IT-Lösungen 'Made in Germany‘ investieren.

"Digitalisierung ist das Schlagwort für die Industrie angesichts der bevorstehenden Herausforderung – da macht auch das Handwerk keine Ausnahme: Bisher verwendete klassische Telefonanlagen müssen ersetzt werden, der Umstieg auf eine zukunftssichere Cloud-TK ist die logische Konsequenz. Egal ob ein Unternehmen 2 oder 249.000 Mitarbeiter beschäftigt, eine moderne Telefonanlage aus der Cloud zeichnet sich aus durch einfache Bedienung, intelligente Funktionen, unbegrenzter Leistungsfähigkeit, hohem Einsparpotential sowie idealer Weise dem Qualitätsmerkmal 'Made in Germany‘", erklärt Jürgen Städing, Chief Product Officer der Nfon AG.