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Steuertipp Investitionsabzugsbetrag: Ungeahntes Steuerrisiko

Wenn die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag erfüllt sind und innerhalb von drei Jahren investiert wurde, gibt es eigentlich keine steuerlichen Probleme. Doch ein Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz zeigt, dass das Finanzamt den Investitionsabzugsbetrag rückwirkend kippen kann.

Ein Unternehmer erfüllt die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag und zieht von seinem Gewinn für den geplanten Kauf eines betrieblichen Fahrzeugs 20.000 Euro ab (geplanter Kaufpreis 50.000 Euro x 40 Prozent). Im Jahr der Investition kürzt er die Bemessungsgrundlage für die Pkw-Abschreibung und zieht die 20.000 Euro vom Gewinn ab. Er vergisst jedoch, den Investitionsabzugsbetrag aufzulösen, was wiederum eine Gewinnerhöhung im Jahr der Investition von 20.000 Euro zur Folge gehabt hätte.

Folge: Finanzamt und Finanzgericht waren sich einig, dass durch die fehlende gewinnerhöhende Auflösung des Investitionsabzugsbetrags der Investitionsabzugsbetrag komplett gekippt wird und zwar bereits im Jahr des Abzugs des Investitionsabzugsbetrags (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26. Februar 2019, Az. 3 K 1658/18).

Steuertipp: Dieses Urteil hat zwei Signalwirkungen. Zum einen sollten Sie im Investitionsjahr immer daran denken, dass der Investitionsabzugsbetrag gewinnerhöhend aufzulösen ist. Zum anderen sollten Sie in vergleichbaren Fällen Einspruch einlegen, wenn das Finanzamt nach den Urteilsgrundsätzen des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vorgeht. Denn nun hat der Bundesfinanzhof in einem Revisionsverfahren das letzte Wort in dieser Angelegenheit.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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