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Betriebsausgaben geltend machen Investitionsabzugsbetrag: Das sollten baldige Gründer beachten

Wer den Weg in die berufliche Selbstständigkeit plant, kann bereits vor dem Jahr der tatsächlichen Gründung erste steuersparende Betriebsausgaben im Zusammenhang mit dem künftigen Handwerksbetrieb geltend machen. Bei Beantragung eines Investitionsabzugsbetrags nach § 7g Abs. 1 EStG vor der Gründung sind Finanzämter und das Finanzgericht München jedoch besonders streng.

Allgemeines zum Investitionsabzugsbetrag

Angenommen, Sie planen zum 1. Januar 2020 die Gründung eines Handwerksbetriebs, dann dürften Sie bereits in der Steuererklärung 2018 in Anlage G einen Investitionsabzugsbetrag für geplante Investitionen ins bewegliche Anlagevermögen des geplanten Betriebs geltend machen. Abziehbar sind 40 Prozent der voraussichtlichen Netto-Investitionskosten. Diese Betriebsausgaben dürfen mit anderen Einkünften 2018 steuersparend verrechnet werden.

Eine wichtige Voraussetzung für den Investitionsabzugsbetrag vor der Gründung: Sie müssen dem Finanzamt plausibel nachweisen können, dass nicht nur die Gründung eines Handwerksbetriebs geplant ist, sondern auch die Investitionsabsicht. Die bloße Planung reicht hierfür nicht aus. Sie müssen dem Finanzamt konkrete Investitionspläne vorlegen. Perfekt und für Gründer in spe wohl notwendig wäre es, wenn Ihnen bereits erste Kosten entstanden wären (Anzahlung für geplante Investition, Kosten für Beratung zur Investition).

In einem Urteilsfall verweigerte das Finanzamt einem Gründer in spe den Abzug eines Investitionsabzugsbetrags im Jahr 2013, für den geplanten Kauf eines Pkws im Jahr 2015, weil er 2013 noch keine konkreten Verhandlungen zum Autokauf geführt hatte und weil er 2014 lediglich Finanzierungsangebote eingereicht hat (FG München, Beschluss vom 26. Juni 2018, Az. 2 K 631/17).

Praxis-Tipp: Möchten Sie sich mit einem Handwerksbetrieb selbstständig machen und bereits vor der eigentlichen Gründung mit dem Investitionsabzugsbetrag Steuern sparen, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Beantragen Sie in der Anlage G zur Einkommensteuererklärung den Investitionsabzugsbetrag.
  • Füllen Sie dazu auch die Anlage EÜR aus.
  • Erläutern Sie auf einem extra Blatt Papier die Gründungs- und die Investitionsabsicht.
  • Legen Sie dem Finanzamt Unterlagen und Rechnungen vor, die die Investitionsabsicht eindeutig belegen.

Benennung des Investitionsgegenstandes notwendig

Normalerweise müssen Sie dem Finanzamt bei Abzug eines Investitionsabzugsbetrags nicht mitteilen, welche Investition geplant ist. Dieser Grundsatz gilt allerdings nur für bereits bestehende Handwerksbetriebe. Im Fall des Abzugs des Investitionsabzugsbetrags vor der eigentlichen Gründung des Betriebs, ist die Benennung der Investition allerdings ein Muss.

Praxis-Tipp: Als vorweggenommene Betriebsausgaben vor der Gründung des Handwerksbetriebs dürfen übrigens alle Ausgaben im Zusammenhang mit der künftigen selbstständigen Tätigkeit abgezogen werden. Typische Ausgaben: Beratungskosten, Fahrtkosten, Porto, Telefon, Kosten für Besuch einer Gründermesse, Kauf von Fachbüchern zur Gründung, Kosten für Seminare zur Gründung. Auch hier empfiehlt es sich ausnahmsweise alle Belege beim Finanzamt einzureichen und zu vermerken, warum diese Ausgaben mit dem künftigen Handwerksbetrieb zu tun haben.

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