Signal-Iduna-Chef Leitermann lobt die Kanzlerin "In diesen Zeiten wäre ein Europa ohne Merkel nicht auszudenken"

Signal-Iduna-Chef Ulrich Leitermann gibt im Interview der Lebensversicherung eine Chance, warnt vor einer Verteufelung der Riester-Rente und wünscht sich die FDP wieder in den Bundestag. Merkel verteidigt er - aus einem ganz bestimmten Grund.

Steffen Range

Signal-Iduna-Chef Ulrich Leitermann im Interview: Viele Handwerker sind bei dem Finanzkonzern versichert. - © Andreas Oertzen

DHZ: Herr Leitermann, Politiker haben eine Rentenversicherungspflicht für selbstständige Handwerker ins Spiel gebracht. Was halten Sie davon?

Leitermann: Das betrifft ja nicht nur das Handwerk. Es geht grundsätzlich um das Problem, dass viele Solo-Selbstständige nicht ausreichend fürs Alter vorgesorgt haben. Wir halten eine Versicherungspflicht für wünschenswert, aber lehnen eine Pflichtversicherung ab. Selbstständige sollen selbst entscheiden, wo und mit wem sie eine Versicherung abschließen.

DHZ: Die staatliche Rentenversicherung hat gerade Oberwasser. Deren Befürworter argumentieren, in Zeiten niedriger Zinsen zeige sich, dass das umlagefinanzierte staatliche System – also der Generationenvertrag - den kapitalgedeckten privaten Vorsorgemodellen überlegen sei. Wie sehen Sie das?

Leitermann: Der Generationenvertrag kann nur funktionieren, wenn genügend Menschen in das System einbezahlen. Und davon können wir nicht ausgehen bei der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Es ist absehbar, dass immer weniger Menschen in das System einzahlen und immer mehr Menschen Leistungen aus dem System empfangen. Wie das auf Dauer funktionieren soll, konnte mir bisher niemand schlüssig erklären.

Bei der Lebensversicherung sollte die Rendite nicht im Vordergrund stehen

DHZ: Aber die Feststellung ist doch richtig, dass die niedrigen Zinsen dem kapitalgedeckten System zu schaffen machen…

Leitermann: Wir haben über Jahrzehnte eine Kapitaldeckung aufgebaut, und aus dieser Kapitaldeckung speist sich die Altersversorgung, unabhängig von der demografischen Entwicklung. Zugegeben, in einer Niedrigzinsphase wird das bei gleichen Sparraten schwieriger. Dennoch ist die Kapitaldeckung dem Umlageverfahren überlegen in einer alternden Gesellschaft.

DHZ: Handwerker haben immer gerne mit Lebensversicherungen fürs Alter vorgesorgt. Nun deutet aber alles darauf hin, dass die klassische Lebensversicherung als Sparpolice tot ist…

Leitermann: Ich habe es nie für gut befunden, bei der Lebensversicherung Rendite und Sparziel in den Vordergrund zu rücken. Die Lebensversicherung dient vor allem auch der Risikoabdeckung und der Absicherung von Angehörigen. Das hat mit Sparen gar nichts zu tun. Und in der Absicherung existenzieller Risiken ist die Lebensversicherung immer noch überlegen. Außerdem ist das Sparen fürs Alter immer ein langfristiger Prozess. Natürlich kann man in einer Zeit, in der die Rendite auf Bundesanleihen negativ ist oder auf jeden Fall bei null, von einer Lebensversicherung nicht erwarten, dass sie noch sechs, sieben, acht Prozent abwirft. Allerdings hat der Kunde, der vor 20 Jahren einen Vertrag abgeschlossen hat, immer noch eine Garantie von vier Prozent. Wer solche Garantieverträge hat, kann sich glücklich schätzen.

"Der Deutsche liebt die Garantie"

DHZ: Wie wichtig sind Garantien für deutsche Anleger?

Leitermann: Das kann ich Ihnen an einem Beispiel verdeutlichen. Wir bieten nicht nur die klassische Lebensversicherung mit Garantiezins an, sondern auch eine fondsgebundene Lebensversicherung. Dort geben wir dem Kunden die Möglichkeit, das Garantieniveau zu wählen, zwischen null und 100. Es wird Sie nicht wundern: Weit über 95 Prozent der Kunden ziehen die 100-Prozent Garantie. Der Deutsche liebt die Garantie. Sie werden kein Altersversorgungsprodukt in Deutschland verkaufen ohne Garantiebestandteil. Aber diese Garantien werden sich verändern. Der Trend geht dahin, Garantien nicht mehr über die ganze Laufzeit einer Versicherung, sondern beschränkt auf einen bestimmten Zeitabschnitt zu geben.

DHZ: Hin und wieder tauchen Berichte auf, dass Kunden aus bestehenden Lebensversicherungen "herausberaten" würden in neue Verträge. Was halten Sie davon?

Leitermann: Wir kämen nie auf die Idee, einem Kunden, der einen Vier- oder Dreieinhalb-Prozent-Vertrag hat, dazu zu raten, solch eine Police zu kündigen. Es wäre ökonomischer Unfug aus Sicht des Kunden.

Riester-Angebote müssen attraktiver werden

DHZ: Sie glauben, dass die Lebensversicherung in veränderter Form eine Zukunft hat. Gilt das auch für Riester?

Leitermann: Es stört mich, dass einige Politiker das Riester-Produkt so schlechtreden. Sehr viele Leute haben Riester-Verträge abgeschlossen, sie werden ohne Not verunsichert. Sicherlich gibt es Kritikpunkte: Das Produkt ist zu kompliziert, zu verwaltungsintensiv, die Zulagenverwaltung ist zu aufwändig. Aber das muss doch nicht zwingend dazu führen, Riester zu verteufeln. Man sollte sich lieber Gedanken machen, das Angebot attraktiver zu gestalten.

Wie könnte so eine Förderung geschehen, ein reformierter Riester?

Leitermann: Man könnte die Zulagen viel stärker erhöhen nach dem Motto: Gibst du 50 Euro, kriegst du vom Staat noch eine Zulage von 50 Euro.

"Es wäre jetzt an der Zeit für den Staat, dem Bürger einen Teil der Zinsersparnis zurückzugeben"

DHZ: Warum sollte sich der Finanzminister darauf einlassen?

Leitermann: Der Staat wird derzeit massiv entlastet von Zinsleistungen. Die Staatshaushalte sind ausgeglichen, im Bundeshaushalt erwirtschaften wir sogar Überschüsse. Am Ende des Tages muss ich aber fragen, wer zahlt dafür die Zeche? Das Niedrigzinsniveau führt zu einer Belastung der Sparer und der vielen Selbstständigen, die für die Altersversorgung etwas auf die hohe Kante gelegt haben. Die Menschen bekommen auf ihr kleines Vermögen kaum mehr Zinsen. Es wäre jetzt an der Zeit für den Staat, dem Bürger einen Teil der Zinsersparnis zurückzugeben, eben durch eine stärkere Förderung der privaten Altersversorgung. Denn eins ist klar: Wenn den Leuten im Alter das Geld nicht mehr reicht und das Ersparte aufgebraucht ist, werden sie über Transferleistungen den Staatshaushalt massiv belasten.

DHZ: Manche Politiker aus dem linken Lager vertreten die Ansicht, es sei besser den Staat zu stärken statt die private Vorsorge auszubauen. Sie wollen zum Beispiel eine Bürgerversicherung einführen, in der jeder krankenversichert ist. Wie bewerten Sie das?

Leitermann: Den Begriff Bürgerversicherung kennen wir zwischenzeitlich alle, er klingt ganz nett. Aber was sich dahinter verbirgt, ist schlicht und ergreifend der Tod des dualen Gesundheitssystems.

DHZ: Kritiker des bestehenden Gesundheitssystems unterstellen, es gäbe in Deutschland eine Zweiklassen-Medizin. Privatversicherte würden besser behandelt als gesetzlich Versicherte…

Leitermann: Wir haben in Deutschland mit unserem System aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung anerkanntermaßen eines der besten, wenn nicht sogar das beste Gesundheitssystem der Welt. Jeder Deutsche, ob gesetzlich oder privat versichert, hat Zugang zu allen medizinisch anerkannten Behandlungsmethoden. Wir diskutieren hierzulande nicht darüber, ob ein 75- oder 80-Jähriger sich eine neue Hüfte leisten kann. Das unterscheidet Deutschland erheblich von anderen Ländern. Es gibt aus gesundheitspolitischer Sicht keine Notwendigkeit, das duale Gesundheitssystem infrage zu stellen. Das ist polemisch und ideologisch, aber durch nichts gerechtfertigt. Was treibt die Politiker, die das Thema Bürgerversicherung wie eine Monstranz vor sich hertragen?

Enteignungstatbestand par excellence

DHZ: Haben Sie einen Verdacht?

Leitermann: Es geht den Verfechtern der Einheitsversicherung darum, die Altersrückstellungen von Millionen an Versicherungsnehmern - wir reden von weit über 200 Milliarden Euro – in das System der gesetzlichen Krankenversicherung zu transferieren und dort zu absorbieren. Das ist natürlich verfassungsrechtlich überhaupt nicht haltbar und wäre ein Enteignungstatbestand par excellence.

DHZ: Sie argumentieren grundsätzlich für die Vorzüge der privaten Krankenversicherung. Was entgegnen Sie einem privat versicherten Handwerker, der Angst davor hat, dass ihm ein schlecht wirtschaftender Versicherer Beiträge von 1.600 oder 1.800 Euro pro Monat aufbürdet?

Leitermann: Es gibt immer Einzelfälle, die man sich genauer ansehen muss. Wer erst mit 50 in die private Krankenversicherung wechselt und damit in jungen Jahren keine Alterungsrückstellung aufgebaut hat, für den sieht sicherlich die Beitragsentwicklung im Alter anders aus. Aber wenn Sie sich mit Leuten unterhalten, die seit ihrem 30. Lebensjahr in einer privaten Krankenversicherung sind und nie den Krankenversicherer gewechselt haben, werden sie mit denen keine Diskussion über unerträglich hohe Beitragsanpassungen führen müssen.

DHZ: Dennoch steigen die Prämien, gerade erst haben viele Versicherer die Tarife erhöht. Woran liegt das?

Leitermann: Zum einen liegt das am Niedrigzinsniveau. Die Alttarife sind kalkuliert einem Zinssatz von 3,5 Prozent. Dazu kommt, dass die Versicherten mehr medizinische Leistungen in Anspruch nehmen bei rasant gestiegenem medizinischem Fortschritt. Es gibt außerdem einige, die meinen, auch Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate müssten von der privaten Krankenversicherung übernommen werden. Da muss man auch mal bereit sein, etwas selbst zu zahlen.

"Mindestens 98 Prozent aller Risiken sind versicherbar"

DHZ: Kommen wir zum Thema Elementarschutz. Vom Hochwasser im vergangenen Jahr waren viele Handwerksbetriebe betroffen. Einige Unternehmen haben geklagt, sie hätten vorher keine Versicherung bekommen. Damals gab es Diskussion, dass es ein Marktversagen gegeben habe. Wäre eine Pflichtversicherung ein Ausweg?

Leitermann: Der Behauptung, es habe ein Marktversagen gegeben, widerspreche ich. Mindestens 98 Prozent aller Risiken sind versicherbar. In vielen Fällen ist es natürlich dann, insbesondere in den besonders gefährdeten Gebieten, eine Frage der Prämie. Aber es stimmt schlicht und ergreifend nicht, dass großflächig kein Versicherungsschutz zu bekommen wäre. Früher hatten wir mal eine Pflichtversicherung, etwa in Baden-Württemberg. Die wurde aus guten Gründen abgeschafft.

Betriebe lassen Elementarrisiko häufig außen vor

DHZ: Dennoch gibt es un- oder unterversichertert Betriebe…

Leitermann: Aber es ist nicht so, dass die Berater vergessen hätten, auf den Elementarschutz hinzuweisen. Es ist vielmehr so, dass viele Menschen sich die Prämie sparen wollen. Da bekommen sie Aussagen zu hören wie: ´Wir wohnen am Berg, und da gibt es kein Hochwasser, und deswegen lasse ich das Elementarrisiko mal außen vor. Immer häufiger haben wir aber Starkregen. Und da ist es egal, wo Sie wohnen.

DHZ: Lassen wir auf ein Gedankenspiel ein. Ein Handwerker hat seine Schreinerei in einer Senke und er würde gerne versichert werden, bekommt aber zu vertretbaren Prämien keine Versicherung. Was machen wir mit dem armen Mann?

Leitermann: Wenn die erwähnte Schreinerei tatsächlich ständig von Elementarschäden bedroht ist, dann muss man sich in Verantwortung für den Betrieb und das Eigentum Gedanken machen, wie das Problem zu lösen ist. Das gehört zum unternehmerischen Denken dazu. Also muss der Betrieb entweder in geeignete Schutzmaßnahmen investieren, um die Versicherungsprämie bezahlbar zu machen oder er muss in der Tat überlegen, den Betrieb zu verlagern.

DHZ: Bewertung von Risiken gehört zu ihrem täglichen Geschäft. Besonders knifflig ist das aus Sicht des Handwerks bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Während ein Akademiker, der im Büro arbeitet, attraktive Angebote erhält, ist der Dachdecker, der auf der Baustelle arbeitet, gekniffen. Er bekommt gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung oder nur zu unbezahlbaren Konditionen. Ist die Signal-Iduna mit ihrer Handwerker-Tradition nicht in der Pflicht, auch diesen Berufsgruppen bezahlbare Angebote zu unterbreiten?

Leitermann: Das machen wir auch. Aber es gibt natürlich Berufsgruppen, die besonders gefahrgeneigt sind. Das Problem bekommt man auch nicht ganz gelöst. Wenn das Risiko deutlich höher ist in einer Berufsgruppe, dann kostet die Versicherung dieses Risikos einfach mehr. Allerdings ist die Berufsunfähigkeitsversicherung auch nicht in jedem Einzelfall das passendste Produkt.

Versicherer sind sich ihrer Verantwortung bewusst

DHZ: Gibt es denn Überlegungen, wie man dieses Problems Herr werden kann?

Leitermann: Es bleibt natürlich für uns als Berufsstände-Versicherer eine besondere Herausforderung und wir sind uns unserer besonderen Verantwortung hier bewusst. Deshalb entwickeln wir derzeit Produkte, die die wesentlichen Handwerker-Berufsrisiken versicherbar machen. Unser Produkt VitaLife deckt z. B. bereits bestimmte Risiken ab, die auch zu einer Berufsunfähigkeit führen können. Das ist ein Produkt für Leute, denen die Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer ist. Aber arbeiten natürlich ständig bereits an weiteren Alternativen und Verbesserungen.

DHZ: Auch Berufsbilder im Handwerk verändern sich ja. Berücksichtigen sie das?

Leitermann: So ist es, und damit verändert sich auch die Gefahrneigung. Deshalb berücksichtigen wir bei unserer Risikoeinschätzung das jeweils aktuelle Berufsbild. In vielen Gewerken und Betriebssituationen kam es dadurch zu Verbesserungen.

Signal Iduna: Schnelligkeit und Agilität von Start-ups lernen

DHZ: Signal Iduna investiert punktuell in Start-ups. Was können Sie von so einem jungen Unternehmen lernen?

Leitermann: Schnelligkeit und Agilität. Die werden das Versicherungswesen nicht neu erfinden, aber sind einfach sehr schnell, weil sie sich in einer völlig anderen Art und Weise mit Problemen auseinandersetzen. Die haben eine Idee, setzen einen Prototypen um, testen beim Kunden und verändern. Und testen wieder und verändern wieder gemeinsam mit dem Kunden. Diese Agilität wird auch Produktentwicklungszyklen und auch Produktlebenszyklen verändern – und damit auch die Unternehmen. Denn Digitalisierung ist nicht nur eine Frage der Technik. Digitalisierung ist eine Frage von Unternehmenskultur. Es geht um die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich daran zu gewöhnen, dass permanente Veränderung die neue Normalität ist. Der Arbeitsplatz, der 20 Jahre gleich bleibt, gehört der Vergangenheit an.

DHZ: Sie sprechen die Veränderung von Geschäftsmodellen durch das Internet an. Viele Kunden informieren sich vorab im Netz, auch über Versicherungen. Welchen Einfluss haben Bewertungsportale auf Ihr Geschäft?

Leitermann: Natürlich sehen wir uns Bewertungen, Ratings und Rankings an. Allerdings muss man auch sagen, dass die Vergleichsportale eigene Interessen verfolgen. Vielen Kunden ist inzwischen bewusst, dass unter anderem Provisionen fließen, was die Neutralität dieser Vergleiche zumindest infrage gestellt. Aus unserer Sicht besteht vor allem die Gefahr, dass die Vergleichsportale die Kundenschnittstelle kapern. Das heißt, der Versicherer ist nur noch Produktlieferant und der Marktmacht der Portale ausgesetzt. Wir wollen nicht das gleiche Schicksal wie Hotels und Reiseanbieter erleiden.

"Gut wäre es, wenn der Bundestag angereichert wäre mit der FDP"

DHZ: Lösen die Portale den Versicherungsberater ab?

Leitermann: Sicher nicht. Es gibt eine Menge Kunden, die ihre Freizeit nicht damit verbringen wollen, Versicherungsprodukte im Internet zu suchen. Ein Handwerksmeister verdient Geld mit der Ausübung seines Handwerks und nicht mit der Suche nach Versicherungsprodukten, die ein paar Euro günstiger sind. Solche Kunden brauchen Beratung und jemanden, der die Verträge verwaltet und darauf achtet, dass sie immer aktualisiert sind, je nach Lebenssituation.

DHZ: Im Interview mit Deutschen Handwerks Zeitung haben Sie vor vier Jahren gesagt: "Vor einer Großen Koalition ist mir nicht bange – weil ich auf die Stärke von Angela Merkel setze." Stehen Sie auch heute noch zu Ihrer Aussage?

Leitermann: Ich würde das nochmals sagen, auch wenn ich heute eine andere Sicht auf die Dinge habe. Eine Große Koalition ist nicht meine Wunschvorstellung, aber doch eine relativ realistische Konstellation nach der nächsten Bundestagswahl. Gut wäre es, wenn der Bundestag angereichert wäre mit der FDP.

DHZ: Sie vermissen die FDP?

Leitermann: Wir brauchen den liberalen Flügel, das ist völlig unstrittig, weil unternehmerische Denke im Parlament verlorengegangen ist. Eine wichtige Stimme für die Wirtschaft im Bundestag fehlt. Wer schafft hier eigentlich Arbeitsplätze? Wie können wir mal den Mittelstand von Bürokratie entlasten? All diese Themen sind zurzeit deutlich unterrepräsentiert.

"In diesen Zeiten wäre ein Europa ohne Angela Merkel nicht auszudenken."

DHZ: Sorgen Sie sich wegen der weltpolitischen Entwicklung?

Leitermann: Frau Merkel hat Fehler gemacht und man kann zur Kanzlerin stehen, wie man will. Aber außenpolitisch ist sie wahnsinnig stark und wichtig, sie ist Europas führende Politikerin. In diesen Zeiten wäre ein Europa ohne Angela Merkel nicht auszudenken. Da würde mir bange.