Wirtschaft und Politik sind sich einig: Die beste Integration von jungen Flüchtlingen läuft über Ausbildung und Arbeit. Gemeinsam mit den Gewerkschaften wollen sie deshalb noch bestehende Hürden abbauen.

Angesichts der Notwendigkeit einer schnellen Integration junger Flüchtlinge in den Ausbildungsmarkt drängt die Wirtschaft vor allem auf eine schnelle sprachliche Qualifikation und bessere aufenthaltsrechtliche Voraussetzungen. "Deutsch, deutsch, deutsch", brachte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer eine der wichtigsten Forderungen der Wirtschaft auf den Punkt.
"Die Bereitschaft der Unternehmen, Flüchtlinge auszubilden ist da", sagte er im Anschluss eines gemeinsamen Treffens der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung im Vorfeld des Flüchtlingsgipfels am 24. September. Ganz wichtig sei neben der sprachlichen Qualifizierung aber auch ein sichererer Aufenthaltsstatus. Unternehmen müssten die Sicherheit haben, dass Flüchtlinge nicht während ihrer Ausbildung und den zwei Jahren danach abgeschoben würden.
Wegfall der Altersgrenze von 21 Jahren geplant
Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und die anderen Paktpartner haben sich für die sogenannte "3 + 2 – Regelung" ausgesprochen, die das Handwerk schon seit langem fordert. "Noch haben wir aber nichts entschieden", sagte Gabriel mit Blick auf den Flüchtlingsgipfel. Noch müsste der eine oder andere Innenminister überzeugt werden.
Dies betrifft auch die Altersgrenze von 21 Jahren. Nach Ansicht der Paktpartner sollte auch diese ganz entfallen. Denn derzeit hat ein Flüchtling nur dann während der ganzen Ausbildung einen sicheren Aufenthaltsstatus, wenn er zu Beginn der Ausbildung das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und im Abstand von jeweils einem Jahr einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf nachweisen kann.
Besonders viele Flüchtlinge unter 25 Jahren
Nach Ansicht von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) ist das Engagement für eine schnellstmögliche Integration in den Ausbildungsmarkt auch deshalb so wichtig, weil mehr als 50 Prozent der Flüchtlinge jünger als 25 Jahre sind. Der Bund will nach den Worten Wankas deshalb nicht nur dafür sorgen, dass mehr Deutschkurse für Asylbewerber angeboten werden.
Er wolle sich auch dafür einsetzen, dass Kompetenzen von Flüchtlingen schneller festgestellt und Flüchtlinge wie andere Jugendliche bei der Berufsfindung beraten werden. Gemeinsam mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sollen entsprechende Programme ausgebaut werden. Wie die Integrationsbeauftragte des Bundes, Aydan Özguz, betonte, sollten die Flüchtlinge dabei nicht besser oder schlechter als andere behandelt werden. bir