Internationale Handwerksmesse 2011 Innovationsmotor Handwerk

Die Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München stand ganz im Zeichen der Erdbebenkatastrophe in Japan. Neben dem Handwerk als Innovationsmotor stand die Debatte um die Atomenergie im Mittelpunkt. Von Patrick Choinowski, München

Beim Rundgang auf der Internationalen Handwerksmesse legte der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher (FDP, Mitte), selbst Hand an. Foto: Schuhmann

Innovationsmotor Handwerk

"Offizieller Partner der Evolution“, lautet ein neuer Slogan der Imagekampagne des deutschen Handwerks. Getreu dem Motto konzentriert sich die Internationale Handwerksmesse in diesem Jahr auf das Thema Innovationen. Heinrich Traublinger, Aufsichtsratschef der Gesellschaft für Handwerksmessen, stellte die Entwicklungskraft des Handwerks in seiner Rede heraus. "Nicht umsonst haben viele erfolgreiche Erfindungen, Verfahrenverbesserungen und Produktinnovationen im Handwerksbetrieb ihren Ausgang genommen“, sagte Traublinger. Die Sonderschau "Exempla“ auf der IHM stellt einige Beispiele der Innovationskraft des Handwerks vor.

Die Eröffnung der Leitmesse für das Handwerk stand jedoch ganz im Zeichen der Erdbebenkatastrophe in Japan. Und das nicht nur, weil der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) aus terminlichen Gründen ebenso seine Teilnahme absagten wie Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und dessen bayerischer Kollege Martin Zeil (FDP). "Das Geschehen in Japan stellt die Politik vor völlig neue Herausforderungen“, betonte Traublinger. Er warnte jedoch davor, Ängste zu schüren. Auch Handwerkspräsident Otto Kentzler erklärte forderte "verlässliche und geradlinige“ Erklärungen. Die "Egoismen von Landtagswahlen müssten aus der Debatte“ herausgehalten werden. Vielmehr sei es wichtig, auf alternative Energien zu setzen. "Allerdings ist die Förderung noch zu gering“, kritisierte Kentzler.

Katja Hessel, Staatssekretärin im bayerischen Wirtschaftsministerium und Vertreterin von Ministerpräsident Horst Seehofer bei der IHM-Eröffnung, betonte, dass der "Standort Deutschland und vor allem das Handwerk bezahlbare Energie“ benötige. Außerdem sei es "nicht möglich, alle Atomkraftwerke sofort abzuschalten“. Passend dazu präsentierte Matthias Graßmann vom oberfränkischen Bauunternehmen Isomorph einen speziellen Spiegel, der der Sonne folgt und dadurch Energie erzeugt.

Zahlreiche andere innovative Lösungen aus den verschiedensten Bereichen sind vom 16. bis 22. März auf der Internationalen Handwerksmesse auf dem Gelände der Neuen Messe München zu sehen.