Freiwillige Sonderzahlung Inflationsprämie nur an einzelne Mitarbeiter auszahlen – geht das?

Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitern eine steuerfreie Prämie zum Inflationsausgleich zahlen. Aber muss zwingend jeder Angestellte diese Zahlung erhalten? Und müssen alle gleich viel bekommen? Antworten vom Fachanwalt.

Sparschwein und Taschenrechner mit Inflationsprämie
Inflationsprämie: Arbeitgeber dürfen ihren Beschäftigten einmalig oder gestückelt bis zu 3.000 Euro steuer- und abgabenfrei auszahlen. - © PhotoSG - adobe.stock

Eine Inflationsprämie darf nicht nur einzelnen Mitarbeitern ausgezahlt werden, sondern muss – wenn dann – an alle gehen. Denn innerhalb eines Unternehmens gilt grundsätzlich der Gleichbehandlungsgrundsatz, sagt Michael Henn, Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Die Auszahlung von unterschiedlichen Summen ist allerdings grundsätzlich möglich. "Für unterschiedliche Verteilungen braucht der Arbeitgeber aber sachliche, nachvollziehbare Gründe." Soweit im Betrieb ein Betriebsrat vorhanden ist, hat der ein Mitbestimmungsrecht. Der Verteilmodus wird dann dort verhandelt und geregelt.

Viele mögliche Gründe für unterschiedliche Beträge

Es ist naheliegend, dass Teilzeitbeschäftigte nur anteilig einen Ausgleich erhalten oder untere Gehaltsgruppen mehr bekommen als höhere Gehaltsgruppen. Welche Gründe außerdem gelten, darüber werde man trefflich streiten können.

Arbeitgeber dürfen ihren Beschäftigten einmalig oder gestückelt bis zu 3.000 Euro steuer- und abgabenfrei als Inflationsprämie zahlen. Durch die zulässige Sonderzahlung sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlastet werden, die mit stark gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreisen zu kämpfen haben. Die Auszahlung ist bis Ende Dezember 2024 möglich. dpa