Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im April 2026 Immer mehr Selbstständige fühlen sich in ihrer Existenz bedroht

Der Auftragsmangel bei den Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen verschärft sich. Entsprechend sinken auch die Erwartungen deutlich, dass sich die Geschäftslage in den nächsten Monaten zum Positiven wendet. Der neue Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex für den April 2026 zeigt, dass derzeit jeder fünfte Selbstständige um seine Existenz bangt.

Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im April 2026
Die Existenzbedrohung erreicht mit 20,6 Prozent höchsten bisher gemessenen Wert bei den Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen. - © Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex

"Die Iran-Krise trifft die deutsche Wirtschaft hart", sagt Katrin Demmelhuber vom ifo Institut. Das Wirtschaftsforschungsunternehmen gibt gemeinsam mit dem Internetdienstleister Jimdo den Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex heraus. Er zeigt jeden Monat, wie sich die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen bei den Selbstständigen und Betrieben mit weniger als neun Mitarbeitenden verändern. Der sich daraus berechnete Geschäftsklimaindex fällt im April 2026 besonders schlecht aus. Denn durch den Krieg im Iran verschlechtert sich auch die Lage am Arbeitsmarkt: Laut ifo Beschäftigungsbarometer planen Unternehmen derzeit, mehr Stellen abzubauen als zu schaffen.

Geschäftsklimaindex fällt: Viele kleine Betriebe erleben einen Auftragsmangel

Das wiederum hängt direkt mit der Auftragslage zusammen. Die Wirtschaftsforscher sprechen hierbei von einem regelrechten Auftragsmangel, den im zweiten Quartal dieses Jahres 48,4 Prozent der Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen als wirtschaftliche Einschränkung benannt haben. Im ersten Quartal waren es 46,6 Prozent. Damit bleibt die anhaltend schwache Nachfrage für fast jeden zweiten Betrieb ein zentrales Problem. Die kleinen Betriebe gaben dies laut ifo Institut deutlich häufiger an als Unternehmen aus der Gesamtwirtschaft, die zu 39,0 Prozent berichteten, dass Aufträge fehlen. Auch beim Thema Finanzierungsengpässe berichteten die Selbstständigen häufiger von Problemen als die Gesamtwirtschaft: Der Anteil der kleinen Firmen, die Engpässe erleben, stieg von 4,7 Prozent auf 6,7 Prozent.

Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im April 2026
Der Auftragsmangel verschärft sich – fast jeder zweite kleine Betrieb ist betroffen. - © Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex

Im April fragten die Wirtschaftsforscher im Rahmen des Jimdo-ifo Geschäftsklimaindexes auch erneut nach einer möglichen Existenzbedrohung. Dabei gaben 20,6 Prozent der Selbstständigen an, ihr Unternehmen sei aktuell in seiner Existenz bedroht. Im Oktober 2025 hatte dieser Anteil noch bei 19,0 Prozent gelegen. Damit erreichte die Existenzbedrohung bei Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen den höchsten bislang gemessenen Wert. In der Gesamtwirtschaft blieb der Anteil mit 8,1 Prozent unverändert und weiterhin deutlich niedriger.

Geschäftsklimaindex auf dem Tiefstand

Insgesamt verzeichnet der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im April 2026 einen neuen Tiefstand. Er fiel um 9,1 Punkte auf -29,9 Punkte (-20,8 im März). Besonders stark brachen die Erwartungen ein: Sie sanken auf -36,2 Punkte (-26,0 im März). Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage fielen merklich schlechter aus und lagen bei -23,3 Punkten (-15,4 im März). Gleichzeitig nahm die Unsicherheit weiter zu: 80,6 Prozent der Selbstständigen hatten Schwierigkeiten, ihre künftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen (77,0 Prozent im März). jtw

Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im April 2026
Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex fällt im April 2026 um 9,1 Punkte auf -29,9 Punkte. - © Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex