Facebook und anderen soziale Netzwerke sprachen seit ihrer Entstehung vor allem jüngere Menschen an. Dies scheint sich nun zu ändern. Einer neuen Studie des Branchenverbandes Bitkom zufolge, verzeichnen die Plattformen einen rasanten Zuwachs von Nutzern über 50 Jahre.

Bereits 40 Prozent der Personen zwischen 65 und 69 Jahren, die das Internet nutzen, sind auch auf Online-Communitys wie Facebook und Stayfriends präsent und tauschen regelmäßig Kontakte aus. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es mit 17 Prozent nicht einmal halb soviel. "Das Internet boomt als Freundschafts-Netzwerk für ältere Menschen. Senioren erkennen zunehmend die Vorteile des Internets für ihr soziales Leben", resümiert Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V..
Fasst man die Gruppe der älteren Internetnutzer etwas weiter (50 bis 69 Jahre), so ist sogar eine Mehrheit von 60 Prozent in Communitys angemeldet. Facebook und Stayfriends sind in der Generation 50 plus mit Abstand die beliebtesten Netzwerke (32 beziehungsweise 28 Prozent der Internetnutzer), gefolgt von Wer-kennt-wen (18 Prozent). Diese Rangfolge entspricht auch der Situation in der Gesamtbevölkerung.
Ehemalige Schulfreunde finden
Zwischen einzelnen Altersgruppen gibt es aber Unterschiede: Bei den 50- bis 64-Jährigen liegt Marktführer Facebook vor Stayfriends (38 zu 31 Prozent), bei den 65- bis 69-Jährigen ist es umgekehrt (Stayfriends 21, Facebook 16 Prozent). Stayfriends hat sich darauf spezialisiert, ehemalige Mitschülerinnen und Mitschüler zu vernetzen. "Zahlreiche ältere Nutzer haben ein Interesse daran, mit Schulfreunden in Kontakt zu bleiben", erklärt Kempf. Die beliebtesten Community-Funktionen unter älteren Mitgliedern sind der Nachrichtenversand, das Chatten mit Freunden und das Hochladen von Fotos.
Das Institut Forsa hat im Auftrag von Bitkom 1.000 Internetnutzer zwischen 14 und 69 Jahren befragt, darunter mehr als 700 Nutzer sozialer Netzwerke . sg/Bitkom