Steuertipp Homeoffice-Pauschale: Das können Sie absetzen

So nach und nach werden in verschiedenen Verwaltungsanweisungen die Einzelheiten und Besonderheiten zur Homeoffice-Pauschale bekannt, die Arbeitnehmer und Unternehmer für die Arbeit zu Hause als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abziehen dürfen. Hier ein steuerliches Update zur neuen Homeoffice-Pauschale.

Von Bernhard Köstler

Grundsätze zur neuen Homeoffice-Pauschale

Arbeitnehmer und Unternehmer, die an einem Tag ausschließlich zu Hause arbeiten, dürfen für solche Tage jeweils fünf Euro, maximal 600 Euro im Jahr als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben geltend machen. Nachweise dafür, dass aufgrund der Arbeit zu Hause Mehrkosten entstanden sind, müssen nicht erbracht werden.

Die Homeoffice-Pauschale kann zum einen steuersparend berücksichtigt werden, wenn ein Arbeitnehmer oder ein Unternehmer zu Hause kein häusliches Arbeitszimmer nutzt, sondern nur eine Arbeitsecke oder den Küchen- oder Wohnzimmertisch. Andererseits ist der Abzug der Homeoffice-Pauschale auch erlaubt, wenn zu Hause zwar ein häusliches Arbeitszimmer genutzt wird, die abziehbaren Kosten jedoch unter 600 Euro liegen. Dann muss der Arbeitnehmer bzw. Unternehmer aber klar machen, dass die Homeoffice-Pauschale abgezogen werden soll.

Dasselbe gilt, wenn ein häusliches Arbeitszimmer genutzt wird, der Steuerzahler aber keine Lust dazu hat, die Belege zu suchen und die anteiligen, steuerlich absetzbaren Arbeitszimmerkosten zu ermitteln.

Weitere Kosten neben der Homeoffice-Pauschale absetzbar

Abziehbar neben der Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr sind auch die Kosten für berufliche Telefonate, die vom privaten Telefonanschluss geführt werden. Wer keine Aufzeichnungen führt, dürfte 20 Prozent der Telefonrechnung, maximal 20 Euro im Monat als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abziehen dürfen.

Daneben sind zusätzlich auch die Kosten für Arbeitsmittel für die Arbeiten im Homeoffice steuerlich absetzbar. Gemeint sind Kosten für den Kauf eines Schreibtisches, eines Bürostuhls, eines Regals oder eines Laptops. 

Mehrere Personen arbeiten zu Hause: Homeoffice-Pauschale steht jedem Steuerzahler zu

Mit dem Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzug der Homeoffice-Pauschale sollen die Mehrkosten für die Arbeit zu Hause wie Strom-, Wasser- und Heizkosten abgegolten werden. Trotzdem ist es zulässig, dass die Homeoffice-Pauschale von jedem Familienmitglied, das zu Hause arbeitet bis zum Betrag von 600 Euro abgezogen werden darf.

Beispiel: Der selbständige Handwerker Hans Huber, seine bei einer Versicherung angestellte Frau Silvia und der in der Bank angestellte Sohn arbeiten wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen ausschließlich zu Hause im Homeoffice. Handwerker Hans kann die Homeoffice-Pauschale in Höhe von 600 Euro von seinem Gewinn abziehen, seine Ehefrau und der Sohn beatrangen den Werbungsabzug der bis zu 600 Euro in der jeweiligen Anlage N zur Steuererklärung. Nun könnte das Finanzamt auf die Idee kommen, dass 15 Euro Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben pro Tag unangemessen hoch sind. Doch in verschiedenen Verfügungen ist klar geregelt, dass das kein Problem zu tatsächlich zulässig ist.

Aufteilung der Homeoffice-Pauschale bei mehreren Tätigkeiten

Übt ein Steuerzahler dagegen mehrere steuerpflichtige Tätigkeiten aus, gibt es die Homeoffice-Pauschale von bis zu 600 Euro leider nur einmal im Jahr und nicht für jede einzelne Einkunftsart.

Beispiel: Handwerkerin Hanna Maier ist mit einem Malerbetrieb selbständig. Daneben ist sich auch als Hausmeisterin bei einem Arbeitgeber teilzeitbeschäftigt. Die Einnahmen betragen 70:30, wobei sich die 70 Prozent auf die Einnahmen aus dem Handwerksbetrieb beziehen. Wenn sie im Homeoffice die Arbeiten für beide Tätigkeiten ausübt, sind dem Gewerbebetrieb Betriebsausgaben von 420 Euro zuzuordnen und der nichtselbständigen Tätigkeit 180 Euro. Eine Aufteilung der Homeoffice-Pauschale könnte natürlich auch anhand der Zeitanteile für die jeweiligen Tätigkeiten zu Hause aufgeteilt werden.