Ausbildung finanzieren Höhere Bafög-Sätze beschlossen: Das gilt für Azubis

Um Studierende und Auszubildende zu entlasten, hat der Bundestag eine Bafög-Reform beschlossen. Ab dem 1. August erhalten Azubis und Studierende nicht nur leichteren Zugang zu der Förderung, sondern auch höhere Unterstützungssummen. Worauf sie sich einstellen können.  

Bafög-Antrag
Durch die Bafög-Reform erhalten künftig mehr Menschen Anspruch auf Förderung. - © Dan Race - stock.adobe.com

Der Bundestag hat mit den Stimmen der Ampel-Koalition und der Linken eine Bafög-Reform auf den Weg gebracht. Schüler und Azubis, die auswärts wohnen, können künftig 632 statt bisher 585 Euro bekommen. Der maximale Fördersatz für Studierende steigt von bisher 861 auf 931 Euro.

Freibeträge steigen

Darüber hinaus wird das Einkommen der Eltern zukünftig erst ab einer höheren Grenze berücksichtigt. Die entsprechenden Freibeträge steigen um rund 20 Prozent. In totalen Zahlen ausgedrückt, bleiben 2.415 Euro des monatlichen Elterneinkommens anrechnungsfrei. Bisher sind es 2.000 Euro. Angehoben werden auch weitere Freibeträge, etwa für Verheiratete und Studierende mit Kind. So haben zukünftig insgesamt mehr Menschen Anspruch auf die finanzielle Hilfe.

Schonvermögen optimiert

Wer bereits Erspartes auf dem Konto hat, muss sich weniger um seinen Bafög-Anspruch sorgen, denn das Schonvermögen wurde angehoben. Gleichzeitig wurde es jedoch mit einer Altersgrenze versehen. Unter 30-Jährige sollen 15.000 Euro besitzen dürfen, über 30-Jährige 45.000 Euro, ohne dass das auf das Bafög angerechnet wird. Bisher sind es 8.200 Euro.

Höhere Nebeneinnahmen und Betreuungszuschläge

Studierende sollen außerdem 330 Euro in einem Nebenjob verdienen können, ohne dass sich das auf die Bafög-Höhe auswirkt - momentan sind es 290 Euro. Studierende, die schon Kinder haben, können künftig 160 Euro statt bisher 150 Euro im Monat Betreuungszuschlag bekommen. Das Geld ist etwa für Babysitter gedacht, wenn abends Lehrveranstaltungen sind.

Altersgrenze steigt

Wer später noch ein Studium aufnehmen will, kann künftig auch Bafög bekommen. Die Altersgrenze wird von 30 auf 45 Jahre angehoben.

Studentenwerk fordert Nachbesserung

Mit diesen Anpassungen möchte die Ampel-Koalition die steigenden Lebenshaltungskosten aufgrund der Inflation auffangen. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) und Studierendenvertreter haben die geplante Bafög-Erhöhung als zu niedrig kritisiert. Die Bundesregierung müsse rasch nachlegen, sagte DSW-Generalsekretär Matthias Anbuhl der Deutschen Presse Agentur: "Die aktuelle Erhöhung um 5,75 Prozent wird faktisch von der Inflation schon wieder aufgefressen. Die Bedarfssätze müssten um mindesten zehn Prozent angehoben werden, damit die Studierenden keinen Kaufkraftverlust erleiden." Die Koalition verteidigte das Vorhaben. Im Zuge der Reformierung des Bafög stelle man in den kommenden Jahren zwei Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung. dpa/aul