Reform zum 1. August geplant Bafög wird erhöht: So viel bekommen Azubis

Das Bundeskabinett hat die Bafög-Reform auf den Weg gebracht. Sie soll zum 1. August 2022 in Kraft treten und verspricht Studenten, Schülern und Azubis mehr Geld. Sowohl Freibeträge als auch Bedarfssätze und verschiedene Zuschläge sollen steigen. Das ist beim Bafög geplant.

Bafög steigt auch für Azubis
Azubis, Schüler und Studenten sollen mehr Bafög bekommen. Die Reform soll zum 1. August 2022 in Kraft treten. - © industrieblick - stock.adobe.com

Mehr junge Menschen in Ausbildung – ob schulisch, betrieblich oder an der Hochschule – sollen eine finanzielle Unterstützung über das Bundesausbildungsfördergesetz (Bafög) erhalten können. Die Bundesregierung möchte den Zugang zu dieser Förderung erleichtern und damit die Zahl der Bafög-Empfänger steigern. Sie war in den vergangenen Jahren gesunken – von einem Höchststand von 979.000 Empfängern im Jahr 2012 auf nur noch 639.000 im Jahr 2021. Das lag nach Überzeugung des Deutschen Studentenwerks (DSW) unter anderem daran, dass die Leistung über die Jahre nicht genug reformiert, ausgebaut und an neue Lebensrealitäten angepasst wurde.

Mehr Bafög für Azubis

Das soll die geplante Bafög-Reform nun ändern. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch Pläne dafür auf den Weg gebracht, denen Bundestag und Bundesrat aber noch zustimmen müssen. Wenn sie dies tun, treten die Neuerungen zum 1. August 2022 in Kraft und haben eine Wirkung ab dem Wintersemester 2022. Geplant sind unter anderem eine Anhebung der staatlichen Ausbildungshilfe für Studierende, Schüler und Azubis. Der Kreis der möglichen Empfänger wird außerdem durch eine Anhebung der Elternfreibeträge erweitert.

Die Voraussetzungen für Azubis, die Bafög beantragen wollen, sind hier zusammengefasst.>>>

Die Reform sieht konkret vor, dass der Bafög-Satz um fünf Prozent steigt. Bislang lag er für Azubis in der ersten Berufsausbildung beispielsweise bei 247 Euro im Monat. Wer noch Schüler ist oder schon eine Berufsausbildung absolviert hat, kann mit anderen Fördersätzen rechnen. Diese sind hier nachzulesen.>>>

Wer nicht mehr bei den Eltern lebt, soll künftig außerdem 360 statt 325 Euro für die Miete als sogenannten Wohnzuschlag bekommen. Azubis, Schüler und Studierende, die nicht mehr über die Eltern familienversichert sind und können über das Bafög auch Zuschläge für die Kranken- und Pflegeversicherung erhalten. Auch diese sollen steigen.

Bafög-Reform sieht verschiedene höhere Freibeträge und Zuschüsse vor

Um den Kreis der Empfänger zu vergrößern, sollen künftig außerdem 2.400 Euro des monatlichen Elterneinkommens anrechnungsfrei bleiben. Bisher sind es 2.000 Euro. Und Bafög-Empfänger sollen 330 Euro in einem Nebenjob verdienen können, ohne dass sich das auf die Bafög-Höhe auswirkt – momentan sind es noch 290 Euro. Geplant sind neben der Erhöhung der Bafög-Sätze und Freibeträge auch eine Anhebung des Kinderbetreuungszuschlags für Bafög-Empfänger mit Kindern von 150 auf 160 Euro. Zudem soll die Altersgrenze von 30 Jahren bei Bafög-Beginn auf 45 Jahre angehoben werden, damit auch später noch eine finanziell unterstützte Ausbildung aufgenommen werden kann.

Den Plänen der Ampel-Koalition zufolge ist diese Reform nur der erste Schritt. Das Bafög soll langfristig "elternunabhängiger" werden, indem die von SPD, Grünen und FDP geplante Kindergrundsicherung direkt an Empfänger ausgezahlt wird. Doch das genügt Kritikern wie dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) noch nicht. Die geplante Anhebung der Sätze und des Wohnkostenzuschusses reichten auf keinen Fall aus, sagte DGB-Vize Elke Hannack. "Wir erwarten, dass die Koalition hier im parlamentarischen Verfahren ordentlich nachlegt." Der DGB forderte eine pauschale Erhöhung der Bafög-Sätze um 150 Euro. dpa/jtw