Seit einigen Jahren bildet die Fink Gebäudetechnik verstärkt aus und hat dafür nun einen Preis bei "Bayerns Best 50" bekommen. Geschäftsführer Karl Köberl sieht in seinem Ausbildungsengagement nur Vorteile.
Mirabell Schmidt
Fast 30 Prozent Auszubildende arbeiten im Betrieb von Karl Köberl. Gemeinsam mit seinem Bruder Armin und Rudolf Fink führt er die Fink Gebäudetechnik GmbH in München. Vor etwa sieben Jahren beschlossen sie, vermehrt auszubilden. Heute sind von rund 110 Mitarbeitern 32 Auszubildende. Für dieses Ausbildungsengagement hat der Betrieb kürzlich den Sonderpreis bei Bayerns Best 50 bekommen.
"Eigentlich fiel die Entscheidung damals rein aus Eigeninteresse", erzählt Karl Köberl. "Wir taten uns sehr schwer damit, Personal zu finden." Also beschlossen die Geschäftsführer, sich ihre eigenen Fachkräfte heranzuziehen. Jedes Jahr bleiben ihnen etwa drei bis vier von sechs Auszubildenden als Nachwuchskräfte erhalten. "Wir bieten fast jedem die Übernahme an", sagt der Chef.
Angebote für Azubis
Köberl sieht in dieser Vorgehensweise nur Vorteile. Wenn die Auszubildenden zu festen Mitarbeitern werden, kennen sie sich im Betrieb bereits aus. Langwierige Einlernphasen entfallen. Und: Die jungen Leute sind für den Betrieb noch nicht zu teuer, aber sie sind motiviert.
Doch das Unternehmen bietet seinen Auszubildenden auch etwas. So haben die Geschäftsführer eine eigene Lehrwerkstatt aufgebaut, in der sie innerbetrieblich nachschulen. Im Sommer, wenn man raus auf die Baustellen kann, ist vor allem Praxis gefragt. Im Winter finden einmal im Monat theoretische Schulungen und Prüfungsvorbereitungen für die Azubis statt. Als Tutoren fungieren die eigenen Mitarbeiter. "Das ist ein Team von acht bis zehn Leuten, die sich um die Ausbildung der Lehrlinge kümmern", erläutert Köberl. Bislang seien alle mit Begeisterung dabei.
Rund 30 Bewerbungen pro Jahr
Wie Köberl überhaupt so viele Auszubildenden findet? Über nahezu alle Kanäle – nur nicht die klassische Stellenausschreibung. "Wir gehen an die Schulen und stellen unseren Betrieb vor, wir sind auf Ausbildungsmessen und auch bei Migrantentreffen von der Handwerkskammer", sagt der Geschäftsführer. Hinzukommen die Werbung auf Facebook, auf Fahrzeugen und auf der eigenen Internetseite. "Wir haben 2013 den Erasmus-Grasser-Preis für unser Ausbildungsengagement bekommen, das hilft uns nun auch", betont Köberl.
Etwa 30 Bewerbungen bekommt der Betrieb jedes Jahr, sechs Azubis gehen daraus hervor. Um die besten Lehrlinge herauszusuchen, führt der Betrieb eine Statistik über die bisherigen Auszubildenden. Diese Erfahrungswerte zeigen, wie der ideale Nachwuchs für den Betrieb aussehen muss.
Eltern werden einbezogen
Probleme gibt es allerdings trotzdem hin und wieder. Gerade die ganz jungen seien im ersten Lehrjahr meistens sehr gut – und dann sacken ihre Leistungen ab. "Dafür verantwortlich sind die Pubertät und der Freundeskreis", ist sich Köberl sicher. Daher haben sie nun einen Elternsprechtag eingeführt, der einmal im Jahr stattfindet. Die Eltern sollen so miteinbezogen und auf dem Laufenden gehalten werden. "Einen Problemfall haben wir damit schon in den Griff bekommen", erzählt der Geschäftsführer.
Die Quantität an Bewerbungen stimmt schon einmal. Nur an der Qualität hapert es teilweise noch, findet der Chef. Sein Ziel: "Wir wollen mal einen Jahrgangsbesten hervorbringen – einen Bundessieger in seinem Gewerk." Dafür hat Köberl bereits einen Azubi im Auge.
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Diese Tipps hat Karl Köberl für die Azubi-Suche
"Betriebsinhaber sollten nicht davor zurückscheuen, dass die Ausbildung erst einmal mit Kosten verbunden ist. Teilweise arbeitet der Azubi sie schon am Ende der Ausbildung wieder rein. Wenn man den Lehrling übernimmt, ist er schon eingearbeitet und es entstehen kaum noch Kosten, ich n in den Betrieb zu integrieren.
Man sollte viele Wege für die Suche gehen, ob auf Facebook, in den Schulen oder – wie wir derzeit planen – einen Tag der offenen Tür veranstalten."