Heizungstausch Heizungsgesetz: Das ist zur geplanten Förderung bekannt

Mit dem Heizungsgesetz hat das Parlament auch Eckpunkte für die Förderung beschlossen. Das Handwerk ist mit den Plänen nicht zufrieden. Der aktuelle Stand.

Heizöltanks im Keller: Wer seine alte Öl-Anlage durch eine klimafreundliche Heizung ersetzt, soll diverse Förderungen erhalten können. - © zenturio1st - stock.adobe.com

Mit dem Beschluss des Gebäudeenergiegesetzes hat der Bundestag auch die Eckpunkte zur neuen Förderung für den Heizungstausch beschlossen. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) sieht hier allerdings noch Nachbesserungsbedarf. "Um bezüglich künftiger Investitionen in Klimaschutz wieder belastbar beraten und die Modernisierung der Wärmeversorgung vorantreiben zu können, bedarf es jetzt dringend auch Klarheit bezüglich einer Förderkulisse, die verlässlich und attraktiver sein muss als zuletzt", sagt ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Helmut Bramann. Die neue Förderrichtlinie soll Ende September dem Haushaltsausschuss des Bundestages vorgelegt werden. Sie könnte dann ab dem 1. Januar 2024 gelten.

Verschiedene Förderboni bis maximal 70 Prozent

Das Gebäudeenergiegesetz sieht vor, dass künftig alle neuen Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.  Wer auf auf eine klimafreundlichere Heizung umsteigt, soll eine Förderung erhalten. So soll es nach den Eckpunkten der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eine Grundförderung von 30 Prozent geben, wie es aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums heißt. Sie soll für alle selbstgenutzten und vermieteten Wohn- und Nichtwohngebäude gelten. Einen weiteren Bonus von 30 Prozent soll es für alle Selbstnutzer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von weniger als 40.000 Euro geben.

Extra-Geschwindigkeitsbonus Bonus für Selbstnutzer

Daneben sollen Selbstnutzer unabhängig vom Einkommen einen Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent erhalten. Diesen kann es dann geben, wenn der Austausch einer alten Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung bis einschließlich 2028 erfolgt. Ab dann soll der Bonus alle zwei Jahre um drei Prozentpunkte abschmelzen. Für eine Gasheizung soll es die Förderung aber nur dann geben, wenn sie mindestens 20 Jahre alt ist. Die Boni können addiert werden, dürfen 70 Prozent aber nicht übersteigen.

SHK-Handwerk: "Förderfähige Kosten erhöhen"

Insgesamt sollen die maximal förderfähigen Investitionskosten für einen Heizungstausch im Einfamilienhaus beziehungsweise für die erste Wohneinheit bei 30.000 Euro liegen. Der maximal erhältliche Investitionskostenzuschuss liegt damit bei 21.000 Euro. Aktuell gibt es beim Einbau einer Wärmepumpe eine Förderung von bis zu 40 Prozent. Die förderfähigen Investitionskosten sind aber erst bei 60.000 Euro gedeckelt für den Heizungstausch und für weitere Effizienzmaßnahmen am Gebäude innerhalb eines Kalenderjahres. "Die bislang geplante Halbierung der förderfähigen Investitionskosten beim Heizungstausch bremst sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen aus, anstatt sie anzureizen", kritisiert Bramann und fordert eine Anhebung auf mindestens 45.000 Euro.

Höhere kumulierte Förderung soll möglich sein

Wie es aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums weiter heißt, sollen sich in einem Mehrparteienhaus die förderfähigen Kosten je weitere Wohneinheit erhöhen. Bei Nichtwohngebäuden sollen die Grenzen für die förderfähigen Kosten nach der Quadratmeterzahl gelten. Anders als bisher sollen Kosten für den Heizungstausch und weitere Effizienzmaßnahmen am Gebäude bis zu einer Grenze von 90.000  (bisher: 60.000) Euro kumuliert werden können. Die volle Summe von 60.000 Euro förderfähiger Kosten für Effizienzmaßnahmen – wie etwa Dämmung der Gebäudehülle oder Investitionen in Anlagetechnik – gibt es aber nur, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt. Ansonsten sollen es 30.000 Euro sein. Dabei liegen die Fördersätze wie bisher 15 Prozent zuzüglich eines Fünf-Prozent-Bonus bei Vorliegen eines Sanierungsfahrplanes.

Zusätzlich zinsgünstige Kredite über die KfW

Um die finanzielle Belastung durch einen Heizungstausch zeitlich zu strecken und zu verringern, soll es außerdem zinsverbilligte Kredite bei der staatseigenen Förderbank KfW geben. Dies gilt allerdings nur für Haushalte, deren zu versteuerndes Einkommen 90.000 Euro im Jahr nicht übersteigt. Alternativ könne auch weiterhin die Möglichkeit der steuerlichen Förderung nach Einkommensteuerrecht in Anspruch genommen werden.