Heiztechnik Wärmepumpen in Neubauten boomen

Zwar findet sich in jedem dritten neuen Wohngebäude noch eine Gasheizung, erneuerbare Energiequellen nehmen aber an Bedeutung zu. Der Fachkräftemangel bedroht jedoch den Einbau von Wärmepumpen – und damit die Klimawende.

Handwerker installiert Wärmepumpe an Wohnhaus.
2021 wurden in mehr als der Hälfte der Neubauten Wärmepumpen eingebaut. - © Tomasz Zajda - stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr wurde noch in jedes dritte neue Wohngebäude in Deutschland eine Gasheizung eingebaut. Der fossile Energieträger hat aber seit 2015 seine Vorrangrolle verloren, wie aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes am Donnerstag hervorgeht. Danach wurden mehr als zwei Drittel (70,7 Prozent) der Neubauten mit Heizungen ausgestattet, die erneuerbare Energiequellen nutzen. In 55,1 Prozent aller Fälle waren Holz, Umluft- oder Erdwärme sowie Biomasse sogar die primäre Energiequelle.

Erstmals Wärmepumpen vorn

Herausragende Bedeutung hatten dabei Wärmepumpen, die erstmals in mehr als der Hälfte (50,6 Prozent) der Neubauten als vorwiegende Heiztechnologie eingebaut wurden. Der Anteil des Gasheizungen ist seit 2015 von 51,5 Prozent auf 34,3 Prozent gefallen. Ihr Vorgänger Ölheizung wurde 2021 bundesweit nur noch in 611 neuen Wohngebäuden installiert, was einem Anteil von 0,6 Prozent entsprach.

Vor allem in Mehrfamilienhäusern wurde auch Fernwärme eingesetzt, die in der Statistik aber nicht eindeutig den konventionellen oder den erneuerbaren Energieträgern zuzuordnen ist. Als ergänzende oder sekundäre Energiequelle kamen bevorzugt Solarthermie und Holz zum Einsatz.

Sanierungsstau und Fachkräftemangel bedrohen Klimaziele

Die Umstellung der Heiztechnik auf erneuerbare Energien gilt als Schlüssel zur Senkung der CO2-Belastungen durch das Wohnen. Dabei stellt die Umrüstung der Bestandsgebäude die weit größere Herausforderung dar als die Erstausstattung von Neubauten. Darauf aufmerksam machten kürzlich auch die Gewerkschaft IG Metall und mehrere Zentralverbände des Handwerks. Ein Sanierungsstau bestehe demnach bei 19,2 Millionen Wohngebäuden. Durch mangelnde Sanierung der Gebäudehüllen und veraltete Energietechnik seien diese für bis zu 30 Prozent der Treibhausgase in Deutschland verantwortlich.

Zudem bedroht der Fachkräftemangel die Klimaziele. Für die Gebäudesanierung fehlten 190.000 Fachkräfte, so die Verbände. Allein 60.000 zusätzliche Monteure würden dafür benötigt, bis 2030 sechs Millionen Wärmepumpen zu installieren, heißt es beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima. dpa/ew