Konjunkturumfrage Handwerk: Die Stimmung bleibt gut

Die Zufriedenheit des Handwerks über seine aktuelle Lage ist immer noch beachtlich – und sie lässt nicht nach.

Marco Wenz und Lothar Semper

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    Das Ausbaugewerbe erlebt weiterhin eine starke Nachfrage. Im Bauhauptgewerbe lässt die gute Stimmung allerdings ein wenig nach.
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Ende 2014 haben 87 Prozent der 4.500 Betriebe, die an den Konjunktur-Umfragen der Handwerkskammern teilnahmen, ihre Situation als gut oder befriedigend bezeichnet (Vorjahr: 86 Prozent). Im Vergleich zum Vorquartal sackte der Index nur um zwei Punkte ab, wenn man allein die aktuelle Lage betrachtet (also ohne Erwartungen). Das Minus lässt sich mit einem Blick auf den Kalender restlos erklären. Von Abschwung kann im Handwerk keine Rede sein.

Private Nachfrage zieht

Das ist insofern verwunderlich, als die schwungvoll angelaufene Erholung der Investitionstätigkeit zwischenzeitlich abgerissen ist. Die Bestellung neuer Fabriken und Maschinen verzögert sich. Zudem sind die jüngsten gesetzlichen Eingriffe in die Rente, die Lohngestaltung und die Mieten alles andere als ein Aufbruchsignal für verunsicherte Investoren.

Gewichtiger sind aber die stabilisierenden Effekte, die von der privaten Nachfrage ausgingen. Sichere Beschäftigung, niedrige Zinsen, mehr Lohn – unter den Bedingungen gedeihen die Geschäfte konsumnaher Handwerke und im Wohnungsbau.

Die Kapazitätsnutzung bestätigt, dass das Handwerk bis Jahresende auf Betriebstemperatur war. Mit 80 Prozent hielt der Auslastungsgrad das Ergebnis aus dem dritten Quartal. Im Vergleich zu früher ist die Zahl sehr hoch. Zum Teil ist dies eine Begleiterscheinung der dünnen Personaldecke. Mehr Betriebe arbeiten heute an der Auslastungsgrenze.

Personal dringend gesucht

Eine K onjunkturberuhigung ist auch an den Umsätzen nicht ablesbar. Zwar gingen von der Neubautätigkeit keine starken Impulse mehr aus. Dennoch melden 21 Prozent eine positiven Entwicklung, 56 Prozent halten das Niveau aus dem Vorquartal. In nominaler Rechnung dürften die Einnahmen hoch genug gewesen sein, um das ansehnliche Vorjahresergebnis leicht zu übertreffen.

Jede zehnte Handwerksfirma schaffte es, im Schlussquartal 2014 personell aufzustocken; 13 Prozent mussten mit weniger Personal auskommen. Laut einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung haben 88 Prozent der Firmen Probleme, Stellen zu besetzen. Neben der zu geringen Bewerberzahl sind fehlende Qualifikationen der Hauptgrund.

Befürchtungen, der Auftragseingang könnte wegbrechen, haben sich nicht bestätigt. Allenfalls liefert die Bewertung Hinweise auf eine kalendertypische Eintrübung. Bei 72 Prozent der Betriebe war die Bestelltätigkeit zumindest unverändert, gegenüber 71 Prozent vor einem Jahr. In den Auftragsbüchern waren Ende Dezember Arbeiten für 1,3 Monate verzeichnet. Damit schrumpften die Reserven geringfügig.

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